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Lokales Mission Lifeline: Dresdner Hilfsorganisation kauft altes Torpedofangboot
Dresden Lokales Mission Lifeline: Dresdner Hilfsorganisation kauft altes Torpedofangboot
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07:36 10.01.2020
Im Frühjahr will Mission Lifeline mit der „Rise Above“ ihren ersten Einsatz im Mittelmeer starten. Quelle: Mission Lifeline
Dresden

Platz für 150 Menschen, 25 Meter lang und 16 Knoten schnell: Die Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline hat ein neues Schiff. Mit der „Rise Above“ – einem ehemaligen Torpedofangboot der Bundeswehr – wollen die Seenotretter Menschen im Mittelmeer vor dem Ertrinken retten.

Bis es soweit ist, muss die Organisation allerdings noch einige Umbauarbeiten stemmen. So benötigt das Schiff etwa einen neuen Mast, neue Dieseltanks und eine Feuerlöschanlage. „Wir hoffen, im Frühjahr unseren ersten Einsatz starten zu können“, sagt Mission Lifeline-Gründer und Sprecher Axel Steier. Die Gesamtkosten für das Projekt, sprich Kaufpreis und Umbau, liegen bei rund 122 .000 Euro. Finanziert wird das Vorhaben über Spendengelder. „Zur Zeit fehlen uns allerdings noch 68. 000 Euro.“

Bis zu 300 Menschen kann die Crew der „Rise Above“ zukünftig retten

Drei Brüder aus Norddeutschland machten die Dresdner Hilfsorganisation auf das ehemalige Torpedofangboot aufmerksam: „Benjamin, Raphael und Gerson entdeckten das Schiff in Wilhelmshaven und wollten sich in der Seenotrettung engagieren“, sagt Steier. Daraufhin setzten sie sich mit Mission Lifeline in Verbindung – und werden nun künftig gemeinsame Sache mit der Dresdner Organisation machen.

Die „Rise Above“ der Dresdner Organisation Mission Lifeline. Quelle: Mission Lifeline

Zusammen mit einer erfahrenen Crew, die unter anderem aus Rettungsassistenten und Ärzten besteht, stechen sie dann in See. „Insgesamt werden acht Mitarbeiter an Bord sein“, sagt Steier. Zwar bietet die „Rise Above“ nur Kapazitäten für 150 Menschen, „allerdings können wir bis zu 300 Personen vor dem Ertrinken schützen.“ Grund: Rettungswesten. Auch wenn sich die Menschen nicht an Bord, sondern im Wasser befinden, können sie durch die Anwesenheit der „Rise Above“ vor dem Ertrinken gerettet werden.

Zwei weitere Schiffe der Organisation liegen derweil noch fest

Das ehemalige Bundeswehrboot, mit dem die Marine früher Übungstorpedos wieder einsammelte, ist das dritte Schiff im Gespann von Mission Lifeline. Zwei Schiffe wurden in der Vergangenheit bereits beschlagnahmt. Die „Lifeline“ liegt zur Zeit noch im Hafen von Valletta, der Hauptstadt von Malta, fest. Der Freispruch des Kapitäns Claus-Peter Reisch am Dienstag ermöglicht zwar, dass die Organisation ihr Schiff zurückbekommt. „Allerdings müssten wir es als Berufsschiff betreiben“, sagt Steier. Damit seien Kosten in Höhe von mehreren Millionen Euro verbunden, „die wir uns nicht leisten können“.

Außer der „Lifeline“ liegt auch die „Eleonore“ seit September 2019 in Italien fest: Am 2. September war Reisch mit 104 Geretteten an Bord in den Hafen von Pozzallo eingelaufen. Die italienische Staatsanwaltschaft hatte daraufhin ein weiteres Gerichtsverfahren eingeleitet. Anklage: illegale Einwanderung. Die Staatsanwaltschaft fordert ein Bußgeld in Höhe von 300 .000 Euro, der Verhandlungsbeginn ist für Februar angesetzt.

Sorge, dass das neue Schiff ein ähnliches Schicksal erleidet, hat Steier allerdings nicht. „In Italien gibt es eine neue Regierung, die einen anderen Kurs fährt. Zudem erklärten sich einige EU-Länder bereit, Geflüchtete aufzunehmen.“ Ob dem so ist, wird sich im Frühjahr zeigen.

Von Felix Franke

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