Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Sechstes Ghostbike mahnt zu mehr Vorsicht im Straßenverkehr
Dresden Lokales Sechstes Ghostbike mahnt zu mehr Vorsicht im Straßenverkehr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:40 21.08.2018
Mahnmal der Initiative Ghostbikes Dresden. Quelle: Initiative Ghostbikes Dresden
Anzeige
Dresden

Vor knapp einer Woche wurde eine 45-jährige Fahrradfahrerin von einer Autotür eines an der St. Petersburger Straße parkenden Autos getroffen, welche plötzlich in den Radstreifen hinein geöffnet wurde. Dabei wurde sie unter ein fahrendes Auto geschleudert und tödlich verletzt.

Dieser Unfall errege große Empörung, weil die Unfallstelle bereits mehrfach kritisiert worden sei, berichtet die Initiative „Ghostbikes Dresden“. Die Umklammerung zwischen fließendem Verkehr auf der einen Seite und parkenden Autos auf der anderen sei sehr gefährlich. Daher schließe sich die Initiative Ghostbikes Dresden der Forderung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs Dresden an, eine geschützte Fahrradspur zu errichten, bevor noch mehr Unfälle passieren.

Anzeige

In Trauer um die getötete Radfahrerin wurde dieses Wochenende Dresdens sechstes Gedenkrad an einer Unfallstelle aufgestellt. „Bei Ghostbikes handelt es sich um weiß lackierte Fahrräder an Orten, an denen Radfahrer im Straßenverkehr getötet wurden. Sie sollen einerseits an die getöteten Radfahrer erinnern und andererseits auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam machen“, erklärt die Initiative.

Die Idee stammt aus den USA und sei schon viel früher in anderen deutschen Städten umgesetzt worden, erklärt Richard Bügel, Mitglied der Initiative Ghostbikes Dresden. Die Initiative ist ein loser Zusammenschluss von Ehrenamtlichen, die sich für einen sicheren Radverkehr einsetzen, führt er fort.

Das erste Ghostbike wurde im Februar 2016 an der Kreuzung der Bautzner und der Rothenburger Straße aufgestellt. Mittlerweile stehen weitere Gedenkräder in Seidnitz an der Marienberger Straße, in Strehlen an der Reicker Straße, in Weixdorf an der Königsbrücker Landstraße und in Leuben an der Kreuzung Stephensonstraße und Pirnaer Landstraße.

Vereinzelt verschwinden die Fahrräder auch wieder, erklärt Bügel. „Das erste Ghostbike an der Bautzner Straße wurde zwischenzeitlich von der Stadt entfernt, aber später von der Initiative wieder aufgestellt“, so Bügel.

„Die Räder, die als Ghostbikes genutzt werden, kommen durch freiwillige Spenden oder von der Initiative“, erklärt er. Für das Aufstellen der Ghostbikes sei nicht immer die Initiative verantwortlich. Das Bike in Weixdorf wurde beispielsweise nicht von ihnen aufgestellt, wird aber in ihrem Blog der Vollständigkeit halber dennoch gelistet, führt Bügel fort.

Link zum Blog: www.ghostbikesdd.blogsport.de

Von Aaron Wieland