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Lokales Schüler machen Klimawandel zum Kunstprojekt
Dresden Lokales Schüler machen Klimawandel zum Kunstprojekt
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09:18 15.10.2019
Die Teilnehmer des Graffiti-Workshops von Leon Schmidt haben interaktive Bilder zum Thema geschaffen. Quelle: Kaddi Cutz
Dresden

„Kunst macht alles anders“ – unter diesem Motto stellten Schülerinnen und Schüler der Christlichen Schule Dresden jetzt in der Lukaskirche die Ergebnisse ihrer Projekttage vor. In der vergangenen Woche drehte sich dabei drei Tage alles um das Thema Klimawandel und Klimaschutz.

Ressourcen und Talente in den eigenen Reihen

Jahrgangsübergreifend und fächerverbindend konnten sich rund 100 Schüler der achten bis zwölften Klassen künstlerisch mit den Auswirkungen des Klimawandels auseinandersetzen. Verschiedene Workshops wie Graffiti, Kurzfilm und Poetry Slam boten reichlich Raum, um die eigenen Gedanken zum Thema zum Ausdruck zu bringen.

In der schuleigenen Siebdruckwerkstatt entstanden – unter anderem in einem gemeinsamen Workshop mit Bewohnern eines Wohnheims der Lebenshilfe Pirna – zudem T-Shirts und Beutel mit fetzigen Slogans wie „Früher war der Fisch in der Verpackung – heute ist die Verpackung im Fisch“.

Man muss nicht immer in die Ferne schweifen

Dokumentiert wurde das Projekt vom dreiköpfigen Fotografie-Workshop um Schüler Clemens Lotze. Eigentlich aus der Not heraus geboren, zeigte vor allem dieser Workshop, dass man nicht immer in die Ferne schweifen muss, weil auch in den eigenen Reihen oft wertvolle Ressourcen und Talente schlummern.

Das Thema an sich war natürlich nicht wirklich neu für die engagierten Kids: Schon seit Dezember 2018 ist ihre Schule offiziell „Klimaschule Sachsen“. Die Initiative des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft und des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus will Schulen dazu anregen, Klimaschutz und Folgen des Klimawandels langfristig an Schulen zu verankern und ihr eigenes Schulprofil als Klimaschule zu entwickeln. Im Rahmen der Förderung durch die beiden Ministerien konnten auch die Projekttage realisiert werden.

„There is no Planet B“

Tatsächlich ist Klimaschutz aber schon sehr viel länger fester Bestandteil des Alltags der Christlichen Schule. In der Klima-AG, die von Lehrerin Elisabeth Frank 2015 ins Leben gerufen wurde, engagieren sich Schüler auch über den Unterricht hinaus aktiv für Themen rund um den Klimaschutz, nehmen an Klimakonferenzen teil und realisieren verschiedene Projekte. Am vergangenen Dienstag wurde die Klima-AG als eine von drei sächsischen Initiativen mit der Friedensplakette „Schwerter zu Pflugscharen“ ausgezeichnet.

Caroline (Klasse 8.2) ist nach dem Workshop schon fast Profi im Umgang mit der Dose. Quelle: Kaddi Cutz

Auch im Workshop von Tom Thomas, der sich mit Schablonen-Graffiti auseinandersetzte, entstanden beeindruckende Metaphern wie eine Weltkugel, die sich am Grillspieß dreht und ein Kim Jong-un küssender Trump. „Man geht in so einen Workshop rein, um den Kids etwas beizubringen – und geht raus mit dem Gefühl, dass eigentlich sie es sind, die einem etwas beigebracht haben. Und sei es nur, dass man ihnen gar nicht genug zutrauen kann“, fasst Thomas die drei Tage mit „seinen“ Schülern zusammen.

Tag der Offenen Tür am 29. November

In drei Stop-Motion-Filmen wurden überaus witzig gesellschaftspolitische Themen wie Konsumkritik und Mikroplastik aufgegriffen – großartig, wie ein Lego-Fischer nach Tonnen von Unrat endlich dann doch einen Fisch fängt, nur um zehn Jahre später skelettiert und verhungert inmitten eines Müllbergs sein tragisches Ende in der sonst so perfekt erscheinenden Legowelt zu finden. Bleibt zu hoffen, dass das Raumschiff „Enterscheiß“, welches sich die Eliminierung des Weltmülls auf die Fahne geschrieben hat und in einem southparkig anmutenden Trickfilm geistreich und humorvoll die Wegwerfgesellschaft kritisch hinterfragt, seine Mission erfüllen kann.

Die Ergebnisse des Poetry-Slam-Workshops von Kaddi Cutz wurden dann direkt stilecht als Wettbewerb vorgestellt. Schwer zu entscheiden für das begeisterte Publikum, ob nun die Geschichte des geflüchteten Eisbärs Mr. Scholli, das Gedicht um einen Bäume meuchelnden Serben oder Gottes Erkenntnisse über die Menschheit mehr Applaus verdienten.

Am Ende aber auch egal, denn alle Schüler sind auf ihre ganz eigene Weise über sich hinaus gewachsen. Sie haben berührt. Ihre Ängste vor der Zukunft nach außen getragen: poetisch, metaphorisiert, plakativ. Es ist unser aller Planet, den es zu erhalten geht und uns alle geht das an. Wer bisher dachte, Kindern stehe es nicht zu, dazu eine qualifizierte Meinung zu haben, ist sicher überrascht und einen mentalen Schritt weiter aus dieser Veranstaltung gegangen und nahm ein kleines Stückchen des Leuchtens, das von den Schülern ausging, mit nach Hause. Die Ergebnisse des Workshops sind im Rahmen des Tages der Offenen Tür am 29. November in der Christlichen Schule Dresden erneut zu sehen.

Von Kaddi Cutz

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