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Schreie und Hilferufe: Zeugen schildern Messerattacke in Dresden

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13:23 16.04.2021
Der 21-jährigen Syrer muss sich für eine tödliche Messerattacke auf Touristen verantworten.
Der 21-jährigen Syrer muss sich für eine tödliche Messerattacke auf Touristen verantworten. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
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Dresden

Im Prozess zum tödlichen Messerangriff auf zwei Touristen in Dresden haben mehrere Augenzeugen am Oberlandesgericht (OLG) der sächsischen Landeshauptstadt dramatische Szenen beschrieben. „Ich habe gesehen, wie er zugestochen hat“, sagte eine 34-Jährige am Freitag mit Blick auf den Angreifer. Sie sei am Abend des 4. Oktober vergangenen Jahres mit einer Freundin in einem Café gewesen, als diese plötzlich gesagt habe, dass sich da welche prügeln. „Als ich aus dem Fenster sah, merkte ich schnell: Das ist schlimmer, da ist schon Blut.“

Vor dem Staatsschutzsenat des OLG muss sich ein 21 Jahre alter Syrer wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, die beiden Touristen aus Nordrhein-Westfalen mit Küchenmessern von hinten niedergestochen zu haben. Das Motiv sieht sie in der radikal-islamistischen Gesinnung des jungen Mannes.

Chronik zur Tat

Am Abend des 4. Oktober werden auf der Schloßstraße zwei Touristen angegriffen. Einer der Männer erliegt im Krankenhaus seinen Verletzungen. Dem Täter gelingt die Flucht.

Vier Tage später schalten die Ermittler ein Hinweisportal frei. Am 13. Oktober wird die Sonderkommission „Schloßstraße“ gegründet. Der Fall wird auch im Fernsehen vorgestellt.

Am 21. Oktober dann vermeldet die Sonderkommission Erfolg: Ein 20-jähriger Syrer sei festgenommen worden. Gleichzeitig steht plötzlich ein islamistisches Motiv im Raum. Abdullah H. ist als Gefährder bekannt und einschlägig vorbestraft. Er war nur wenige Tage zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden und stand unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Wenige Tage später erscheint eine Traueranzeige für den Getöteten, es wird klar: Der Angriff galt einem homosexuellen Paar.

Die 34-Jährige beschrieb, wie einer der beiden Männer am Boden lag und sich auf dessen Hose ein dunkler Fleck ausbreitete. Ein zweiter schien sich ihr zufolge an einem Bauzaun festzuhalten. Er wurde dann von einem weiteren Mann attackiert, habe noch „drei, vier Hiebe“ abbekommen und sei zusammengesackt. Der Angreifer habe anschließend etwas weggeworfen und sei weggelaufen. Die Zeugin zeigte der Polizei später die Stelle, wo das Messer lag.

Eine 56-Jährige wiederum beobachtete nach eigenen Worten aus ihrem Hotel, wie ein Mann mit Wucht gegen einen Bauzaun fiel, „richtig dranknallte“, und ein zweiter zu Boden ging. Beide hätten „fürchterlich geschrien“ vor Schmerzen - „zumindest einer hat um Hilfe gerufen“. Ein dritter, dunkelhaariger Mann, sei weggerannt. „Es ging alles sehr schnell.“

Von dpa