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Lokales Schneckenhaus am Elbhang und Pavillon für die „Felsenzwerge“
Dresden Lokales Schneckenhaus am Elbhang und Pavillon für die „Felsenzwerge“
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17:22 25.06.2019
Das Dresdner Büro TSSB architekten.ingenieure entwarf für einen privaten Auftraggeber ein Einfamilienhaus am Elbhang, dessen Form an ein Schneckenhaus erinnert. Quelle: TSSB architekten.ingenieure
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Dresden

Wer sich für Architektur interessiert, vielleicht sogar selber bauen möchte oder einfach nur neugierig ist, was in der Nachbarschaft entstanden ist, der sollte sich das letzte Juni-Wochenende vormerken. Denn dann ist anlässlich des bundesweiten Tages der Architektur wieder Gelegenheit, sonst zumeist nicht öffentlich zugängliche Gebäude, aber auch gestaltete Gärten und Freiflächen zu besichtigen sowie mit Bauherren und Architekten ins Gespräch zu kommen.

„Räume prägen“ ist das Motto diesmal. „Den Raum prägen, ihm seine Kontur, sein Volumen, letztlich seine Gestalt geben, ganz gleich ob es sich um Außen- oder Innenraum oder den Stadt- und Landschaftsraum handelt, ist unsere ureigenste Planungsaufgabe. Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner schaffen Räume, prägen ihn im Ergebnis ihrer Arbeit“, erklärt Alf Furkert, Präsident der Architektenkammer Sachsen.

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Über 20 Objekte in und um Dresden

45 Objekte, die am 29. bzw. 30. Juni besichtigt werden können, sind für ganz Sachsen ausgewiesen. Dazu kommen offene Architekturbüros und verschiedene Veranstaltungen. In und um Dresden gibt es über 20 Orte, an denen Gebautes und Gestaltetes gezeigt und näher erklärt wird. Aufgrund der guten Konjunktur sei das Programm diesmal nicht so umfangreich, so die Architektenkammer.

Ein gestalterisch sehr auffälliges und anspruchsvolles Gebäude ist beispielsweise das „Schneckenhaus“ am Dresdner Elbhang. Das Dresdner Büro TSSB architekten.ingenieure entwarf für einen privaten Auftraggeber ein Einfamilienhaus, dessen Form an ein Schneckenhaus erinnert.

„Die Räume der verschiedenen Geschosse winden sich nach oben. Das heißt, sie liegen nicht klassischerweise übereinander. Denn jedes Geschoss hat eine andere Größe, einen anderen Grundriss als das andere“, erklärt Architekt Jan Tröber.

Am 29. und 30. Juni findet bundesweit der Tag der Architektur statt. Er bietet exklusive Gelegenheiten, Gebautes und Gestaltetes aus erster Hand zu besichtigen und dabei mit Bauherren und Architekten ins Gespräch zu kommen. Unsere Galerie zeigt die Besichtigungsangebote in und um Dresden.

Ein Haus, das sich an das Geländeprofil anpasst

Das Gebäude ist noch im Bau. Es entsteht am Rande des Geländes der ehemaligen Humaine-Klinik am Elbhang. „Das Gelände mit seinem Baumbestand steht unter Denkmalschutz“, so Architekt Tröber. Deshalb galt es hier behutsam vorzugehen und den Neubau an das Geländeprofil und die verschiedenen Höhensprünge anzupassen.

Die künftigen Bewohner werden in einer Tiefgarage parken können und werden 270 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung haben. Das Erdgeschoss bietet eine lichte Höhe von 3,50 Metern sowie Fenster mit sehr großen Schiebeelementen und besonders schmalen Rahmen. Im ganzen Haus gibt es schräge Wände und die Fassadenverkleidung mit schrägen Lamellen aus Lärchenholz soll dazu beitragen, dass sich der Baukörper perfekt in die Umgebung eingliedert.

Am Dresdner Elbhang entsteht derzeit ein Einfamilienhaus, das sich wie ein Schneckenhaus erschließen lässt. Quelle: TSSB architekten.ingenieure

Freier Blick in die Landschaft

Die umgebende Landschaft erlebbar zu machen war auch ein Ziel des Dresdner Architekturbüros Heinle, Wischer und Partner für den pavillonartigen Neubau der Kindertagesstätte „Felsenzwerge“ in Gohrisch-Papstdorf. Einerseits steht der eingeschossige pavillonartig gestaltete weiße Baukörper im Kontrast zu den kleinen, engen Häusern der Umgebung. Andererseits lassen riesige, bodentiefe Fenster die umgebende Natur ins Haus herein. So hat man vom Speiseraum mit angrenzender offener Küche einen schönen Blick über Wiesen hinweg auf den Papststein.

Ein luftiger, offener Neubau für die „Felsenzwerge“ am Fuße des Papststeines Quelle: Heinle, Wischer und Partner

Gestaltete Gärten und Außenanlagen

Am Ehrenfried-Walther-von-Tschirnhaus-Gymnasium in Dresden stehen zum Tag der Architektur nicht nur Umbau, Sanierung und Erweiterungsneubau im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern auch die Gestaltung der Außenanlagen. Ebenso kann man sich im Dresdner Stadtteil Leubnitz-Neuostra eine Hausgartengestaltung ansehen. In Pillnitz steht der Kammeyer-Garten – ein Gartendenkmal – im Fokus. Die Besichtigung ist allerdings schon am 26. Juni, 17 Uhr.

Terrassierter Hausgarten mit Wasserspiel, Natursteinplatten, Terrasse mit Überdachung, Mauern und Pflanzungen, 01219 Dresden, An der Kirschwiese 9, Besichtigung 29. Juni, 11–18 Uhr; Bauherr: privat; Architekt: Roggan Landschaftsarchitektur Quelle: PR

Weitere Veranstaltungen

Bürobesichtigung: Architekturbüro Börner; 01324 Dresden, Bautzner Landstr. 38; Kooperatives Planen und Bauen; 29. Juni, 10-16 Uhr; 14 Uhr Vortrag zur soziokratischen Kreisorganisationsmethode

Sommerschau „Architekten on the Road“ (Teil 5): 28.06.–13.08.2019 im Haus der Architekten; 01309 Dresden, Goetheallee 37; architektonische Eindrücke von kleinen und großen Reisen und die persönliche Sicht auf die Architektur, Vernissage am 27. Juni, 19 Uhr

Ausstellung 100 Jahre Bauhaus + 200 Jahre Thonet – „Wir präsentieren eine Ausstellung der berühmten Klassiker“: Naturfarbenwerkstatt im Oberen Gasthof Niederpoyritz; 01326 Dresden, Pillnitzer Landstr. 239; 29./30. Juni, 10-20 Uhr, Ausstellungseröffnung: Freitag, 28. Juni, 20 Uhr

Die Faszination der Ruine – Frau Naito liest vor: Valle Inferno. Villa Sacchetti auch Villa al Pignezo del Marchese Sacchetti; 01127 Dresden,Oschatzer Str. 7, 29. Juni, 18 Uhr

Prima Klima. Das ist Landschaftsarchitektur! – Ausstellung über die Anpassung des Planens und Bauens an den Klimawandel durch innovative Projekte (bis 6.7.2019); ZfBK – Zentrum für Baukultur Sachsen im Kulturpalast; 01067 Dresden, Schloßstraße; 29. Juni, 13–18 Uhr

Angaben ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Gewähr; mehr Infos unter tda.aksachsen.org

Von Catrin Steinbach