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Lokales Schmiermittelspezialist Elaskon eröffnet erste eigene Auto-Pflegestation
Dresden Lokales Schmiermittelspezialist Elaskon eröffnet erste eigene Auto-Pflegestation
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11:18 13.03.2019
Jan Dünnebier (l.) zeigt Azubi Maximilian Otto, wo noch Korrosionsschutz fehlt. Beide arbeiten in der neuen Elaskon-Pflegestation. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Jan Dünnebier kneift die Augen zusammen. Mit dem Strahl seiner Lampe tastet er den Unterboden des Toyotas ab, den er gerade per Hebebühne nach oben befördert hat. „Sieht ja noch ganz gut aus, aber hier, an den Stoßdämpfern müsste man schon etwas tun“, sagt er. Gemeint ist: Den Stahl der Karosserie vor Rost schützen. „Und an den Ecken, wo kein Plastikteil vor Steinschlag und Tausalz schützt und an den Hohlräumen“, zählt der 47-Jährige auf, während er den Lichtkegel weiter über die Autounterseite wandern lässt.

Dünnebier ist Fachmann. Seit Oktober leitet er die erste Service-Station, die Schmierstoffspezialist Elaskon auf dem Nachbargrundstück zu den eigenen Produktionsstätten in Dresden-Reick eröffnet hat. „Wir haben uns hier ein weiteres Standbein geschaffen“, sagt Tobias Schwald, der jüngste der drei Elaskon-Geschäftsführer.

Geschäftsführer Tobias Schwald hat eine steigende Nachfrage nach Korrosionsschutzmitteln für Autos registriert. Deshalb wird die Sparte ausgebaut Quelle: Dietrich Flechtner

Dieses neue Standbein ist eigentlich ein altes. Wer zu DDR-Zeiten ein Auto gefahren hat, weiß zumindest in aller Regel etwas mit der Bezeichnung „Elaskon K 60 ML“ anzufangen. Mit dem Rostschutz hat damals so mancher die Lebenszeit von Wartburg, Trabant und Co. in biblische Dimensionen verlängert. „Nach 1990 gab es Autos aus dem Westen mit neuen Haltbarkeitsversprechen, da spielte der Korrosionsschutz plötzlich keine Rolle mehr“, erinnert sich Dünnebier. Jetzt hat das Pendel zurückgeschlagen. „Jetzt achten Autobesitzer mehr auf Nachhaltigkeit und wollen anders als noch vor einiger Zeit nicht alle drei oder vier Jahre ein neues Auto kaufen“, sagt Elaskon-Chef Schwald. Wer sich heute für einen Neuwagen entscheide, wolle diesen auch sieben oder acht Jahre nutzen. Pflege spielt eine ganz andere Rolle.

Das signalisieren treue Elaskonkunden schon länger. Auf ihren Wunsch wurde 2006 die erste neue Pflegestation eröffnet. 1000 gibt es inzwischen, zumeist bei Werkstätten und Autohändlern, 14 sind es derzeit in Dresden. Schwald kann die Nachfrage auch an den Verkaufszahlen ablesen. 15 Prozent Umsatz macht Elaskon derzeit mit Pflege- und Schutzmittelchen für der Deutschen liebstes Kind. Mehr als 30 Produkte sind im Angebot, darunter auch ein Unterbodenschutz mit Goldoptik, den sich ein Transportunernehmen gewünscht hatte. „Die Nachfrage ist steigend“, sagt Schwald.

Deshalb wurden Nägel mit Köpfen gemacht, als die Autowerkstatt in der Nachbarschaft frei wurde. Elaskon hat das Areal zunächst für drei Jahre gepachtet, will dann die etwa 160 Quadratmeter große Fläche kaufen, so die Vereinbarung. „Wir haben zwar derzeit keinen direkten Bedarf, brauchen aber Reserveflächen für eine Erweiterung“, sagt Schwald. Denn Elaskon wächst, kann mit 92 Mitarbeitern und 30,6 Millionen Euro Umsatz auf wachsende Zahlen verweisen.

In der ersten eigenen Pflegestation arbeiten neben Dünnebier ein Kfz-Mechaniker und ein Auszubildender, den man vom vorherigen Werkstattbetreiber übernommen hat. Sie bieten jede Leistung an, die in Autowerkstätten üblich ist. Darüber hinaus sollen sie das Personal der Pflegestationen schulen. Dafür diente bisher eine Hebebühne im Labor, jetzt stehen sieben zur Verfügung. „Es kommt beim Auftrag auf die Schichtstärke an, die Einstellung der Düse und den richtigen Schutz“, zählt Dünnebier auf, was es alles zu beachten gilt. Deshalb verkauft Elaskon lieber seine Produkte zusammen mit der professionellen Anwendung. Jetzt auch an der eigenen Adresse.

Das ist das Dresdner Traditionsunternehmen Elaskon

Profil: Elaskon stellt Spezialschmierstoffe, Korrosionsschutze sowie Formen- und Trennmittel her, ist auf dem Gebiet der Drahtseilschmierstoffe seit Jahrzehnten Weltmarktführer. 55 Prozent des Umsatzes werden mit eigenen Produkten gemacht, zweites Standbein ist der Handel mit Schmierstoffen von Exxon Mobil. Der Bereich Entwicklung und Herstellung von Korrosionsschutz- und Pflegeprodukten für Fahrzeuge, Landtechnik und Spezialfahrzeuge wächst, macht derzeit 15 Prozent des Umsatzes aus.

Geschichte: 1928 Gründung als Firma Richter &Co. KG; 1956 Entwicklung des Seilschmierstoffes Elaskon; 1972 Verstaatlichung des Unternehmens als VEB Elaskonwerk Dresden; 1981 Aufbau des Kombinates Elaskon Dresden mit 15 Werken und 1500 Beschäftigten; 1992 Reprivatisierung, 1993 Verkauf an das Kemptener Mineralölhandelsunternehmen Präg, Karl Schwald wird Geschäftsführer; bis 2001 übernimmt Schwald alle Anteile am Unternehmen, 2003 wird eine neue Produktionsanlage auf 12 000 Quadratmetern in Dresden-Reick eingeweiht; 2008 erfolgt eine Erweiterung der Anlagen. Übernahme und Eröffnung von Niederlassungen in Thüringen, Bayern und Shanghai. Heute führen Karl, sein Bruder Richard und Sohn Tobias Schwald das Unternehmen.

Umsatz: 30,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr (2017: 28,5); Verkauf von 13 400 Tonnen Produkte, davon 7800 Tonnen aus eigener Produktion. 60 Prozent werden exportiert; Kunden in 67 Ländern. Derzeit sind 92 Mitarbeiter beschäftigt (2017: 82).

Pflege-Station: 2006 wurde nach Kundenwünschen die erste Elaskon-Pflegestation in einer Kfz-Werkstatt eingeweiht. Heute gibt es 1000 Pflegestationen in Deutschland, Österreich und Tschechien. Hinzu kommen 120 Stationen für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge. Seit Oktober wird am Dresdner Unternehmenssitz eine eigene Pflegestation und freie Kfz-Werkstatt betrieben.

Von Uwe Hofmann

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