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Lokales „Ein Sieg, der eigentlich keiner ist“: Lesermeinungen zum Parkplatz-Aus am Schillerplatz
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Schillerplatz in Dresden: Leserbreife zum Parkplatz-Aus

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10:01 30.05.2021
Auch Händler und Gastronomen am Schillerplatz bangen nach dem Aus für den Parkplatz um ihr Geschäft.
Auch Händler und Gastronomen am Schillerplatz bangen nach dem Aus für den Parkplatz um ihr Geschäft. Quelle: Foto: Anja Schneider
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Dresden

Das sagen die DNN-Leser zum Parkplatz-Aus am Schillerplatz und den damit einhergehenden Konsequenzen für Gewerbetreibende und Besucher.

Tatsachen im Schnelldurchgang schaffen

Um diesen Artikel geht es: Dresdens Grüne freuen sich über Parkplatz-Aus am Schillerplatz

W. Neubert per Mail:

Mit Erstaunen las ich, dass die Wasservögel durch die Sperrung der Pflasterfläche an der Brücke für Autos nun endlich freien Zugang zum Wasser und den Uferflächen hätten. Bisher dachte ich immer, Wasservögel starten und landen auf dem Wasser und schwimmen von dort zum Ufer. Aber „Grüne“ wissen das sicher besser.

Auch war mir bisher unbekannt, dass die Pflasterfläche unter und neben der Brücke in das Landschaftsschutzgebiet einbezogen wurde, um den verbissenen Autohassern unter den „Grünen“ ein ungestörtes einheitliches Landschaftsbild ohne Kraftfahrzeuge zu ermöglichen.

Da ich leider nicht mehr gut laufen kann, war ich dankbar, dass ich mein Auto bisher auf dem Platz abstellen konnte, um auf dem Wochenmarkt einzukaufen, mich in eine der anliegenden Gaststätten zu setzen, oder einfach von einer der vor dem Schillergarten am Elbweg stehenden Bänke aus das Treiben auf der Elbe und am Weg zu beobachten.

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Dabei konnte ich keine rücksichtslos den Rad- und Fußweg kreuzenden Autos beobachten. Jedoch öfter Kampfradler und immer mehr E-Radfahrer, die ohne Rücksicht auf Spaziergänger und Kinder mit hoher Geschwindigkeit den Elbweg befuhren. Das betrifft den gesamten Elbweg zwischen Laubegast und der Albertbrücke. Erstaunt war ich auch darüber, dass bei fast der Hälfte der Unfälle im Bereich der Brücke keine Autos beteiligt waren, wobei über die Schuldfrage bei den Unfällen mit Autobeteiligung nicht berichtet wurde.

Als der neue „Grüne“ Baubürgermeister ins Amt kam, war er nach Aussage eines Gesprächs in den DNN angetreten, um zwischen den verschiedenen Interessen der Bürger zu vermitteln. Offensichtlich musste er sich nun den verbissenen ideologischen Deppen in seiner Partei beugen und im Schnelldurchgang Tatsachen an der Brücke schaffen.

Um allen Beteiligten auf dem Elbweg zwischen Laubegast und der Albertbrücke eine gefahrlose und unfallfreie Nutzung zu ermöglichen, sollte die Höchstgeschwindigkeit für Radfahrer auf diesem Abschnitt des Elbwegs auf 10 km/h und im Bereich der Brücke auf 5 km/h festgesetzt werden. Mit diesem Kompromiss kann sicher ein Großteil der Elbwegbenutzer leben.

Und jene Kraftfahrzeughasser, die der Anblick von Autos an der Brücke stört, sollten einfach mal die Augen schließen und tief durchatmen. Das hilft.

Nie mehr Grün wähe

Um diesen Artikel geht es: Dresdens Grüne freuen sich über Parkplatz-Aus am Schillerplatz

Uta Kaden per Mail:

Grün war einmal meine Lieblingsfarbe, sie bedeutet Hoffnung, Wohlfühlen, Zufriedenheit. Aber das ist leider vorbei. Die „Farbe“ macht mir Angst vor der Zukunft, und ich werde sie nie mehr wählen (was ich bisher immer tat)!

Es ist ein Witz, wie „störend“ die ordentlich geparkten Autos auf das Bild der Elbhänge gegenüber, die vorbeifahrenden Dampfer, die schnatternden Gänse und Enten wirken, wenn wir oft wöchentlich auf einer Bank an der Elbe sitzen.

Man hat oft Mühe vom Markt an den rücksichtslos vorbeirasenden Radfahrern (deren Fahrer kaum einen Blick auf die Elbhänge werfen) vorbeizukommen.

Kommentar ins Schwarze

Um diesen Artikel geht es: Dresdens Grüne freuen sich über Parkplatz-Aus am Schillerplatz

J. Henker per Mail:

Dem Kommentar kann ich vollinhaltlich zustimmen. Da laut Schutzgebietsordnung von 1996 §5(2)3 eigentlich dort kein Radweg erlaubt ist, könnten sich Autofahrer und Radfahrer wenigstens so einigen, dass auf dem kurzen Stück am Schillergarten Radfahrer absteigen müssen; gezwungen durch eine Schikane.

Ich spiele seit vielen Jahren mit Kollegen am Abend im Schillergarten Skat und wir haben bisher am Blauen Wunder geparkt, da ortsnah sonst kaum eine Parkmöglichkeit besteht.

Nun wird dieses Vergnügen nicht mehr möglich sein, denn spät abends benutzen die Rentner unserer Runde die öffentlichen Verkehrsmittel wegen der damit verbundenen Gefahren nicht mehr und ein Taxi ist uns Rentnern zu teuer.

P.S.: Lieber Herr Birgel, in Ihrem Wochenendkommentar zu den Krawallen nach dem Aufstieg von Dynamo in die 2.Liga haben sie wieder den Nagel auf den Kopf getroffen.

Muskelkraft geht vor Motorkraft?

Um diesen Artikel geht es: Park-Aus am Schillerplatz Dresden: Was wird aus dem Wochenmarkt?

Gisbert Juch per Mail:

In dem Artikel wird Annett Hildebrand zitiert: „Ich musste sehr defensiv fahren, aus Angst vor unvorsichtigen Autofahrern.“ Ist offensives Fahren für sie schon selbstverständlich? Ein defensives Fahren gebieten die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung im § 1. Weiß sie das nicht? Wie „verkehrstüchtig“ ist sie?

Ich frage mich das auch bei einigen anderen regelrechten Pedalrittern, vor allem in ihrem Verhalten Fußgängern gegenüber. „Freie Fahrt für freie Radfahrer“? Wann wird die Straßenverkehrsordnung an ein immer mehr sich einschleichendes Verhalten angepasst, so dass „endlich“ Ampelrot für Radfahrer nicht mehr gilt?

In Umkehrung einer früher gültigen Verkehrsregel jetzt: Muskelkraft geht vor Motorkraft? Die Unfallstatistik sagt häufig nur: „in Zusammenhang mit Radfahrern...“ Wie oft war deren eigenes Anspruchsdenken die Ursache? Ich will hier nicht das auch anderweitig im Straßenverkehr auftretende Rowdytum kleinreden.

Aber das Ansinnen zum Abschaffen des Parkplatzes am Blauen Wunder deutet mir doch sehr auf engstirniges, einseitiges Protegieren hin, koste es was es wolle, und sei es das eigene Renommee.

Schublade Radfahrer gut, Autofahrer böse

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Lothar Fiebig, 01277 Dresden:

Das Absperren der Parkmöglichkeit unterhalb des Blaues Wunders wird selbstverständlich völlig kontrovers diskutiert. Interessant fand ich die Meinungen von Besuchern des Wochenmarktes am Schillerplatz. Darunter war auch eine Frau welche den Markt regelmäßig mit dem Fahrrad besucht und (sicher ungewollt) auf ein Problem aufmerksam gemacht hat, welches auch ohne Autos weiter existiert.

Die Dame beschwerte sich nämlich dass sie in besagtem Bereich immer defensiv fahren musste. Hier beginnt für mich ein Grundproblem. Ich fahre selbst oft Fahrrad, auch auf dem Elbradweg. Und gerade im Bereich Schillergarten, Blaues Wunder ist es für mich selbstverständlich langsam zu fahren. Denn neben den ach so bösen Autos gibt es dort auch noch viele Fußgänger. Eine von Radfahrern wenig beachtete Spezies.

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Und so feiern die Grünen im ideologisch geprägten Stadtrat einen Sieg, der allerdings keiner ist. Mit gegenseitiger Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer hätten die Parkplätze dort erhalten werden können.

Aber mit der Schublade Radfahrer gut, Autofahrer böse gibt es dafür natürlich keine Chance. Die Leidtragenden dieser verfehlten Politik sind wieder mal die durch Corona schon gebeutelten Gewerbetreibenden.

Bürgerfeindlichkeit und Ignoranz

Um diesen Artikel geht es: Park-Aus am Schillerplatz Dresden: Was wird aus dem Wochenmarkt?

Klaus Eckelmann, 01324 Dresden:

Diese Maßnahme ist an Bürgerfeindlichkeit und Ignoranz kaum noch zu überbieten, und unsere gewählten Bürgervertreter im Stadtrat sollten sich schämen, sie abgenickt zu haben.

Nun muss ich auch noch lesen, dass das zu erwartende Aus für Wochenmarkt und Gastronomie Tatsache zu werden scheint, und zwar als Folge solch alberner Scheinargumente wie „Landschaftsschutz“ und „Unfallschwerpunkt“. Älteren Menschen wird nun die Gelegenheit verbaut, im Markt einzukaufen, denn diese sind meist nicht in der Lage, ihre Einkäufe mit dem Fahrrad oder zu Fuß beziehungsweise mit ÖPNV zu transportieren.

Ich selbst bin bisher gern und oft mit dem Auto zum Markteinkauf gekommen und habe dabei noch niemals Probleme mit Radfahrern gehabt, ein wenig Rücksicht auf beiden Seiten reicht völlig aus. Auch eine schützenswerte Landschaft konnte ich an dieser Stelle bisher nicht entdecken. Für mich (82) ist nun auch Ende.

Und dann noch diese gemeine Hinterlist, kurz vor der möglichen Wiedereröffnung der Gaststätten ganz schnell noch die Poller einzupflanzen. Wenn nur alle verkehrsbaulichen Maßnahmen in Dresden so schnell gehen würden.

Wo bleibt die jahrelange Stadtratsdiskussion?

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V. Franke per Mail:

Es ist schon erstaunlich. Unsere Stadt, die sonst nicht aus dem Mustopf kommt und Jahre braucht, um ein Schlagloch zuzukleistern, kann plötzlich blitzschnell Poller aufstellen. Einfach so, innerhalb einer Woche und ohne jahrelange Stadtratsdiskussion.

Es würde mich freuen, wenn die Stadt in allen und vor allem sinnvollen und nötigen Dingen so schnell wäre. Ist sie aber nicht – ein Schelm, wer Schlimmes dabei denkt

Von DNN