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Lokales Schicksalswochen für die Robotron-Kantine
Dresden Lokales Schicksalswochen für die Robotron-Kantine
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07:29 30.01.2019
Symmetrien an der Robotron-Kantine. Quelle: ostmodern.org
Dresden

Die Debatte über den Erhalt der Robotron-Kantine geht in die entscheidende Phase: Die Gremien des Stadtrats befassen sich mit dem Antrag der Fraktion Die Linke zur Thematik. Die Linken fordern, dass die Landeshauptstadt den Flachbau am Deutschen Hygiene-Museum kauft und eine Konzeption für die Nutzung erarbeitet. Das Gebäude sei ein architektonisches Dokument der Ostmoderne, ihm komme ein kultureller Wert zu, heißt es in dem Antrag.

FDP für Abriss

Das Anliegen ist nicht unumstritten. FDP-Fraktionsvorsitzender Holger Zastrow sieht weder einen kulturellen Wert des „unscheinbaren Flachbaus“ noch ein Nutzungskonzept und empfiehlt humorlos den Abriss. Eine Abrissgenehmigung lag längst vor, aber Ende 2017 stoppte der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau die Pläne, das Gebäude zu schleifen und auf der neuen Freifläche den Blüherpark zu erweitern.

Das Netzwerk „ostmodern.org“ hat sich jetzt mit einer Internetseite in die Debatte eingemischt, auf der alle Fakten über die Robotron-Kantine zu lesen sind. Auch die Nutzungsvarianten – im Gespräch sind ein neuer Standort für die städtische Galerie Kunsthaus oder ein öffentlichkeitswirksames Zukunftslabor – stellt das Netzwerk vor.

Individueller Entwurf für einen besonderen Ort

Für den Erhalt, so heißt es, spreche die Tatsache, dass das Gebäude kein Typenprojekt gewesen sei. Die Architekten Herbert Zimmer, Peter Schramm und Siegfried Thiel hätten es eigens für den besonderen Ort individuell entworfen. Das 1969 eröffnete Gebäude biete einen anschaulichen Eindruck von der zur Bauzeit üblichen Zusammenarbeit von Künstlern und Architekten. Brüstungselemente seien aus Betonformsteinen von Friedrich Kracht gefertigt worden. In den Sälen würden sich hochwertig verzierte Wandflächen mit Formsteinen von Eberhard Wolf befinden.

Soll die ehemalige Robotron-Kantine erhalten werden?

Erhalten oder abreißen: Der Dresdner Stadtrat ist sich uneinig, welche Zukunft die einstige Robotron-Kantine in der Lingnerstadt haben soll.

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Die bauliche Substanz des Gebäudes eigne sich hervorragend zur Anpassung an neue Nutzungen, ist „ostmodern.org“ überzeugt. Die Robotron-Kantine könne ein ergänzendes Angebot zum Kulturpalast aufnehmen. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) hatte im vergangenen Jahr eine Studie vorgelegt, wonach die Sanierung der Robotron-Kantine bis zu zwölf Milllionen Euro kosten könnte.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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