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Lokales Schafe gegen Wildwuchs
Dresden Lokales Schafe gegen Wildwuchs
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07:30 21.06.2018
Umweltbürgermeistern Eva Jähnigen stattete den neuen Bewohnern des Trutzsch-Berges am Mittwochmittag einen Besuch ab. Diese hatten jedoch andere Interessen. Quelle: Lisa-Marie Leuteritz
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Dresden

Seit Mitte der Neunziger wächst und gedeiht viel Grün auf dem ehemaligen Militärgelände in Nickern. Zu viel. Vor allem die Brombeeren sind auf dem Vormarsch und können nur mühevoll von den Wegen ferngehalten werden. Um das komplette Areal zu pflegen, fehlen die Arbeitskräfte. Deshalb übernehmen das seit Mai etwa 70 Schafe und eine Ziege. Dafür wurden vier unterschiedlich große Flächen eingezäunt.

Keine Angst vorm Wolf

Und das sogar wolfssicher. Bedeutet: Das Zaungitter verläuft außen noch etwas länger über den Boden und wird mit Erdnägeln befestigt. So kommen Wölfe nicht unter dem Zaun durch. Die Schafe ließen sich auch durch andere Maßnahmen vor Wölfen schützen, wie beispielsweise Herdenhunde. Doch Schäfer Frank Ringling ist dagegen: „Die Hunde würden die Schafe nicht nur gegen Wölfe verteidigen, sondern auch gegen andere Tiere und Menschen, die der Herde zu Nahe kommen. Das ist in einem Erholungsgebiet viel zu gefährlich“. Da sich der „Trutzsch“ nah an der Stadt befindet, macht sich der Schäfer aber wenig Sorgen um seine Tiere.

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Zuflucht für Zauneidechsen und jede Menge Baumpflanzungen

Diese wandern im Abstand von eineinhalb und drei Wochen zwischen den vier Arealen hin und her. Demzufolge ist immer nur eine der vier Flächen verschlossen und alle anderen können jederzeit von Besuchern genutzt werden. Da die Schafe die Blätter der Brombeeren abfressen, werden diese von Jahr zu Jahr kleiner und können so im Zaum gehalten werden.

Neben dem Aufbau der Zäune pflanzte die Stadt in den vergangenen Wochen auch 1850 Flatterulmen. Außerdem bieten 46 Steinhaufen den heimischen Zauneidechsen einen Lebensraum. Auch die Steinhaufen wuchern dank der Schafe nun nicht mehr mit Brombeersträuchern zu.

Hinweise und Anregungen sind erwünscht

Im Herbst soll es auf dem Trutzsch eine große Müllsammelaktion geben. Wer weitere Anregungen zur Nutzung des Areals hat oder Hinweise oder Beschädigungen melden möchte,, kann sich beim Umweltamt unter der Tel.: 488 94­ 27 oder 0176­ 339 67 98 oder per Mail an umwelt.recht1@dresden.de melden.

Von Lisa-Marie Leuteritz