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Lokales Wie Studierende für einen kleinen Tümpel an der TU Dresden kämpfen
Dresden Lokales Wie Studierende für einen kleinen Tümpel an der TU Dresden kämpfen
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22:43 23.09.2019
Die Zukunft des kleinen Teiches, in dem sich Informatik-Student Lutz Thies die Füße kühlt, ist ungewiss. Denn hinter dem Informatik-Bau der TU Dresden soll gebaut werden. Thies und seine Kommilitonen kämpfen dafür, dass das kleine Refugium nicht verschwinden muss. Quelle: Foto: Anja Schneider
Dresden

Es ist mitten in der Nacht, als Lutz Thies und seine Kommilitonen sich auf den Weg zum Andreas-Pfitzmann-Bau auf dem Uni-Campus machen. Mit selbstbemalten Bannern im Gepäck schleichen sie sich die Treppen im Informatikgebäude hoch, hinauf in den zweiten Stock.

Am nächsten Tag, pünktlich zur Feier des 50-jährigen Jubiläums der Informatik, lesen mehrere Hundert Gäste draußen vor dem Gebäude: „Der Teich muss bleiben! Für mehr Grünflächen auf dem Campus!“ Auf einem anderen Banner steht „Save the Teich“. Das war am 19. Juni. Der Teich ist geblieben – vorerst. Doch um welchen Teich geht es, warum sollte er weg und wieso wollen die Studenten, dass er bleibt?

Grüner Treffpunkt zwischen den Vorlesungen

Der Teich, um den es geht, versteckt sich hinter dem Andreas-Pfitzmann-Bau der Technischen Universität Dresden (TUD). Umringt von Schilf, dazwischen Fische im Wasser und Libellen in der Luft – so sieht es im Innenhof der Informatikfakultät derzeit noch aus. „Der Teich ist für uns nicht nur ein Ort der Erholung, sondern auch ein Ort der Kommunikation. Häufig treffen wir uns auf eine Tasse Kaffee und besprechen unsere Forschungsergebnisse am Teich“, sagt Thies.

Diese grüne Idylle könnte jedoch schon bald verschwinden. Dies erfuhren der Informatik-Student Lutz Thies und seine Kommilitonen Anfang des Jahres vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement (SIB). Dieses verwaltet die Flächen der Universität, welche Eigentum des Freistaates sind.

Universität hat kein Mitspracherecht bei der Bebauung

Bei einem Treffen mit Vertretern der TUD verkündete das SIB, dass im Innenhof der Informatik in Zukunft ein Gebäude der Deutschen Luft- und Raumfahrt (DLR) stehen soll. Vom Teich bliebe im Falle des vorgelegten Bauplans des SIB nichts übrig, sagt Lutz Thies. Daran können die Studenten allerdings wenig ändern. Schließlich hat die Uni kein Mitspracherecht bei der Bebauung der Campus-Flächen.

Dennoch positionierten sich die Studenten gegen den geplanten Bau der DLR und schlugen eine Bauvariante vor, welche Teile der Teichanlage retten könnte. Das SIB wollte die Ideen der Universität berücksichtigen, sagt Thies. Dennoch hätten die darauffolgenden Projektunterlagen keine der Vorschläge enthalten.

Studenten-Protest zur Rettung des Teichs

Daher entschied sich Lutz Thies zusammen mit der studentischen TU-Umweltinitiative (tuuwi), dem Fachschaftsrat Informatik (ifsr) und der Gruppe What des Studierendenrats für die Protest-Aktion am 19. Juni. „Kurze Zeit nach „Save the Teich“ meldete sich das SIB mit einer Entschuldigung und zog den ersten Entwurf für das DLR-Gebäude zurück“, sagt Lutz Thies. Zudem hätte das SIB mündlich zugesagt, den Entwurf der Universität, bei dem der Teich gerettet werden könnte, zu übernehmen und künftige Baumaßnahmen besser abzusprechen.

Von Seiten des SIB heißt es hierzu, dass es derzeit keinen konkreten Entwurf für den Bau des DLR-Gebäudes gebe. Anregungen der Universität würden in der weiteren Planung allerdings berücksichtigt. In Bezug auf den Teich heißt es: „Durch die Realisierung des DLR wird voraussichtlich eine Innenhofsituation entstehen, für welche die Außenanlagen neu zu gestalten sind.“

Schwierige Zusammenarbeit zwischen Uni und SIB

Was mit dem Teich passieren wird, bleibt also unklar. Wenn es sein muss, dann werde der Protest allerdings weitergehen. „Notfalls auch mit Sitzblockaden”, kündigt Lutz Thies an.

Zumal es den Studenten nicht nur um den Teich, sondern um den Erhalt aller Grünanlagen auf dem Uni-Gelände geht. Außerdem wollen Thies und seine Kommilitonen sich dafür einsetzen, dass die TUD in Zukunft mehr Entscheidungsmacht über ihre Flächen hat.

„Für jede Sanierung, jeden Neubau und jede noch so kleine Reparatur ist die Uni vollständig auf das SIB angewiesen. Meist haben beide Seiten ganz un­terschiedliche Vorstellungen und am Ende kommt es zu Verzögerungen“, sagt Thies. „Wir hoffen daher, dass der Freistaat der TUD bald endlich die sogenannte Bauherreneigenschaft gibt.”

„Save the Teich“

Informationenzu der Protest-Aktion „Save the Teich“ gibt es im Netz.

Von Laura Catoni

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