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Lokales Sanierung von Fußwegen in Dresden – es geht nicht schnell genug
Dresden Lokales Sanierung von Fußwegen in Dresden – es geht nicht schnell genug
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08:11 01.03.2020
Der Sternplatz wird nicht nur neu gestaltet, sondern erhält auch neue Fußwege. Rechts im Bild ist ein fertiges Stück Gehweg zu erkennen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Die Zahl kann sich sehen lassen: 150 Gehwege hat das Straßen- und Tiefbauamt vergangenes Jahr saniert und dafür 2,5 Millionen Euro ausgegeben. Dennoch spricht Matthias Medicus vom Verein „Dresden zu Fuß“ von einem Sanierungsstau auf Dresdens Fußwegen und einer zu schleppenden Besserung der Lage. Wie passt das zusammen?

Die Hürde: Fußwege pflegen ist wie einen Sack Flöhe hüten

Viel erklärt sich, wenn man den 150 sanierten Wegeabschnitten andere Zahlen gegenüber stellt: 2100 Kilometer Gehwege hat Dresden. „Das ist ein Weg von hier bis nach Lissabon“, sagt Robert Franke, der kommissarische Leiter des Straßen- und Tiefbauamts. Etwa 300 Kilometer davon – ein Siebtel also –, sind nach Zahlen vom vergangenen Jahr dringend sanierungsbedürftig. Von den insgesamt fünf Millionen Quadratmeter Wegefläche könne mit den derzeitigen Bemühungen nicht mehr als ein Prozent im Jahr instandgesetzt werden, sagt Franke.

Das ist schlicht zu wenig. „Wir müssen uns überlegen, ob man nicht mehr Ressourcen in die Fußwegsanierung gibt“, sagt der Amtsleiter deshalb einen Satz, der in der gerade anlaufenden Debatte für den Haushalt der nächsten zwei Jahre Gewicht hat. Bedeutet: Wenn Dresden in Sachen Fußwegepflege in die Gänge kommen will, muss es mehr Geld für Mitarbeiter und Investitionen ausgeben. Wobei auch mit mehr Mitteln der große Befreiungsschlag nicht zu erwarten ist. „Es geht um viele kleine Maßnahmen, um kurze Abschnitte, um Lösungen, die sich in einem lokalen Umfeld auswirken“, sagt Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Merkliche Verbesserungen schafft man so nur mit kontinuierlicher Arbeit.

Der Plan: Ein Konzept sollen die Lage bessern

Der vor Jahren noch stiefmütterlich behandelte Fußverkehr rücke nun stärker in den Fokus, sagt der Verkehrsbürgermeister. Dafür gibt es gute Gründe: Ein Fünftel aller Wege in Dresden wird zu Fuß zurückgelegt, hat die letzte Verkehrsstudie SrV erneut bestätigt. Und jeder Radfahrer, Nahverkehrskunde und Au­tofahrer sei auf dem Weg zum Parkplatz oder der Haltestelle auch Fußgänger, sagt Matthias Pfeil, der im Stadtplanungsamt Beauftragter für Fußverkehr ist. Er hat einerseits die Aufsicht über größere Projekte, die sich meist in Sanierungsgebieten auch auf den Fußverkehr auswirken. Dazu gehören zum Beispiel die nun beginnende Sanierung der Torgauer und Osterbergstraße in Pieschen, wo für 1,25 Millionen Euro bis Sommer auch Straßenbäume gepflanzt werden oder barrierefreie Fußwege entstehen. Oder der Promenadenring, an dessen westlichem Teil der Dippoldiswalder Platz im Mai fertig werden soll.

Wichtiger noch: Matthias Pfeil ist verantwortlich für das Fußverkehrskonzept, von dem ein bedeutender Teil noch dieses Jahr fertig werden soll. Das Konzept soll einerseits eine Strategie formulieren, wie Fußwege in Dresden gestaltet werden. Vor Ort kommt es dann aber immer auf die detailreiche Anwendung dieser Strategie an.

Blick auf die Parkanlage am Sternplatz Quelle: Anja Schneider

Konkreter sind zwei Teile des Konzepts. Bei dem einen werden so genannte Netzlücken erfasst, also Stellen, wo ein Weg fehlt oder weggefallen ist. Und auch solche, wo es zwar einen Weg gibt, dieser aber rechtlich nicht als solcher gesichert ist. Darunter fallen viele Wege durch Wohnanlagen oder Kleingartensparten. „Und dieser An­teil ist höher als der öffentlich gewidmeter Wege“, sagt Pfeil. 537 Netzlücken mit 198 Kilometer Länge werden im Konzept erfasst. „Wir bohren da ein dickes Brett“, sagt Pfeil mit Blick auf die Aufgabe: Wege neu bauen und rechtliche Lösungen finden.

Das zweite Teilkonzept beschäftigt sich mit fehlenden Querungsstellen. 249 sind erfasst, 129 davon in höchster Priorität. Da viele Interessierte am Konzept mitarbeiten, ist die Arbeit sehr langwierig. Er hoffe, dass das Netzlückenkonzept in diesem Jahr fertig werde, der Rest später, sagt Pfeil. Wenn alles fertig ist, will er auch sagen können, wie viel Mitarbeiter und Geld es braucht, um kontinuierlich an den Problemen zu arbeiten. „Auch ein Zeitplan müsste sich ableiten lassen“, sagt Pfeil.

Ein Lösungsansatz: Zusammenarbeit mit Stadtbezirken

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Straßen- und Tiefbauamtsleiter Franke verfolgt einen kurzfristigeren Plan: Er will die Zusammenarbeit mit den Stadtbezirken verbessern. Dafür hat jede der drei auch für den Fußwegebau in Dresden zuständigen Straßeninspektionen eine neue Stelle bekommen. Diese würden nun besetzt, sagt Verkehrsbürgermeister Schmidt-Lamontain.

Ziel sei es, dass Wünsche aus den Stadtbezirken dann von den neuen Mitarbeitern bearbeitet werden, das heißt, so geplant werden, dass gebaut werden kann. „Da braucht es einen gewissen Vorlauf, das geht nicht alles sofort“, sagt Amtsleiter Franke. Aber es ist ein Weg, mehr zu tun, als mit dem diesjährigen Wegebaubudget von zwei Millionen Euro möglich ist. Zumal außer den Stadtbezirken Neustadt und Altstadt alle im vergangenen Jahr noch Gelder übrig hatten. „Wir wollen eng mit ihnen zusammenarbeiten“, sagt Franke. Aber auch das wird sich eher nächstes als dieses Jahr auswirken.

Von Uwe Hofmann

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