Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Sanierung der Albertbrücke – ab Herbst 2019 gibt es eine Baupause
Dresden Lokales Sanierung der Albertbrücke – ab Herbst 2019 gibt es eine Baupause
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:48 03.08.2019
Die meisten Bögen der Albertbrücke sind inzwischen saniert. Genauso wie der Elberadweg unter der Brücke und das Umfeld mit Pavillon. Quelle: Anja Schneider
Anzeige
Dresden

Das aktuelle Niedrigwasser der Elbe hat auch seine guten Seiten. Zumindest für die Bauarbeiter, die an der Albertbrücke beschäftigt sind. Sie haben ein Gerüst unter dem Brückenbogen 9 aufgestellt, der sich eigentlich im Wasser befindet. Derzeit hat ihn die Elbe freigegeben, die Sandsteinbarriere mit großen Bigpacks steht mehr oder weniger nur deshalb vor dem Gerüst, weil man eine Auflage vom Wasser- und Schifffahrtsamt erfüllen musste. „Ende September wollen wir hier fertig sein“, sagt Andreas Gruner, im Straßen- und Tiefbauamt Abteilungsleiter für Brücken und Ingenieurbauwerke.

So sieht die Baustelle Albertbrücke aus

Er hat schon seit längerem mit der Albertbrücke zu tun. Von 2014 bis 2016 hat die Stadt das Bauwerk für rund 21 Millionen Euro grundhaft sanieren lassen und dabei für eine Verbreiterung von Fahrbahn- und Gehwegen gesorgt. Seither ist die Albertbrücke wegen ihrer komfortablen Breite vor allem bei Radfahrern beliebt. Fertig waren die Arbeiten mit der Verkehrsfreigabe auf der Brücke jedoch noch nicht.

Anzeige

Bogensanierung kostet 3,2 Millionen Euro

Das sieht man, wenn man unter der Brücke steht. Dort hat Wasser großen Schaden angerichtet, weil es jahrzehntelang ungehindert durch den Brückenbau laufen konnte. „Wir mussten abwarten, bis die Bögen durchgetrocknet sind“, sagt Gruner. Im vergangenen Jahr begannen die 3,2 Millionen Euro teuren Arbeiten an den 14 Brückenbögen.

Dort mussten ausgesinterte Mineralien von den Sandsteinen und dem Stahlbeton gestrahlt werden, um freien Blick auf die Schäden zu bekommen. „Dann hat der Steinmetz begutachtet, welcher Stein wie stark beschädigt ist“, sagt Gruner. Das gilt zumindest für die Bögen, die mit Sandsteinen verkleidet sind. Andere sind komplett aus Stahlbeton, wieder andere teils aus Sandstein und teils aus Beton. Grund dafür ist die Zerstörung der 1877 erbauten Brücke in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Binnen zwölf Monaten wurde sie anschließend wieder aufgebaut – mit Materialien, die in der schwierigen Nachkriegszeit verfügbar waren.

Pavillon und Umfeld gleich mit aufgehübscht

Das sieht man besonders an dem auf Neustädter Seite gelegenen Bogen 10, wo vor kurzem die Gerüste gefallen sind. Er besteht zu einem Drittel aus Sandstein, der Rest aus Stahlbeton. Vor der Sanierung zeigte er zudem einen tiefen Riss, der wohl noch von den schweren Detonationen bei Kriegsende stammte. Der konnte erst vernagelt und wieder geschlossen werden, nachdem die Sandsteine entfernt waren. Die Stahlbetonfläche, die ebenfalls schlechter erhalten war als gedacht, wurde auf vier bis fünf Zentimeter Dicke entfernt und dann mit Edelstahlbewehrung neu aufgebaut. Sie ist als große graue Fläche neben den hellen Sandsteinen zu erkennen. Bogen 9 ist gänzlich aus Stahlbeton aufgebaut.

Im Zuge der Brückenarbeiten wurde auch das Umfeld aufgehübscht. Dabei hat der Pavillon ein neues Dach und neue Treppen erhalten. Der Radweg, an dieser Stelle eine dünne Asphaltschicht auf holprigen Wassersteinen, wurde ebenfalls erneuert. Nur die Rampe nicht, denn sie wird als Baustellenzufahrt noch gebraucht. „Die sehen wir uns an, nachdem die Bauarbeiten beendet sind“, sagt Brückenfachmann Gruner. Dann werde man Schäden bestimmt beseitigen.

Keine gleichzeitige Sperrung auf Carola- und Albertbrücke

Stellt sich die Frage, wann die Arbeiten beendet sind. Ein akrobatisches Stück Arbeit steht nämlich noch bevor: Die Überarbeitung der Brückenbögen 6 bis 8, die direkt über der Elbe liegen. Dafür müssen Hängegerüste gebaut werden, die auf der Brücke eine von vier Fahrspuren in Beschlag nehmen. „Das wollen wir nicht, wenn gleichzeitig auf der Carolabrücke gebaut wird“, sagt Andreas Gruner.

Der Teil der Carolabrücke, auf dem die Autos in Richtung Albertplatz rollen, soll ab November bis zum Frühjahr 2021 saniert werden. Weil sich dort dann die Fahrbahnen auf die Hälfte reduzieren, will man keine Verkehrseinschränkung auf der benachbarten Albertbrücke provozieren – zumindest nicht über lange Zeit. „Wir sehen uns genau an, wie sich der Verkehr nach der Fahrbahnsperrung auf der Carolabrücke neue Wege sucht“, sagt Gruner. Es könne sein, dass es im Frühjahr 2021 für einige Monate gleichzeitige Baustellen auf Carola- und Albertbrücke gibt. „Ansonsten verschieben wir die Brückensanierung auf der Albertbrücke ins Jahr 2022.“ Danach steht dann wieder die Carolabrücke mit dem mittleren Brückenteil auf dem Plan.

Von Uwe Hofmann

03.08.2019
Lokales Alle Jahre wieder am Elbufer - Dresden im Kaiser-Fieber
02.08.2019
Lokales Sächsische Dampfschifffahrt - Die Weiße Flotte ist gerettet
02.08.2019
Anzeige