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Lokales Safari zu Dresdens ungenutzten Flächen
Dresden Lokales Safari zu Dresdens ungenutzten Flächen
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15:55 20.06.2019
Ein Schauplatz der Rundfahrt war die Brachfläche auf dem ehemaligen Gelände des Plattenwerks am Trinitatisplatz in Johannstadt. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Statt an der Semperoper, dem Blauen Wunder oder am Waldschlößchen machte ein roter Bus der Dresdner Stadtrundfahrt Mittwochnachmittag an eher ungewöhnlichen Orten im Dresdner Stadtgebiet Halt. Im Rahmen der vom Verein Konglomerat e.V. organisierten Raumkonferenz erlebten Politiker und Interessierte eine Stadtraum-Safari durch „bedrohte Quartiere, umkämpfte Räume und gescheiterte Orte“. Ausgerüstet mit Einwegkameras begann die Safari am Kraftwerk Mitte.

Politische Safari-Besatzung

An Bord saßen dabei unter anderem Monika Thomas, Abteilungsleiterin für Stadtentwicklung, Wohnen und öffentliches Baurecht im Bundesministerium für Inneres, Bau und Heimat (BMI), Stefan Szuggat, Amtsleiter im Dresdner Stadtplanungsamt und Annika Schröter vom Amt für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt.

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Stefan Szuggat, Leiter des Stadtplanungsamtes, im Safari-Bus. Neben ihm schießt Monika Thomas aus dem Heimatministerium ein Erinnerungsfoto. Quelle: Anja Schneider

Bei thematisch passend tropischen Temperaturen im Doppeldecker führte die Tour an insgesamt elf Haltestellen vorbei, an welchen Mitglieder verschiedener Initiativen einstiegen und über die Geschichte sowie Nutzungspläne des Ortes informierten.

Ein Stopp war der Gemeinschaftsgarten Johannstadt: An der Pfotenhauerstraße bauen Menschen verschiedener Generationen zusammen Gemüse an und feiern Feste. „Wir merken, dass die Zivilgesellschaft immer mehr bei der Stadtgestaltung mitreden will“, unterstreicht Julia Mertens vom mitwirkenden Verein Ufer-Projekte Dresden.

Knapper Kreativraum

Darüber hinaus führte die alternative Stadtrundfahrt an der Robotron-Kantine und an den beiden abgerissenen achtstöckigen Gebäuden an der Könneritzstraße 25 vorbei. Bis zum Abriss im Frühjahr waren dort Künstler, Start-ups und Kreative zu Hause. An nahezu allen Haltestellen der Safari betonten Engagierte aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen Initiativen, dass die Stadt bei der Nutzung eigentlich vorhandener Flächen im Stadtgebiet enger mit kreativen Akteuren zusammenarbeiten müsse.

Diese Ansicht unterstützt auch Thorsten Deigweiher von der Treberhilfe Johannstadt. Seit dem Ende des selbst gebauten Skateparks „Trini“ auf dem Gelände des ehemaligen Plattenwerks ist die Fläche nach Jahren als Treffpunkt für Jugendliche großteils ungenutzt: „Ohne einen Ort wie diesen wird es immer schwieriger, Kontakt zu Jugendlichen herzustellen“, kritisiert Sozialarbeiter Deigweiher.

Wie es mit solchen Flächen künftig weiter geht, bleibe unklar. Stefan Szuggat, Leiter des Dresdner Stadtplanungsamtes, räumt ein, dass es von Seiten der Stadt momentan keine „Strategie für den Umgang mit Brachflächen im privaten Besitz gibt“.

Die Raumkonferenz des Konglomerat e.V. mit über 50 Veranstaltungen geht noch bis Sonntag. Das Programm ist im Internet unter www.stadtraum.jetzt einsehbar.

Von Aaron Wörz