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Lokales Städtebahn Sachsen steht still: Betrieb komplett eingestellt – erste Ersatzbusse rollen
Dresden Lokales Städtebahn Sachsen steht still: Betrieb komplett eingestellt – erste Ersatzbusse rollen
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12:36 25.07.2019
Die Städtebahn Sachsen hat am Donnerstag den Betrieb eingestellt. Quelle: xcitepress
Dresden

Die Städtebahn Sachsen hat in der Nacht zu Donnerstag ihren Betrieb komplett eingestellt. Das teilte das Unternehmen auf seiner Internetseite mit. Betroffen seien demnach die Linien DresdenKönigsbrück und DresdenKamenz, DresdenHeidenauAltenberg und Pirna – Neustadt – Sebnitz.

„Wir sind genauso überrascht wie die Fahrgäste“, sagte der Sprecher des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO), Christian Schlemper. „Wir arbeiten hier mit Hochdruck an einer Lösung, um die Fahrgäste an ihr Ziel zu bringen.“ Die Mitarbeiter des VVO sprechen derzeit mit allen Busgesellschaften in der Region, um Ersatzbusse zu organisieren. Inzwischen hat der Verkehrsverbund Oberelbe erste Transporte organisiert. Bis Nachmittag soll ein Bus-Fahrplan stehen. Auf der Strecke zwischen Heidenau und Altenberg hat beispielsweise die landkreiseigene Regionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge GmbH (RSVOE) den zeitweisen Betrieb aufgenommen, teilte die Verkehrsgesellschaft mit. Zwischen Pirna und Sebnitz fahren die RVSOE und die Müller Busreisen GmbH.

UPDATE 16:58 Uhr: Ersatzfahrpläne online unter www.vvo-online.de Betriebseinstellung der Städtebahn Sachsen Derzeit...

Gepostet von VVO-Verkehrs­verbund Oberelbe am Mittwoch, 24. Juli 2019

Auch an der Anpassung der Fahrplanauskunft arbeite der VVO, so Schlemper. Noch zeigt die Auskunft alle Städtebahn-Züge an. Als provisorische Lösung rät Schlemper den Fahrgästen: „Man kann unter ’Erweiterte Optionen’ das Verkehrsmittel Zug abwählen, dann sucht das System nur noch Verbindungen mit Bussen.“

Die Städtebahn Sachsen habe ihr Infotelefon auf das Infotelefon des VVO weitergeleitet, sodass alle Anrufe betroffener Fahrgäste dort ankommen. „Den Kollegen im Kundenservice glühen die Ohren“, so Schlemper.

Gründe: schlechte Streckenpflege, Gerichtsprozesse, Geldmangel

Die Gründe für die Betriebseinstellung seien „verschiedene externe Faktoren“, so die Städtebahn Sachsen in einer in der Nacht versendeten Pressemitteilung.

Die Gleistrassen, die die Städtebahn nutzte, seien in einem „schlechten Pflegezustand“. Mehrfach seien Züge mit Bäumen kollidiert, die auf die Zugstrecke ragten oder die auf die Schienen gefallen waren. Das stellte „sowohl für das Anlagevermögen, als auch für die Fahrgäste eine nicht unerhebliche Gefährdung“ dar. „Trotz jahrelanger Bemühungen seitens der Städtebahn Sachsen GmbH wurde hier seitens der DB Netz AG keine nachhaltige Abhilfe geschaffen“, ließ das Unternehmen verlauten. Die Kritik an der DB Netz AG ist nicht neu. Bereits in den vergangenen Jahr hatte Städtebahn-Geschäftsführer Torsten Sewerin mehrfach massive Beschwerden erhoben.
„Faktisch zerstört uns die DB Netz AG zunehmend die Fahrzeugflotte“, sagte Sewerin 2018 gegenüber den DNN.

Durch die Kollisionen seien der Städtebahn „Schäden in einem siebenstelligen Euro-Bereich“ entstanden, die „in langwierigen und teuren Gerichtsprozessen“ verfolgt werden. Das habe die Liquidität des Unternehmens massiv belastet.

„In Folge dessen gab es Diskussionsthemen zwischen verschiedenen Stakeholdern die nunmehr überraschend Ende der vergangenen Woche in einer rechtlichen Auseinandersetzung gemündet haben“, teilte die Städtebahn Sachsen weiter mit. Es gebe „nachhaltige Indizien, dass verschiedene Interessengruppen Absprachen getroffen“ hätten, so das Unternehmen.

Zwar habe man versucht, Lösungen zu finden, die eine sofortige Betriebseinstellung verhindert hätten. “Leider war dies nicht umsetzbar.“

Städtebahn Sachsen beschwert sich über mangelnden Grünschnitt

Wie geht es weiter?

Ob und wann die Städtebahn Sachsen ihren Betrieb wieder aufnimmt, stehe derzeit nicht fest, teilte das Unternehmen mit. Das weitere Vorgehen werde derzeit geprüft. Bis zur Klärung der offenen Rechtsfragen würden alle Fahrzeuge sicher innerhalb von Bahnhöfen abgestellt.

„Es gibt keine rechtliche Grundlage für diesen Schritt“, so VVO-Sprecher Schlemper. Die Städtebahn habe schließlich einen Vertrag, den sie einhalten müsse. Der Verkehrsverbund Oberelbe bestellt die Eisenbahnunternehmen in der Region Dresden und bezahlt diese auch für den Fahrbetrieb. Die dafür nötigen Finanzmittel stellt der Freistaat Sachsen zur Verfügung. Die Schienenanlagen gehören der Deutschen Bahn, für die Instandhaltung ist die DB Netz AG zuständig. Dafür bezahlt der VVO sogenannte Trassenpreise an DB Netz.

Die Städtebahn Sachsen GmbH hatte den Eisenbahnbetrieb auf den Strecken im Jahr 2010 übernommen.

Von RND/iro/ttr

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