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Lokales Sächsische Dampfschiffahrt macht Millionen-Gewinn
Dresden Lokales Sächsische Dampfschiffahrt macht Millionen-Gewinn
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18:06 27.03.2018
Matrose Sebastian Thomas gönnt der Dampfmaschine der „Diesbar“ ein paar Tropfen aus der Ölkanne. Die Dampfschiffahrt startet am Freitag in die Nebensaison. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Rund 1,1 Millionen Euro Gewinn, 499 000 verkaufte Tickets – die Bilanz der abgelaufenen Saison fällt für die Sächsische Dampfschiffahrt günstig aus. „Wir hatten ein gigantisches Jahr“, sagt Geschäftsführerin Karin Hildebrand. Allerdings wird der Überschuss fast vollständig dazu verwandt, den Verlust des Jahres 2015 auszugleichen, als die Weiße Flotte wegen Niedrigwassers drei Monate nur eingeschränkt fahren konnte. Auch 2016 hatte man im August und September mit niedrigen Pegeln zu kämpfen. „Aber es musste nicht eine einzige Fahrt ausfallen“, sagt Hildebrand. Der entscheidende Unterschied zwischen einen „normalen Jahr“, bei dem sich die Dampfschiffahrt gewinnbringend betreiben lasse und einem katastrophalen, das ihr auch zum Verhängnis hätte werden können. Sie hoffe dauerhaft auf normale Verhältnisse an der Elbe, meint Hildebrand. In nicht allzuferner Zukunft wolle sie den rund 500 Eigentümern der Schifffahrtsgesellschaft auch wieder eine Ausschüttung auszahlen.

Sächsische Dampfschiffahrt

Auch die Tochter der Dampfschiffahrt, das Gastrounternehmen „ElbeZeit“, hat einen „soliden sechsstelligen Gewinn“ eingefahren, wie Geschäftsführer Jeffrey Pötzsch sagt. Das Unternehmen ist auch auf dem Flughafen und im Dresdner Zoo aktiv, hat im vergangenen Jahr zudem den Dienstleister „CrashIce“ mit 300 studentischen Aushilfen fürs Gastrogewerbe gegründet.

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Neben dem günstigen Elbpegel dürfte der Verkauf des Motorschiffs „Lilienstein“ an die Fahrgastschifffahrt Oderberg und das Streichen nicht lukrativer Fahrten, etwa die Morgenfahrt nach Meißen, Anteil an der guten Bilanz haben. Hildebrand nennt sie „Personalfahrten“, weil außer dem Personal sonst kaum jemand auf den Schiffen anzutreffen war. Mit dem eingenommenen Geld habe man im Winter sechs Schiffe gleichzeitig in der Laubegaster Schiffswerft überholen können. „Wir mussten nachholen, was wir uns 2015 nicht leisten konnten“, sagt Hildebrand. Einen Betrag knapp unter einer Million Euro habe das gekostet, davon ist etwa die Hälfte in das Salonschiffs „August der Starke“ geflossen.

Auch intern hat das Unternehmen die Winterpause genutzt, um sich neu aufzustellen. So wurden die drei Abteilungen Marketing, Verkauf und Vertrieb zu einer zusammengelegt und haben seit Anfang April eine neue Doppelspitze bekommen: Katja Novotny und Robert Rausch führen dort nun die Geschicke. Außerdem hat Hildebrand eine Leipziger Agentur mit einem „Mystery Check“ beauftragt. Bei 180 Telefonaten wurde die Kundenfreundlichkeit und Beratungsqualität der Service-Center an der Strecke und in der Zentrale überprüft. Im Ergebnis gab es im Februar und März Verkaufsschulungen.

Nachdem man bei Fahrten an den vergangenen vier Wochenenden bereits 4400 Fahrgäste begrüßen konnte, gibt es am Freitag den Auftakt in die Nebensaison. Wermutstropfen: Nach zwei Jahren erhöht die Dampfschiffahrt mal wieder die Ticketpreise. Fahrkarten für Erwachsene werden um zehn Prozent teurer, ermäßigte Karten kosten unverändert. Die Hauptsaison beginnt am 1. Mai mit der traditionellen Dampferparade. Neu sind ein „Werfttag“ am 23. April mit Führungen auf dem Werftgelände in Laubegast, wo die Dampfschiffahrt auch im Sommer Schiffe zu kleineren Reparaturen anlanden lassen will. Beide Fahrten sind ausgebucht. Außerdem ist am 15. Oktober ein Abdampfen als Abschied von der Saison mit drei Schiffen bei einer kleinen Paradefahrt geplant.

Von Uwe Hofmann

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