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Lokales Sächsische Dampfschiffahrt erhöht nach Horrorjahr die Ticketpreise
Dresden Lokales Sächsische Dampfschiffahrt erhöht nach Horrorjahr die Ticketpreise
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07:38 03.04.2019
Der Dampfer „Meissen“ liegt noch bis August auf Kiel. Er erhält unter anderem neue Dieselmotoren. Dietrich Flechtner
Dresden

Gemächlich fließt die Elbe am Laubegaster Werftgelände vorbei. So viel Waser in der Elbe, meint Karin Hildebrand, habe sie seit ihrem Amtsantritt als Geschäftsführerin der Sächsischen Dampfschiffahrt nicht gesehen. Dabei liegt der Pegel Dresden mit zwei Metern nur knapp über dem langjährigen Mittelwert. Hildebrand will damit sagen: Seit sie im Herbst 2013 das Ruder übernommen hatte, gab es nur ein Jahr in dem die Weiße Flotte einigermaßen normal fahren konnten. Ansonsten gilt: Seit Jahren bremst Niedrigwasser die älteste Raddampferflotte der Welt aus. Nachdem 2017 noch 916 000 Euro Gewinn erwirtschaftet werden konnten, reißt das vergangene Jahr wieder ein dickes Minus in die Kassen: 2,2 Millionen Euro weniger Umsatz habe man gemacht, 30 Prozent weniger Passagiere befördert, sagt Hildebrand. Das Minus werde auch das laut Geschäftsführer Jeffrey Pötzsch positive Ergebnis der Gastrotochter Elbezeit, die neben der Bewirtung der Dampferflotte auch auf dem Flughafen und im Dresdner Zoo aktiv ist, nicht ausgleichen können. Was genau unter dem Strich herauskommt, sagt Hildebrand nicht.

Dieselmotoren werden erneuert

Die Botschaft ist jedoch klar: Noch einmal so ein Katastrophenjahr und es wird eng für die Dampfschiffahrt. 120 Tage konnten die Dampfer 2018 nur eingeschränkt fahren, acht Tage gab es einen kompletten Ausfall – trotz aller Bemühungen der Mitarbeiter. Denn die sind das Leben mit dem launischen Fluss gewohnt. „Jeden Morgen haben wir uns getroffen und geschaut, welches Schiff mit wieviel Passagieren welche Fahrt übernehmen kann“, sagt Hildebrand. Der sinkende und steigende Elbpegel, der für jedes historische Schiff spezifische Tiefgang, der sich wandelnde Elbuntergrund, – all das galt es zu berücksichtigen. „Doch das war das letzte Jahr – in dieses blicken wir voller Hoffnung“, sagt Hildebrand.

Dessen Nebensaison beginnt am Freitag mit einer Ticketerhöhung. Je Tarifzone steigen die Ticketpreise um 0,50 bis einen Euro, die Rückfahrtstickets wurden um zwei Euro erhöht. Das habe nichts mit dem miesen Ergebnis 2018 zu tun, sondern sei der allgemeinen Kostensteigerung, auch infolge von Tarifverhandlungen, wie Dampfer-Chefin Hildebrand sagt.

Werftleiter Falk Naumann steht zwischen den beiden Dieselmotoren, die im Dampfer „Meissen“ verbaut werden müssen. Quelle: Dietrich Flechtner

Sie steht zudem vor der schwierigen Aufgabe, größere Investitionen in die Flotte leisten zu müssen, obwohl das Geld dafür eigentlich fehlt. So müssen die Dieselmotoren, die die Stromgeneratoren für Speise- und Getränkeversorgung auf den historischen Schiffen antreiben, allesamt ausgetauscht werden. So will das eine strenge EU-Norm für Dieselabgase. In diesem Jahr wurde das bei den Dampfern „Dresden“, „Diesbar“, und dem mit 140 Jahren ältesten Schiff der Flotte „Stadt Wehlen“ erledigt. Bei der „Meissen“ wird noch bis zum August am Motorentausch und weiteren Instandsetzungsarbeiten im Werftgelände Laubegast gearbeitet. Die „Krippen“, „Pillnitz“ und „Leipzig“ sind nach der Saison dran.

Überlegungen zu Schiffsankauf

Das ist jedes Mal ein größerer Eingriff. Denn die neuen Motoren sind schwerer als die alten, wie Wertleiter Falk Naumann sagt. Deshalb müssen nicht nur Anschlüsse und Leitungen überarbeitet, sondern auch Tanks für Betriebsstoffe und Trinkwasser so in den Schiffen umverlegt werden, dass sie nach den Eingriffen nicht tiefer im Wasser liegen als vorher. „Eine Puzzlearbeit für unsere Werftmitarbeiter“, nennt Hildebrand das. Und die kostet: Allein der Motorentausch ist 800 000 Euro teuer, hinzu kommen Reparaturen und Pflegearbeiten, die nebenbei erledigt werden.

Die EU-Dieselnorm ist übrigens auch der Grund, weshalb das Motorschiff „Bad Schandau“ im vergangenen Jahr verkauft wurde. „Dafür wollte ich die Investition auf keinen Fall zahlen“, sagt Hildebrand. Jetzt dreht das Boot als Ausflugsschiff auf dem Müggelsee in Berlin seine Runden. Hildebrand hat sich zudem über einen Neuzugang Gedanken gemacht: In Heidelberg hat man sich das Motorschiff „Königin Silvia“ angesehen. „Das könnten wir uns gut hier vorstellen, aber nicht nach diesem Jahr“, sagt die Dampfer-Chefin. Grund für das Interesse: Auf dem „Luxus-Eventschiff“ könnten durch den größeren Veranstaltungsraum viel besser und andere Veranstaltungen organisiert werden als auf den beiden Salonschiffen der Flotte.

Das Luxus-Eventschiff Königin Silvia der Weissen Flotte Heidelberg bietet 600 Passagieren Platz. So ein Schiff könnte bald auch in Dresden unterwegs sein, hofft man bei der Dampfschiffahrt. Quelle: Weisse Flotte Heidelberg

Und Feiern an Bord werden mehr und mehr nachgefragt. Man habe einfach festgestellt, das sich das Verhalten der Passagiere verändere – Veranstaltungsfahrten seien ein Renner, wie Marketingfrau Katja Novotny sagt. Deshalb lege der Partydampfer an zwei Abenden erstmals auch in Bad Schandau ab (22.6./31.8.). „Wir haben dort diese Nachfrage und testen das jetzt einmal aus“, sagt Novotny. Und auch die Schiffstaufe der beiden Salonschiffe „Gräfin Cosel“ und „August der Starke“ vor 25 Jahren werde man deshalb groß feiern, kündigt Novotnys Marketingkollege Robert Rausch an. Geplant sei eine Partyfahrt, bei der ein DJ 90er Jahre Musik auflegt (29.6.). Außerdem hat man sich mit Partner Campari eine Cocktailfahrt ausgedacht, die vor allem jüngere Leute aufs Partyschiff locken soll (20.7/10.8.).

Linienfahrt wird gestrichen

Im Gegenzug wird die Linienfahrt 10.10 Uhr von Dresden nach Bad Schandau gestrichen. „40 Minuten eher fährt ein Dampfer nach Königstein und wir haben bemerkt, dass beide Fahrten nicht gut genug ausgelastet sind“, sagt Hildebrand. Das habe man sich mehrere Jahre angesehen und sich dann zur Streichung entschlossen. Ohnehin habe man bei der Dampfschiffahrt bemerkt, dass längere Linienfahrten ohne die Begleitung einer Kapelle oder heimatkundliche Erklärungen weniger nachgefragt sind. „Früher haben das Reisegruppen gern angenommen, jetzt wollen Individualreisende eine meist viel kürzere Dampfertour in ihre Reisepläne einbauen“, sagt Marketingmann Rausch. Deshalb habe man sich beim Fahrplan in dieser Saison mehr um günstige Umsteigebeziehungen gekümmert.

Service

Tickets: Kurzstrecke (20 Minuten) kostet 7,50 Euro, ermäßigt 5 Euro; eine Tarifzone 12 Euro, ermäßigt 8 Euro; zwei Tarifzonen 17 Euro, ermäßigt 12 Euro und ab drei Tarifzonen 22 Euro, ermäßigt 15 Euro; die Rückfahrt ist für 7 Euro, ermäßigt 4 Euro zu haben; eine Strecke vom Terrassenufer nach Pillnitz sind beispielsweise zwei Tarifzonen

Nebensaison geht von Freitag bis 30. April und von 21. Oktober bis 3. November; es werden täglich die Stadtfahrt zu Wasser, die Schlösserfahrt und Fahrten in und aus der Sächsischen Schweiz angeboten

Die Hauptsaison geht von 2. Mai bis 20. Oktober mit Canalettofahrt, Abendfahrt, Abendlicher Schlösserfahrt, Schrammsteinfahrt und der Fahrt entlang der Sächsischen Weinstraße zusätzlich. Nicht alle diese Fahrten finden täglich statt.

Die Wintersaison wurde auf die ersten zwei Januarwochen verlängert und geht nun vom 8. November bis 12. Januar 2020. Neben der Stadtfahrt zu Wasser sind zahlreiche Veranstaltungsfahrten im Programm.

Veranstaltungsfahrten sind im Internet unter www.saechsische-dampfschiffahrt.de zu finden oder an den Verkaufsschaltern Terrassenufer (ab Fr. täglich 9-15 Uhr) und Georg-Treu-Platz 3 (Mo.-Fr. 10-17 Uhr, Sa./So. 10-14 Uhr) zu erfragen. Die nächsten finden Ostern mit Kaffeefahrt und Lunchfahrt sowie am Muttertag mit einer Kaffeefahrt statt.

Von Uwe Hofmann

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