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Lokales Die „Kaisermania“ ist „für Dresden ein Wirtschaftsfaktor“
Dresden Lokales Die „Kaisermania“ ist „für Dresden ein Wirtschaftsfaktor“
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12:20 05.08.2019
Kaisermania in Dresden: Roland Kaiser auf der Bühne. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Roland Kaiser singt am Dresdner Königsufer: Zu der am Freitag beginnenden Konzertserie „Kaisermania“ werden auch in diesem Jahr wieder 48 000 zahlende Besucher und ein paar Tausend Zaungäste erwartet. Im Interview spricht der 67-jährige Künstler unter anderem über die Notwendigkeit, sich immer weiterzuentwickeln, und die positive Wirkung von Musik.

Ihre Konzertreihe „Kaisermania“ vor der Kulisse der Dresdner Altstadt ist inzwischen Kult. Was ist das Geheimnis des Erfolges?

Das hat etwas mit Emotionen zu tun. Es ist sicher so, dass ich mich in die Stadt Dresden verguckt habe und Dresden auch ein wenig in mich. Ich mag die Menschen und die Stadt sehr. Auch die Konzertstätte spielt eine Rolle. Wenn man als Zuschauer auf die Bühne schaut und sieht im Hintergrund die Silhouette der Altstadt, dann ist das ein besonderer Ort. Mittlerweile kommen sehr viele Menschen aus ganz Deutschland und selbst aus dem europäischen Ausland extra zu diesen Konzerten. Die Faszination ergibt sich aus der Spielstätte und dem Programm, das wir bieten.

Fotorückblick: So schön war die Kaisermania 2018

Können Sie sich noch an die Premiere 2003 erinnern? War die „Kaisermania“ damals so etwas wie ein Experiment?

Wir haben mit 3500 Zuschauern angefangen. Es gab damals wie heute Konzerte im Rahmen der Filmnächte am Elbufer. Dann hat sich das bis zu den heutigen Dimensionen entwickelt. Für mich ist das ein Umstand, für den ich sehr dankbar bin, der mich aber auch demütig macht. Wir sind jedes Jahr bemüht, unsere Leistung zu optimieren und den Leuten auch etwas Neues anzubieten.

Das erwartet das Dresdner Publikum

Es gibt also jedes Jahr eine neue Dramaturgie? Was kann das Publikum beim Jahrgang 2019 erwarten?

Wir haben stets eine Mischung aus großen Hits und neuen Songs. Aber auch die alten Titel aus meiner 45-jährigen Laufbahn holen wir mit den Arrangements in die heutige Zeit. Wir legen in diesem Jahr viel Wert auf Tempo. Die Songs sollen frisch daherkommen. Außerdem haben wir an den Contents auf den großen LED-Wänden der Bühne gearbeitet. Die Show ist sehr zeitgemäß.

Die „Kaisermania“ ist für viele wie ein Ritual. Besteht bei einem Ritual nicht auch die Gefahr, dass es irgendwann erstarrt?

Man muss immer darauf achten, dass man sich als Künstler weiterentwickelt und sein Programm erneuert. Dann erstarrt auch nichts.

Dresdner Gaststätten und Hotels profitieren

Die Serie von vier Konzerten am Elbufer ist schon im Jahr zuvor binnen weniger Minuten komplett ausverkauft. Ist das inzwischen ein Großereignis für die sächsische Landeshauptstadt?

Zumindest ist das für Dresden inzwischen ein Wirtschaftsfaktor. Davon profitieren die Gaststätten und Hotels. Da kommen viele Gäste in die Stadt, die erleben nicht nur das Konzert, sondern auch Dresden und seine Einwohner, ihre Gastfreundschaft. Es immer wieder schön für mich zu spüren, wie positiv die Atmosphäre an den betreffenden Wochenenden in der gesamte Stadt ist.

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass sie 2020 mit dem Paul-Lincke-Ring geehrt werden. Was bedeuten Ihnen Auszeichnungen?

Das betrachte ich als Wertschätzung meiner Arbeit. Es ist schön, wenn diese Arbeit von anderen bemerkt wird.

Die Jury für den Lincke-Ring hat ihre Lieder als Botschaften für die Liebe und gegen den Hass gewürdigt. Brauchen wir solche Botschaften gerade in Zeiten von Hate Speech und Polarisierung?

Menschen, die wie ich eine Stimme haben, der man zuhört, stehen in der Pflicht. Wenn sie merken, dass es in unserem Land Entwicklungen gibt, die man nicht gutheißen kann, dann müssen sie ihre Stimme erheben und für eine Verbesserung der Situation kämpfen. Als ich damals auf einer Kundgebung als Reaktion auf Pegida in Dresden auftrat, habe ich mich nicht gegen etwas gestellt, sondern für Toleranz, Mitmenschlichkeit und den Dialog geworben. Das war mir wichtig, und das ist bei den Leuten auch so angekommen.

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Künster müssen ihre Stimme erheben

Kann die „Kaisermania“ mit jeweils 12.000 Fans vermutlich ganz unterschiedlicher politischer Gesinnung so etwas wie versöhnen?

Bei diesen Konzerten haben alle ein gemeinsames Ziel: Sie wollen bei guter Stimmung einen schönen Abend verbringen, Musik hören oder Musik machen. Das gelingt jedes Mal. Künstler müssen ihre Stimme erheben, aber immer auch für den Dialog sein. Sie tragen dazu bei, dass die Gespräche nicht abreißen.

Was wissen Sie über ihre internationale Fangemeinde?

Vor zwei Jahren sprach mich im Hotel eine Dame an. Sie war mit einer Gruppe von Frauen aus Südfrankreich angereist, extra wegen der „Kaisermania“. Sie meinten, sie würden von den Texten zwar kaum etwas verstehen, aber die Stimmung genießen. Das hat etwas mit der Stadt, der Musik, dem Abend und dem Blick auf die Altstadt zu tun. Die „Kaisermania“ ist ein Gesamtereignis.

Von RND/dpa

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