Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Rechnerwolken statt Süßkram im Schokopack-Hochhaus
Dresden Lokales Rechnerwolken statt Süßkram im Schokopack-Hochhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:37 27.06.2019
Itelligence hat das Schokopack-Hochhaus in Dresden-Reick umgebaut. Quelle: Heiko Weckbrodt
Dresden

Wo einst DDR-Ingenieure Verpackungsmaschinen für Süßigkeiten entwarfen, digitalisieren heute Systemarchitekten die Müsliproduktion und designen Rechnerwolken („Clouds“) für Stahlwerke:

Binnen zwei Jahren hat das Software-Unternehmen Itelligence das ruinöse Schokopack-Hochhaus an der Breitscheidstraße saniert und zu seiner neuen Dresdner Niederlassung umgebaut.

Itelligence-Sachsenchef Lars Janitz Quelle: Heiko Weckbrodt

Die Tochter des japanischen Konzerns „Nippon Telegraph and Telephone“ (NTT) hat rund 20 Millionen Euro in die Rekonstruktion des denkmalgeschützten Elfgeschossers gesteckt. „Diese Investition ist für Itelligence ein klares Bekenntnis zum Standort“, betonte der Vorstandsvorsitzende Norbert Rotter. „Dresden entwickelt sich für Itelligence zu einem wichtigen Standort im globalen Unternehmensnetzwerk.“

300 IT-Spezialisten

Rund 300 Spezialisten entwickeln hier nun für Kundenunternehmen digitale Geschäftsprozesse, beraten sie beim Einsatz von Betriebswirtschafts-Programmen der deutschen Softwareschmiede SAP und helfen ihnen dabei, ihre Firmengeheimnisse in der Cloud zu sichern. Dafür nutzt die Dresdner Niederlassung auch ein Itelligence-Rechenzentrum in Bautzen.

Dresden bietet mit seiner Hochschullandschaft inklusive der Exzellenzuniversität, seinen Forschungseinrichtungen, dem informationstechnologischen Fokus der Landesregierung und der Branchenvielfalt gute Voraussetzungen für unser geplantes Wachstum“, erklärte Itelligence-Sachsenchef Lars Janitz die Entscheidung.

„Und wir wollten auch etwas für die Stadt tun“, ergänzte Einkaufschef Frank Schwabe. „Wir hätten auch auf der grünen Wiese etwas bauen können, konnten aber dann doch den Vorstand überzeugen, lieber diesen Schandfleck im Stadtbild zu beseitigen.“

Zum Hintergrund

Die Assistentinnen Julia Fries (l.) und Maria Steusloff schreiten die sanierten Gänge ab. Quelle: Heiko Weckbrodt

Ab 1957 erhielt der VEB Schokopack einen neuen Firmensitz. Dafür bekam der staatliche Maschinenbaubetrieb das erste DDR-Hochhaus in Stahlbeton-Skelettbauweise.

Später übernahm das Nagema-Kombinat den Komplex. Seit der Wende vergammelte das Haus aber zusehens. Vandalen schlugen im Innern fast alles kurz und klein. Auch äußerlich verfiel das braune Gebäude immer mehr, steht aber seit 2008 unter Denkmalschutz.

2017 kaufte dann die NTT-Tochter das Objekt und ließ es zum „IT-Campus“ umbauen. Dabei retteten die Handwerker eine noch unzerstörte Weltkarte aus Meißner Porzellan, die nun einen Besprechungsraum ziert. Außerdem legten Gärtner als Referenz an die Mutter in Fernost einen japanischen Garten am Entree an.

Jedes Jahr soll es größer werden

Im Hochhaus haben neben den 300 Itelligencern noch ein paar hoch spezialisierte kleinere Partnerfirmen ein paar der 77 Büros und rund 9000 Quadratmeter Nutzfläche bezogen. Ganz ausgelastet sind die Etagen noch nicht. Allerdings könnte es in ein paar Jahren schon wieder eng werden: „Wir wollen hier jedes Jahr um zehn Prozent wachsen“, kündigte Norbert Rotter an.

Für bis zu 500 Mitarbeiter sei der Standort an der Breitscheidstraße ausgelegt – wenn das Unternehmen auch noch den benachbarten Schokopack-Viergeschosser auslastet.

Von Heiko Weckbrodt

Im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten haben Dresdner Gymnasiasten sehr erfolgreich abgeschnitten. Am Mittwoch konnten die Forscher ihre Preise entgegennehmen.

26.06.2019

Mit der Aufschrift „Unsere Träume brauchen Räume“ haben Dresdner Aktivisten am Mittwoch weitere Hausbesetzungen in Dresden angekündigt. Die anonyme Gruppe hatte bereits im Rahmen der BRN ein Haus an der Königsbrücker Straße scheinbar besetzt.

26.06.2019

Ab Sonnabend öffnet im Innenhof des Dresdner Zwingers eine Filmkuppel für Besucher. Auf einer vier Mal 30 Meter großen Leinwand kann man in einer 270-Grad-Projektion einen kleinen Teil eines spektakulären Hochzeitsfestes miterleben, das an diesem Ort vor 300 Jahren stattfand.

26.06.2019