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Lokales Ratskeller wartet auf Möbel
Dresden Lokales Ratskeller wartet auf Möbel
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08:04 23.11.2018
Mit Liebe zum Detail saniert: der Ratskeller soll als Kantine öffnen. Nur ein Zeitpunkt steht noch nicht fest. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Nun sind die Möbel das Problem. Weil die Möbelindustrie Lieferschwierigkeiten hat, kann die Stadtverwaltung noch nicht sagen, wann der Ratskeller nach langjähriger Sanierung wiedereröffnet wird. „Wir sind mit den Anbietern in Verhandlungen“, erklärte Stadtsprecher Kai Schulz auf Anfrage der DNN.

Heißt: Die mehrfach verschobene und zuletzt für den 2. Januar 2019 vorgesehene Eröffnung verzögert sich weiter. Was auch mit einer Erweiterung des Nutzungskonzeptes zusammenhängt: Zunächst wollte die Verwaltung die historischen Gewölbe unter dem Rathaus als Veranstaltungsstätte nutzen. Dafür erteilte die Bauaufsicht im Mai die Genehmigung.

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Ehe der Ratskeller im Mai eröffnet wurde, erweiterte die Verwaltung ihr Konzept und plante zusätzlich mit einer Mitarbeiterversorgung für bis zu 400 Personen. Dafür investierte das Rathaus nach Angaben von Schulz noch einmal 414 000 Euro aus Eigenmitteln. Per Ausschreibung wurde ein Caterer gesucht, die Vergabe soll in den nächsten Tagen erfolgen.

Ende November sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann würden die technischen Anlagen in Betrieb genommen, später würden die behördlichen Abnahmen durchgeführt. Danach müssten nur noch die Möbel geliefert werden, bis der Ratskeller in Betrieb gehen kann.

Der Ratskeller war bei der Flut 2002 schwer beschädigt worden. Die Stadt investierte in den vergangenen Jahren rund 1,5 Millionen Euro in die Schadensbeseitigung und die Restaurierung der Gewölbe. „Die Ausschreibungszeiträume für öffentliche Aufträge und die Lieferzeiträume der Firmen bestimmen den Zeitrahmen einer Baumaßnahme“, erklärte Schulz. Ein Ausschreibungsprozess dauere in der Regel drei bis sechs Monate. „Die derzeit gute Marktlage sorgt für überteuerte bis hin zu gar keinen Angeboten.“ Deshalb habe die Verwaltung einzelne Ausschreibungen wiederholen müssen.

Die unterschiedlichen Gewerke bei einem komplexen Vorhaben müssten koordiniert werden, erklärte Schulz das Problem. „Bestimmte Maßnahmen sind auf Vorarbeiten anderer Gewerke angewiesen. All diese Tatsachen führen dazu, dass der Ausbau verzögert wurde.“

Stadtrat Thomas Blümel (Bürgerfraktion) hat sich regelmäßig für die Sanierung und sinnvolle Nutzung des Ratskellers eingesetzt. „Wir finden es gut, dass eine Mitarbeiterversorgung im Rathaus möglich wird. Über den Zeitablauf können wir nur den Kopf schütteln. Die alten Ägypter haben ihre Pyramiden schneller gebaut“, meint Blümel.

Von Thomas Baumann-Hartwig