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Lokales Ratskeller soll Kantine werden
Dresden Lokales Ratskeller soll Kantine werden
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11:17 02.05.2018
Der Ratskeller soll nun doch gastronomisch genutzt werden. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

 Gute Nachrichten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses und in den Geschäften und Büros der Innenstadt: Der Ratskeller soll als eine Art Kantine ans Netz gehen. „Wir bereiten eine Ausschreibung für ein Catering für Mitarbeiter und Externe sowie für eine Sitzungs- und Veranstaltungsversorgung vor“, teilte das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung mit.

Eigentlich sollte der Ratskeller nicht mehr gastronomisch genutzt werden, doch jetzt hat es ein Umdenken in der Verwaltung gegeben. Möglicherweise im Zusammenhang mit einer Besichtigung der Räume, bei der ein gastronomisch bewanderter Dresdner Unternehmer zugegen war. Dabei könnten neue Ideen für das traditionsreiche Kellergewölbe entwickelt worden sein.

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Ende Oktober 2017 soll der Ratskeller wieder in Betrieb gehen. Aber nicht als Restaurant, sondern als Versammlungsraum. Die Stadt hat trotz mehrfacher Ausschreibung kein Konzept für eine gastronomische Nutzung erhalten. Nun sollen Veranstaltungen mit Catering stattfinden

Immerhin: Die Stadt hat es sich bis jetzt 1,5 Millionen Euro kosten lassen, um den bei der Flut 2002 schwer beschädigten Ratskeller zu sanieren und zu restaurieren. Die Arbeiten zur Beseitigung der Brandschutzmängel sind jetzt abgeschlossen. Nun müssten die Räume noch ausgestattet werden, so das städtische Amt. Unter anderem sollen die technischen Voraussetzungen für Präsentationen geschaffen werden.

Neben einer Mittagsversorgung sollen die Räume für Veranstaltungszwecke genutzt werden. Auch Privatpersonen sollen die Räume mit kurzfristigen Mietverträgen nutzen können. Eine Catering-Küche ist laut Amt vormontiert worden, was heißt: Vorgekochte Speisen können im Ratskeller erhitzt werden. Das Catering ist für die maximale Nutzung mit bis zu 400 Personen ausgelegt.

Es gibt noch eine gute Nachricht zum Ratskeller: Die Arbeiten zur Beseitigung der Brandschutzmängel sind abgeschlossen. Die nächste Nachricht ist schon schlechter: „Die Nutzung der Räume wird voraussichtlich bis Ende 2018 möglich sein“, heißt es aus dem Amt.

Thomas Blümel: Konzept positiv, Sanierungsdauer erschreckend

Ursprünglich sollte der Ratskeller Ende 2017 in Betrieb gehen, dann im April 2018. Die Verzögerungen seien in der derzeitigen Marktlage begründet, erklärte das Amt. Beispielsweise habe die Verwaltung die Ausschreibungen für Spritzbetonarbeiten für die statische Ertüchtigung mehrfach wiederholen müssen, um die kalkulierten Kosten auch einhalten zu können. Der Bauboom lässt grüßen – es wird immer schwerer, Handwerker zu finden, die dazu noch preisgünstig arbeiten.

Thomas Blümel, Geschäftsführer der SPD-Stadtratsfraktion, die sich intensiv um den Ratskeller kümmert, sieht das Konzept mit einer Kantine positiv. „Es geht ja nicht nur um das Grundbedürfnis Ernährung, sondern auch um das Bedürfnis nach Kommunikation. Hier könnten die Mitarbeiter verschiedenster Ämter zusammenkommen.“ Die Zeitspanne bis zur Eröffnung der Räume hält Blümel für „erschreckend“. „Wenn das so weitergeht, wird der Ratskeller zum kleinen Bruder des Berliner Flughafens, habe ich schon vor einem halben Jahr gesagt, als noch von April 2018 die Rede war.“

Der Ratskeller wurde 1910 als Weinkeller eingeweiht. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg eröffnete am 1. März 1966 die HO-Gaststätte „Ratskeller“ in dem Gewölbe ihre Pforten. Nach der Flut 2002 schloss das Restaurant seine Pforten.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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