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Lokales Rathaus warnt vor Verkehrschaos in der Adventszeit
Dresden Lokales Rathaus warnt vor Verkehrschaos in der Adventszeit
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14:16 18.11.2018
Vom Messering in reichlich zehn Minuten auf die Weihnachtsmarktmeile. Stadt und DVB werben dafür, im Adventsverkehr die Öffentlichen zu nutzen. Zum Beispiel vom großen P+R-Platz an der Messe Dresden. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Ein Mann, ein Appell: „Besuchen Sie das weihnachtliche Dresden, aber lassen Sie das Auto bitte draußen stehen.“ Das sagt Straßen- und Tiefenbauamtsleiter Reinhard Koettnitz allen, die in den kommenden Wochen ins weihnachtsmarktverrückte Dresden kommen wollen. Die Alternative ist für ihn klar: „Die Regionalbahnen, die S-Bahnen und natürlich unsere Straßenbahnen“, zählt er auf. Es ist wohl der flammendste Appell für den Öffentlichen Personennahverkehr aus seinem Munde.

In der Adventszeit droht der Landeshauptstadt mal wieder der Verkehrskollaps. Einige Baustellen in der Innenstadt, etwa auf Augustusbrücke, Rathenauplatz oder an der Havariestelle an einer Fernwärmeleitung auf der St. Petersburger Straße machen die Sache nicht besser. Koettnitz berichtet von 45 Minuten langen Autofahrten von Straßburger Platz bis zum Dr.-Külz-Ring, von der hundertprozentigen Auslastung der Parkhäuser in der Innenstadt. Fazit: Wer es kann, sollte sein Auto von der Weihnachtsmarktmeile zwischen Hauptbahnhof und Albertplatz fernhalten.

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Und da kommen die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) ins Spiel. Die Stadt verweist schließlich auf mehrere „Park-and-Ride“-Plätze (P+R) außerhalb des Stadtzentrums, allen voran den großen und kostenfreien an der Dresdner Messe. Mehr als 800 Autos finden dort Platz, anders als die Innenstadt war er in den vergangenen Jahren in der Weihnachtszeit noch nicht ausgelastet. Der Platz ist zum Beispiel von der Autobahnabfahrt Dresden-Altstadt ausgewiesen. Dort angekommen sollen die Striezelmarktbesucher in die Straßenbahn einsteigen. Die Linie 10 fährt im Zehnminutentakt und ist in 13 Minuten am Hauptbahnhof, am Wochenende wird zusätzlich die Linie 20 im Viertelstundentakt eingesetzt. Als eine Art Striezelmarkt-Shuttle ist sie binnen elf Minuten am Altmarkt und damit mitten im Geschehen. Für den Ticketverkauf setzen die DVB extra Personal vor Ort ein.

Nicht die einzige zusätzliche Stelle im Adventsverkehr. 30 extra Dienste haben die DVB auf dem Zettel. Sie resultieren vor allem aus zusätzlichen Fahrten. So fahren Straßenbahnen der Linie 4 von Montag bis Sonnabend bis 21 Uhr im Zehn-Minuten-Takt. Trams der Linien 3, 7, 9 und 11 sowie Busse der Linie 62 sind sonnabends bis 19.30 Uhr alle zehn Minuten unterwegs. Hinzu kommen zusätzliche Einsätze der Linien 1, 8 und 9 am 9. Dezember, der verkaufsoffen ist. Dann sind die Straßenbahnen der genannten Linien anders als sonst alle Viertelstunden unterwegs.

Ansonsten kehren die DVB an Fahrzeugen alles raus, was geht. Anders als üblich sind auch an den Wochenenden die langen Straßenbahnen im Einsatz. Und es werden ein paar extra Umläufe eingeplant, damit die Bahnen am Endhalt nicht gleich mit einer Verspätung wieder auf die Strecke gehen. Denn trotz aller Appelle von Koettnitz rechnet man bei den DVB mit vollen Straßen. Nachdem die Staufalle Marienstraße in diesem Jahr durch dauerhafte Sperrflächen entschärft wurde, dürfte der Dippoldiswalder Platz ein Schwerpunkt sein. In den vergangenen Jahren hat die Stadt versucht, das Verkehrschaos dort einigermaßen in den Griff zu bekommen, indem sie das Linksabbiegen in die Parkhauseinfahrt der Centrum-Galerie an der nahen Reitbahnstraße untersagte. Das sollte diesen Parksuchverkehr vom Dippoldiswalder Platz nehmen, sorgte aber eher für eine Verlagerung chaotischer Zustände auf die Reitbahnstraße, weil viele Autofahrer dort ihrer Kreativität bei Wendemanövern freien Lauf ließen. In diesem Jahr ist deshalb das Linksabbiegen erlaubt – was große Befürchtungen für den Dippoldiswalder Platz nährt. Um überhaupt eine Chance zu haben, den Platz zu queren, halten Busse der Linie 62 deswegen in der Adventszeit in Richtung Georgplatz nicht an der Haltestelle Reitbahnstraße.

P+R-Plätze

Messe Dresden, Messering, 800 Plätze

Industriegelände, Elisabeth-Boer-Straße, 120 Plätze

Kaditz, Kötzschenbroder Straße/Washingtonstraße, 195 Plätze

Klotzsche, Zur Neue Brücke, 35 Plätze

Gompitz, Gompitzer Höhe, 46 Plätze

Pennrich, Oskar-Maune-Straße, 48 Plätze

Reick, Lohrmannstraße, 21 Plätze

Prohlis, Langer Weg, 67 Plätze

Weixdorf, Platz des Friedens, 24 Plätze

Von Uwe Hofmann