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Lokales Stadt sieht wenig Bedarf für Kinderbetreuung im Rathaus
Dresden Lokales Stadt sieht wenig Bedarf für Kinderbetreuung im Rathaus
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10:20 24.01.2019
Trostloser Teppich: Unter anderem diese Spielfläche wurde jetzt im Rathaus in Dresden geschaffen. Quelle: DNN
Dresden

Die Diskussion um die Kinderbetreuung im Rathaus ist erneut entbrannt: Es gehe damit nicht voran, monierte die Stadtrats-SPD am Donnerstag. „Es kann doch nicht so schwer sein, beim Jugendamt, dem Sozialamt und anderen Ämtern und Verwaltungsstandorten mit vielen Besucherinnen und Besuchern Möglichkeiten zur Kinderbetreuung einzurichten“, schimpfte der sozialpolitische Sprecher Vincent Drews.

Hintergrund ist ein schon einige Zeit zurückliegender Beschluss: Im November 2017 war eine Initiative von Linken, SPD und Grünen vom Stadtrat beschlossen worden. Als Beitrag zur Familienfreundlichkeit in der Landeshauptstadt wurde der Oberbürgermeister aufgefordert, die von 2008 bis 2014 schon angebotene Kinderbetreuung im Rathaus wieder aufzunehmen. Das Angebot sollte sich an Eltern richten, die im Rathaus Be­hördengänge erledigen oder an Stadtratssitzungen teilnehmen. In der Nähe des Eingangsbereichs sollten dafür Räume zur Verfügung gestellt werden, die während der üblichen Öffnungszeiten des Rathauses oder auf Anmeldung zu Zeiten der Stadtratssitzung unentgeltlich genutzt wer­den können. Für ein paar tausend Euro sollte Spielzeug beschafft werden. Es gab 55 Ja-Stimmen von 59 anwesenden Stadträten.

Stadt: Eltern wünschen keine separaten Räume

Doch passiert ist bislang nichts – zumindest fast. In einem ersten Zwischenbericht im Mai 2018 erklärte die Stadtverwaltung, dass es mit der Kinderbetreuung im Rathaus erst „nach Abschluss des zweiten Realisierungsabschnittes der Brandschutz- und Komplettsanierungsmaßnahmen“ losgehen kann. Schon damals verwiesen Baubürgermeister und OB darauf, dass eine Verlängerung der Nutzungsgenehmigung des Rathausgebäudes über 2019 hinaus von organisatorischen Änderungen abhängt. Aufgrund bestehender Brandschutzdefizite müssen besucherintensive Ämter bald ausziehen. In den nächsten Monaten wird damit begonnen. Da dann nur noch 200 Mitarbeitern im Rathaus tätig seien aus Ämtern mit wenig Besucherfrequenz, sei „die Einrichtung einer Kinderbetreuung zu hinterfragen“. Das wäre hier „rausgeschmissenes Geld“, formulierte es OB Dirk Hilbert im Jugendhilfeausschuss ganz drastisch.

Doch auch an den Interimsstandorten der zeitweise ausziehenden Behörden wie Jugendamt und Kita-Eigenbetrieb wird es keine separaten Räume für Kinderbetreuung geben. Die betroffenen Ämter würden dafür keinen Bedarf sehen, weil die Eltern ihre Kinder für die Zeit des Gesprächs nicht abgeben würden. So soll es in den Ämtern besonders große Wartebereiche mit Spielecken geben. An diesem Stand habe sich nichts geändert, teilten die zuständigen Verwaltungschefs Ende 2018 mit.

Bauarbeiten am Rathaus verzögern sich

Die SPD gibt die Idee von separaten Räumen für die Kinderbetreuung jedoch nicht auf. Befürchtet aber, dass es damit erst nach Abschluss der Gesamtsanierung des Gebäudes am Külz-Ring, „die bis 2026 geplant war“, etwas werden könnte. „Auch während der Bauzeit des Neuen Rathauses gibt es besucherintensive Bereiche der Stadtverwaltung, bei denen Eltern eine Betreuung für ihre Kinder angeboten werden sollte“, stellte Drews fest. „Wir fordern, dass diese Betreuung gewährleistet wird, egal wo diese Ämter hinziehen oder sich befinden.“ Zumal sich die Bauarbeiten inzwischen weiter verzögerten und wohl nicht vor 2026 beginnen würden. Mit den entsprechenden Folgen „für die geforderte Kinderbetreuung im Rathaus“.

Ganz nutzlos verstrichen sind die letzten Monate nicht. Im Erdgeschoss und im 1. Stock liegen seit letzter Woche zwei Teppiche, von vielleicht zwei Quadratmetern Größe. Im ganzen Gewirr aus Brandschutzbestimmungen, Furcht vor Stolperfallen bei Massenpanik und was es nicht sonst noch alles für Vorschriften gibt, war dies offenbar die einzige genehmigungsfähige Variante. Das sei „nicht wirklich zufriedenstellend“, zeigte sich die Kinderbeauftragte Anke Lietzmann schon zerknirscht. Die Kinder müssen nun zumindest nicht mehr auf dem blanken Stein spielen – wenn sie den in der Ecke liegenden Teppich finden.

Von Ingolf Pleil

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