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Lokales Räumungsverkauf im Dresdner Traditions-Spielzeugladen am Blauen Wunder
Dresden Lokales Räumungsverkauf im Dresdner Traditions-Spielzeugladen am Blauen Wunder
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09:26 21.11.2019
20 Jahre lang hat Gerlinde Möhres – mit Unterstützung ihres Mannes Karl-Peter – den Spielzeugladen am Angelsteg geführt. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Es ist Vormittag, 10 Uhr, und die Kunden geben sich im kleinen, aber feinen Spielzeugladen von Gerlinde Möhres am Schillerplatz geradezu die Klinke in die Hand. „Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe“ steht groß an den Schaufenstern. Nach 20 Jahren ist am 31. Dezember Schluss.

Da hoffen sicher viele auf Schnäppchen. Es sind aber auch einige, die sich extra auf den Weg gemacht haben, um Gerlinde Möhres noch einmal zu besuchen und der Inhaberin ihr Bedauern über den Entschluss auszudrücken, das Geschäft zum Jahresende zu schließen.

Nicht nur Broterwerb, sondern Leidenschaft

Manche waren schon als Kind mit ihren Eltern im Laden und kaufen jetzt für ihre Kinder ein, andere mittlerweile nicht mehr für ihre Kinder, sondern für ihre Enkel. Die Kunden kommen durchaus nicht nur aus dem Stadtteil, sondern aus ganz Dresden, der eine oder andere auch aus dem Umland.

Denn Spielzeugläden gibt es viele, solche wie den am Blauen Wunder aber kein zweites Mal. Das Sortiment ist handverlesen. „Man muss das Richtige aus dem riesigen Angebot rauspicken. Wir haben Wert auf klassische Spielwaren gelegt, die die Kreativität fördern und einen hohen Spielwert haben. Und uns waren ein ausgewogenes Sortiment und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis wichtig“, bringt es Gerlinde Möhres auf den Punkt.

Für sie war der 60 Quadratmeter große Laden nicht nur Broterwerb, sondern Leidenschaft. Immer gut beraten worden sei man hier, sagt uns eine Kundin, die mit Weihnachtsgeschenken für ihre Enkel aus dem Laden geht.

Auch außen liebevoll dekoriert: Der Spielzeugladen Möhres am Schillerplatz. Quelle: Anja Schneider

So manche Kundin hätte sogar eine Träne verdrückt, ist Karl-Peter Möhres gerührt. Der Banker und studierte Betriebswirtschaftler, der beruflich eigene Wege gegangen ist, hat seine Frau all die Jahre unterstützt. Anders wäre es auch gar nicht gegangen, wenn beide berufstätig sind und zusammen drei Kinder haben. Doch auch die sind mittlerweile längst erwachsen.

„Ich bin jetzt 66 Jahre alt, mein Mann ist 73, wir ziehen jetzt aus Altersgründen einen Schlussstrich“, sagt Gerlinde Möhres. Im Januar 2000 habe sie das Spielzeuggeschäft von Familie Meyer übernommen. „Fast 20 Jahre ist das jetzt her...“

Druck durch Filialisten und das Internet

Ein bisschen Wehmut schwingt schon in ihren Worten mit. Aber auch Freude auf die Zeit, die jetzt kommt, in der beide mehr voneinander haben, nach Lust und Laune wandern und reisen, aber sich auch im Stadtteil weiter engagieren wollen. Denn in Dresden fühlt sich das Paar, das Anfang der 1990er Jahre aus Würzburg kam, wohl. Karl-Peter Möhres hat, wie er sagt, mittlerweile „ein gutes halbes Dutzend gemeinnützige Vereine bei der Gründung begleitet“, darunter die Filmgalerie oder auch den Schiller & Körner in Dresden e.V. Beide sind gespannt, was die Zukunft bringt.

Was die nahe Zukunft des Spielzeugladens betrifft, ist das Paar optimistisch. Mit drei Interessenten sei man im Gespräch. „Wir gehen davon aus, dass es im Geschäft im neuen Jahr weitergeht.“

Doch die Entwicklung am Schillerplatz und generell im Handel sehen Möhres kritisch. „In den letzten vier, fünf Jahren haben hier am Schillerplatz um die zehn inhabergeführte Geschäfte zugemacht“, so Karl-Peter Möhres Beobachtung. Wer ein individuelles Sortiment mit guter Qualität anbieten möchte, und nur kleine Stückzahlen abnehmen kann, habe es angesichts steigender Mieten und dem Druck durch Filialisten und Internethandel immer schwerer.

Von Catrin Steinbach

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