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Lokales Prügelei wegen einer „Kippe“ – 25-Jähriger zu Geldstrafe verurteilt
Dresden Lokales Prügelei wegen einer „Kippe“ – 25-Jähriger zu Geldstrafe verurteilt
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13:42 23.01.2019
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

25. Juni 2017 – Himmelfahrt. Gegen 19.30 Uhr ist eine Truppe junger Männer mit ihrem Böllerwagen auf dem Heimweg, als ein Audi vorbeifährt, bremst und ein Mann plötzlich wütend auf sie zustürmt. Grund: Sie hätten ihm einen Zigarettenstummel auf das Auto geworfen. Die Böllerwagentruppe weist das zurück und schon gibt es eine wüste Klopperei. Ein Mann wird leicht verletzt, ein anderer geschlagen und zu Boden gestoßen, er verliert das Bewusstsein und landet im Krankenhaus. Total dämlich aber leider wahr. „Die Fete war vorbei, Himmelfahrt gelaufen“, sagte einer der Männer.

Wegen gefährlicher Körperverletzung standen am Dienstag Anton O. und Heinrich D. vor dem Amtsrichter. Sie sollen mit der Prügelei angefangen haben, wobei Anton O. die treibende Kraft gewesen sein soll. Ihm gehörte der Audi, der so böse mit einer Zigarettenkippe malträtiert wurde. „Ich bin Kfz-Mechatroniker und achte deshalb auf mein Auto“, erklärte der 25-Jährige. Das ist aber kein Grund auf andere loszugehen, zumal die den Zigarettenwurf verneinten. „Wir hatten kein Bier mehr, nichts zum Grillen und auch keine Zigaretten.“

Anton O. interessierte das nicht, er war sauer und schlug einem der Männer mehrmals die Faust ins Gesicht. Dabei hatte er Glück, dass der zwei Köpfe größere und gut durchtrainierte Christian P. sehr besonnen reagierte und nicht zurückschlug, sonst hätte Anton O. wohl einige Zeit nur Suppe zu sich nehmen können. „Ich wollte nicht zuschlagen, ich wollte das ruhig klären“, sagte der 27-Jährige.

Seine Freunde fühlten sich allerdings bedroht und irgendwie quirlte dann alles durcheinander. Keiner wusste so richtig, worum es ging, aber alle machten mit. Es wurde geschrien und mit Bierflaschen hantiert, Anton O. holte sich sogar noch einen Schraubenschlüssel aus dem Auto.

Auch am Dienstag im Gericht wusste keiner mehr, wer denn nun eigentlich wen gehauen und geschubst hatte – auch nicht, wie der junge Mann zu Boden kam. Nur an die Schläge von Anton O. konnten sich alle erinnern. Sein Freund Heinrich D. war zwar auch aus dem Audi gestiegen, hatte aber nicht mitgemischt, sondern versucht zu schlichten.

Das bestätigten alle Zeugen, deshalb wurde er auch freigesprochen. Anton O. kassierte eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 35 Euro – wegen einer Zigarettenkippe auf dem Auto, von der keiner so richtig weiß, woher sie kam. „An uns war ein Radfuhr vorbeigefahren, der rauchte“, erinnerte sich einer aus der „Böllerwagentruppe“. Vielleicht hatte der seine Kippe auf das Auto geschnippt?

Von Monika Löffler

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