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Lokales Prozess wegen Sachbeschädigung: Wer hat den Audi demoliert?
Dresden Lokales Prozess wegen Sachbeschädigung: Wer hat den Audi demoliert?
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09:23 05.02.2019
Ein hölzerner Hammer auf der Richterbank eines Verhandlungssaals. Quelle: dpa/Uli Deck
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Dresden

Manche Anklagen klingen so simpel: Der Tathergang steht fest, es gibt Zeugen für den Vorfall und doch wird es dann richtig kompliziert. So wie gestern im Amtsgericht, als sich eine 22-Jährige wegen Sachbeschädigung verantworten musste. Die Staatsanwaltschaft warf ihr vor, einen Audi demoliert zu haben – Schaden rund 1740 Euro. Die Beschädigungen gibt es wirklich, sie sind auch dokumentiert – aber ist die 22-Jährige auch die Täterin?

Rückblende zum 11. März 2018 vor der Disco an der Pirnaer Straßen in Eschdorf: Eine völlig unbeteiligte Zeugin beobachtet eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen, vor allem jungen Frauen. Eine von ihnen wirft sich dann auf die Motorhaube eines an der Straße geparkten Audis, tritt gegen die Außenspiegel und in den Frontbereich des Wagens. Die Zeugin beobachtet die Frau weiter, sieht wie diese zum Parkplatz läuft, in einen VW einsteigt, der dann wegfährt. Die Zeugin merkt sich das Nummernschild und informiert die Mitarbeiter in der Disco.

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Die Angeklagte erzählt eine ähnliche Geschichte, nur die Demolierung des Autos weist sie entschieden zurück. Sie habe mit ihren Freunden die Disco verlassen, sei auf dem Weg zum Parkplatz von einer Frau beschimpft und geschubst worden, dabei sei ihr Handy runtergefallen. Sie habe danach gesucht und sei dann zu den anderen auf den Parkplatz gegangen, zu einer Freundin ins Auto gestiegen und weggefahren. Die Fahrerin des Autos bestätigte dies.

Die Angeklagte, klein, schmal und mit einem blütenweisen Bundeszentralregister, der man Vandalismus wirklich nicht zutraut, klingt äußerst glaubhaft, aber das tut auch die Zeugin – und warum soll die sich eine solche Geschichte ausdenken, die Frauen kennen sich nicht. Lügt die Angeklagte oder hat die Zeugin etwas verwechselt? Da gibt es noch Klärungsbedarf. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler