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Lokales Prozess um einen Saugroboter: Angeklagter soll Discounter geprellt haben
Dresden Lokales Prozess um einen Saugroboter: Angeklagter soll Discounter geprellt haben
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16:18 30.09.2019
Symbolfoto Quelle: dpa
Dresden

Auf diese Idee muss man erstmal kommen. Man kauft in einer Filiale einer Geschäftskette, in der man deutschlandweit umtauschen kann, ein Produkt, geht in die nächste Filiale, nimmt sich das gleiche Erzeugnis aus den Auslagen, gibt es mit dem Bon aus der ersten Filiale zurück und kassiert den Kaufpreis in bar. Das lohnt sich nicht bei einer Packung Kaugummi, bei hochpreisigen Waren aber schon.

Nur hat der 53-Jährige, gegen den am Montag wegen Betruges im Amtsgericht verhandelt wurde, wirklich auf diese Art eine Discounterkette geprellt und sich 199 Euro ergaunert? „Es spricht einiges dafür, aber auch einiges dagegen“, brachte es Richterin Birgit Keeve auf den Punkt.

Ein Saugroboter fehlte

„Er hat bei uns am 19. Februar 2018 zwei Staubsaugerroboter für jeweils 199 Euro gekauft und getrennt bezahlt“, erklärte der Leiter einer Freitaler Filiale im Gericht. „Der Mann war uns schon früher aufgefallen, weil er sehr, sehr oft Produkte kaufte und dann gleich wieder zurückbrachte, aber es ist immer alles in Ordnung gewesen.“ Umtausch oder Rückgabe sind auch nicht verboten, das, was eine Stunde später in einer Dresdner Filiale der Kette passiert sein soll, allerdings schon.

Dort war an jenem Tag nur ei­ner dieser Saugroboter angeliefert worden. „Die Kassiererin rief mich, weil jemand so ein Gerät zurückgeben wollte und ich bei hochpreisigen Waren gegenzeichnen muss. Der Kassenbon war aus einer Freitaler Filiale“, erinnerte sich der Dresdner Chef. „Ich brachte das Gerät zum Regal und bemerkte, dass unser Saugroboter weg war. Ich lief zurück, sah aber nur noch wie draußen ein Auto sehr schnell wegfuhr. Einen Teil der Nummer konnte ich mir merken.“ Zwei Wochen später teilte ihm ein Kunde eine komplette Autonummer mit. So kam man auf den Angeklagten. Die Inventur ergab, dass tatsächlich ein Saugroboter fehlte.

Rücklaufzettel nicht mehr auffindbar

Er habe mit der Sache nichts zu tun, erklärte der Angeklagte. Er kaufe in dem Geschäft in Freital ein, habe aber keinen Saugroboter erworben und in der Filiale in Dresden sei er nie gewesen. Hat der 53-Jährige, der ein lupenreines Strafregister hat, wirklich auf die Art betrogen? Das Gerät hätte auch jemand vor der Rückgabeaktion geklaut haben können, denn nicht alle Waren sind elektronisch gesichert.

Der Rücklaufzettel, auf dem der Rückgeber unterschrieben hatte, ist nicht mehr auffindbar. Eine Durchsuchung, ob der Angeklagte überhaupt einen Saugroboter besaß, gab es nicht, die Kassierinnen der Filialen wurden von der Polizei nie gehört.

Verfahren vorläufig eingestellt

Der Freitaler Filialleiter identifizierte den Angeklagten eindeutig als Käufer der Geräte, sein Dresdner Kollege war sich nicht sicher, ob der Mann auch der Rückgeber des Gerätes war.

Alles ein bisschen wenig für ei­ne Verurteilung. Die Richterin stellte mit Zustimmung aller Beteiligten das Verfahren vorläufig ein. Mit der Auflage, dass der Angeklagte 199 Euro an die Discounterkette zahlt.

Von Monika Löffler

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