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Lokales Prozess um Verstöße gegen das Urheberrecht: Millionengeschäft mit dem Talent anderer
Dresden Lokales Prozess um Verstöße gegen das Urheberrecht: Millionengeschäft mit dem Talent anderer
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17:35 06.06.2019
Symbolfoto Quelle: dpa
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Dresden

Das Internet ist eine tolle Erfindung, das mit seinen vielen Mö­glichkeiten das Leben wirklich leichter macht. Nur ist es leider auch ein Tummelplatz für Leute, die es für kriminelle Zwecke nutzen. Immer häufiger müssen sich Polizei und Justiz mit sogenannter Cyberkriminalität beschäftigen. Am 8. November 2017 rückten in mehreren Ländern Europas und in Kanada Polizeibeamte aus, um einer Gruppe von Internetbetrügern das Handwerk zu legen. Konkret ging es um ein Ermittlungen wegen gewerbsmäßiger unerlaubter Verwertung von urheberrechtlich geschützten Werken.

Urheber guckten in die Röhre

Die Beschuldigten sollen über diverse Online-Portale, unter systematischer Verletzung von Urheberrechten, Nutzern gegen Bezahlung Zugang zu Hundertausenden Filmen, Serien, Musik, Software, E-Books oder Hörbüchern verschafft haben. Dabei erzielten sie Einnahmen in Millionenhöhe – die Urheber guckten in die Röhre. Bei der Razzia gingen den Beamten auch Gerrit Rene G. und Mathias E. ins Netz, die sich seit Donnerstag vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts verantworten müssen.

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Die Tatbeteiligung der beiden ist sehr unterschiedlich. Mathias E., ein IT-Freak, war austauschbar und nur für technische Details zuständig. Sein Gewinn aus dem illegalen Geschäft belief sich auf einige Tausend Euro. Anders bei Gerrit Rene G. Der gelernte Kaufmann soll laut Anklage der Chef, der Hauptadministrator, gewesen sein, der alles organisierte, Zugriff auf alle Daten hatte und die Server zur Verfügung stellte. So lax er mit dem Eigentum anderer umgeht und da gern Mein und Dein verwechselt, um so pingeliger ist er, wenn es um ihn selbst geht. „Ich habe ein Copyright auf mein Bild“, erklärt er den anwesenden Pressefotografen.

1,2 Millionen Euro kassiert

Zu den Vorwürfen wollten sich beide am Donnerstag noch nicht äußern. Bei einem Rechtsgespräch verständigten sich Verteidigung und Generalstaatsanwaltschaft – ein Geständnis vorausgesetzt – auf eine Bewährungsstrafe für Mathias E. und eine Freiheitsstrafe zwischen drei Jahren, neun Monaten und vier Jahren, sechs Monaten für Gerrit Rene G. Letzterer soll bei dem illegalen Geschäft rund 1,2 Millionen Euro kassiert haben. Nur „vergaß“ er wohl das dem Finanzamt mitzuteilen, deshalb ist er auch noch wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Monika Löffler

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