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Lokales Prozess um Stadtfest-Attacken – Angeklagte äußern sich nicht
Dresden Lokales Prozess um Stadtfest-Attacken – Angeklagte äußern sich nicht
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17:13 12.09.2019
Die Angeklagten mit ihren Anwälten beim Prozessauftakt. Quelle: Kevin Müller
Dresden

Gut drei Jahre nach den Gewaltattacken auf Flüchtlinge beim Dresdner Stadtfesthat am Dresdner Landgericht der Prozess gegen zwei mutmaßliche Täter begonnen. Die 30 und 33 Jahre alten Männer äußerten sich zum Auftakt am Donnerstag nicht zu den Vorwürfen. Sie sind wegen gefährlicher Körperverletzung und besonders schweren Landfriedensbruchs angeklagt. Bei dem Jüngeren ist eine Verurteilung wegen versuchten Mordes möglich. Er soll einen Iraker „aus vollem Lauf ins Gesicht“ getreten und sich darüber gefreut haben. Der Mann war lebensgefährlich verletzt und mehrfach operiert worden.

Laut Anklage haben mindestens zwei Dutzend Männer in der Nacht zum 21. August 2016 gezielt Jagd auf Ausländer gemacht, teils vermummt wahllos Menschen aus Afghanistan, dem Iran und Irak geschlagen und getreten sowie ausländerfeindliche Parolen gerufen, schilderte der Staatsanwalt. Mindestens neun Männer wurden teils schwer verletzt. In dem Älteren, einem selbstständigen Wachmann, sieht die Generalstaatsanwaltschaft den Anführer dieser „rechtsextremen kleinen Bürgerwehr“, die „ihren Ausländerhass ausleben wollte“.

Den Vorwurf des versuchten Mordes gegen den 30-Jährigen hatte das Gericht nicht zugelassen. Die Generalstaatsanwaltschaft rang der Strafkammer zu Beginn den rechtlichen Hinweis ab, dass eine diesbezügliche Verurteilung in Betracht kommen könnte, wenn die Beweisaufnahme das ergeben sollte.

Die Angeklagten müssen sich bereits seit November 2018 wegen rechtsextremer Überfälle mit der Gruppe „Freie Kameradschaft Dresden“ verantworten. Sie griffen 2015 etwa Flüchtlinge und Polizisten an. Im Zuge dieses Prozesses sind sie seit Januar in Untersuchungshaft. Für die Hauptverhandlung im Zusammenhang mit dem Stadtfest sind daher zunächst neun Tage bis zum 20. Dezember terminiert.

Von dpa

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