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Prozess nach Messerattacke in Dresden: Lebenspartner sagt per Videoschalte aus

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13:51 13.04.2021
Blick in den Gerichtssaal zum Prozessauftakt. Am Freitag wird der Überlebende der beiden Opfer per Video-Liveschalte aussagen.
Blick in den Gerichtssaal zum Prozessauftakt. Am Freitag wird der Überlebende der beiden Opfer per Video-Liveschalte aussagen. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
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Dresden

Im Prozess nach der Messerattacke auf ein homosexuelles Paar in der Dresdner Innenstadt will am Freitag der Lebenspartner des bei dem Angriff im Oktober 2020 getöteten Mannes aussagen. Er werde bei der Verhandlung vor dem Oberlandesgericht (OLG) Dresden per Video live in den Saal zugeschaltet, bestätigte Gerichtssprecherin Gesine Tews am Dienstag in Dresden. Das Opfer leide unter einer posttraumatischen Störung und sei nicht in der Lage, nach Dresden zu reisen.

Dass der Mann noch lebt, sei „unglaubliches Glück im Unglück“

Der 53-Jährige aus Köln hatte den Messerangriff schwer verletzt überlebt. Nach Angaben des Dresdner Rechtsmediziners Andreas Engel hatte er „unglaubliches Glück im Unglück“. Das Tatmesser sei an einem Lendenwirbelkörper gestoppt worden, sagte der Gerichtsmediziner als Zeuge am ersten Verhandlungstag. Nur wenige Millimeter daneben hätte der Einstich tödliche Verletzungen hervorrufen können.

Chronik zur Tat

Am Abend des 4. Oktober werden auf der Schloßstraße zwei Touristen angegriffen. Einer der Männer erliegt im Krankenhaus seinen Verletzungen. Dem Täter gelingt die Flucht.

Vier Tage später schalten die Ermittler ein Hinweisportal frei. Am 13. Oktober wird die Sonderkommission „Schloßstraße“ gegründet. Der Fall wird auch im Fernsehen vorgestellt.

Am 21. Oktober dann vermeldet die Sonderkommission Erfolg: Ein 20-jähriger Syrer sei festgenommen worden. Gleichzeitig steht plötzlich ein islamistisches Motiv im Raum. Abdullah H. ist als Gefährder bekannt und einschlägig vorbestraft. Er war nur wenige Tage zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden und stand unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.

Wenige Tage später erscheint eine Traueranzeige für den Getöteten, es wird klar: Der Angriff galt einem homosexuellen Paar.

Seit Montag muss sich vor dem Oberlandesgericht Dresden ein 21-jähriger Syrer verantworten. Ihm wirft die Bundesanwaltschaft Mord, versuchten Mord sowie gefährliche Körperverletzung vor. Bei der Messerattacke am Abend des 4. Oktober 2020 war ein 55-jähriger Mann aus dem nordrhein-westfälischen Krefeld tödlich verletzt worden. (Az.: 4 St 1/21). Die beiden Männer waren als Touristen in Dresden unterwegs. Hintergrund des Angriffs sind laut Anklage eine radikal-islamistische Gesinnung sowie ein homophobes Tatmotiv des Angeklagten.

Abdullah A. soll das Paar heimtückisch von hinten angegriffen und auf die beiden Männer mit zwei Messern unvermittelt eingestochen haben. Der Angeklagte ist den Behörden seit 2017 als islamistischer Gefährder bekannt.

Von epd