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Lokales Böses Erwachen nach 22 Jahren: Konten der Lebensgefährtin leergeräumt
Dresden Lokales Böses Erwachen nach 22 Jahren: Konten der Lebensgefährtin leergeräumt
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14:43 21.09.2019
Symbolbild Quelle: picture-alliance/ dpa
Dresden

„Ich wollte mit meiner Kreditkarte bezahlen, merkte, die ist nicht im Portemonnaie und dachte, ich hab sie verloren. Ich bin zur Sparkasse, um das Konto sperren zu lassen. Und da sagte man mir, es gäbe extreme Minusbeträge“, erinnerte sich im Dresdner Amtsgericht eine 42-Jährige an den 20. Oktober 2016.

Stück für Stück mehrere Konten geplündert

Sie überprüfte ihre Konten und merkte, dass ihr Lebensgefährte, mit dem sie seit 22 Jahren zusammen war, Stück für Stück ihre Konten bei verschiedenen Banken geplündert hatte. Die PIN dazu hatte er, sie vertraute ihm ja. Aber er hatte selbst das Konto der gemeinsamen kleinen Tochter leer geräumt. Insgesamt hatte er sie um rund 18 000 Euro betrogen. Sie schmiss ihn raus. Am Freitag stand Roland W. wegen Betrugs in 61 Fällen vor Gericht.

Der 42-Jährige lebte nach dem Rauswurf bei seinem Vater und dann, ohne feste Adresse, in diversen Ferienwohnungen. „Da waren richtige Bruchbuden darunter. Vielleicht bin ich deshalb auf die Schnapsidee gekommen, in die Residenz am Zwinger zu ziehen.“ Preiswert sind die Apartments dort nicht, aber für ihn war das Beste gerade genug. Vornehm geht die Welt zugrunde.

„Hochmut kommt vor dem Fall“

Dumm nur, dass Roland W. dafür das Kleingeld fehlte. Anfang Januar 2018 zog er ein, am 15. März rückte die Polizei an. Denn es waren 6330 Euro Mietkosten aufgelaufen, die er nicht zahlen konnte. Die Beamten merkten, dass er auch wegen der Betrügereien an seiner Ex gesucht wurde – Roland W. wanderte drei Monate in Untersuchungshaft.

Nicht nur was die Zwingerresidenz betrifft, hatte der Angeklagte einen Hang zu Höherem. Mehr Schein als Sein scheint sein Lebensmotto gewesen zu sein. „Hochmut kommt vor dem Fall“ nannte es die Staatsanwältin. Der 42-Jährige hatte ein BWL-Studium begonnen, abgebrochen, in der Kanzlei seines Vaters gearbeitet, sich selbstständig gemacht, in Immobilien und Versicherungen investiert, als Kreditvermittler gearbeitet und zuletzt mit Devisen gehandelt. Er gab – und das auch im Gericht – den gestandenen Geschäftsmann, der weiß, wie alles funktioniert. Allerdings ist da Vieles nur heiße Luft. „Richtig gelernt haben Sie ja nichts“, brachte es der Richter auf den Punkt.

Geld der Lebensgefährtin sollte Verluste decken

„Das Gewinn- und Verlustpotenzial ist sehr hoch“, erklärte der Angeklagte. Bei ihm vor allem das Verlustpotenzial. Allerdings wollte er dies weder anderen und noch sich selbst eingestehen und hoffte bis zuletzt auf den großen Wurf. Der kam nicht. Roland W. hatte sich erheblich verspekuliert und bediente sich an den Konten seiner Lebensgefährtin, um die Verluste zu decken. Sie hatte es lange nicht bemerkt. Um die Sache zu verschleiern, schob er Geld hin und her und ließ viele Kontoauszüge verschwinden. Aber er hätte wissen müssen, dass die Sache irgendwann auffliegt.

Der 42-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Zudem muss er 200 soziale Arbeitsstunden leisten. Positiv wurde ihm angerechnet, dass er nicht vorbestraft ist, in U-Haft saß, ein Geständnis ablegte und sich um Schadenswiedergutmachung bemüht – auch wenn die Geprellten viel Geduld haben müssen, denn der Mittel- und Arbeitslose kann nur häppchenweise zahlen.

Von Monika Löffler

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