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Lokales Prozess gegen Feuerteufel von Prohlis gestartet
Dresden Lokales Prozess gegen Feuerteufel von Prohlis gestartet
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08:39 19.09.2018
Auch im Oktober 2017 brannte es im Wohnhaus des Angeklagten an der Finsterwalder Straße lichterloh. Teile des Treppenaufgangs wurden beschädigt.l Quelle: Roland Halkasch
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Dresden

Ein Jahr lang hielt Heino E. die Anwohner der Finsterwalder Straße in Prohlis in Atem - vor allem die Mieter der Hausnummer 12. Von November 2016 bis November 17 bis brannte es ständig, neun Mal wurde in ihren Kellern oder im Hausflur Papier, Kleidung oder Kinderwagen angezündet. Die Mieter wurden alarmiert, mussten auf die Balkone oder die Wohnung verlassen – und das jedes Mal mitten in der Nacht. Die Rauchgase zogen durch das Treppenhaus und über die Versorgungsschächte in die Wohnungen – verletzt wurde wie durch ein Wunder niemand. Hausflur, Türen, Fenster, Linoleum, Treppengeländer, Wände und Rohrleitungen wurden durch das Feuer mehrfach zerstört, Keller mussten gesperrt und konnten nicht genutzt werden.

Ins Visier der Ermittler rückte bald Heino E., der selbst in diesem Haus wohnte, aber man konnte ihm zunächst nichts nachweisen - erst am 18. Oktober vergangenen Jahres klickten die Handschellen, seitdem sitzt er in U-Haft. Wegen schwerer Brandstiftung und Sachbeschädigung muss sich der 34-Jährige nun vor dem Landgericht verantworten. Er soll durch seine Zündelei einen Sachschaden von rund 190 000 Euro verursacht haben. Der Angeklagte wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern, so kann über ein mögliches Motiv zunächst nur spekuliert werden.

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Bevor er sich auf sein eigenes Haus verlegte, soll der Angeklagte am 5. November 2016 im Hausflur der Finsterwalder Straße 9 ein Sofa entzündet haben, das dann selbstständig weiter brannte. Russ und Rauchgas zogen durch das Haus. Einem Mieter fiel zunächst ein schepperndes Geräusch und dann einen brenzligen Geruch auf. Als er aus dem Fenster schaute, bemerkte er, dass Rauch aus einen geöffneten Fenster des Treppenhauses quoll und wählte den Notruf.

Der Polizei fiel vor dem Haus Heino E. auf, der angetrunken und sehr aufgeregt war und erklärte, dass in dem Haus seine Mutter wohnte. „Er war ziemlich aggressiv und störte die Feuerwehr massiv bei der Arbeit. Er versuchte immer in das Haus zu kommen, um „Hasi“ zu retten. Wir haben ihn dann vorübergehend an ein Verkehrsschild angekettet, damit die Rettungskräfte ihre Arbeit machen konnten“, erklärte am Dienstag ein Polizeibeamter. Mit „Hasi“ war das Kaninchen seiner Mutter gemeint, um die Frau machte sich der Angeklagte offenbar weniger Sorgen. Der Prozess wird fortgesetzt, zunächst sind sechs Verhandlungstage angesetzt.

Von Monika Löffler

19.09.2018
19.09.2018