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Lokales Prozess am Amtsgericht Dresden: Was genau ist dieses Stahlgerüst im Hinterhof?
Dresden Lokales Prozess am Amtsgericht Dresden: Was genau ist dieses Stahlgerüst im Hinterhof?
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17:22 20.02.2020
Der Zankapfel im Hinterhof der Martin-Luther-Straße 15. Die ehemals viel größere Stahl-Konstruktion wurde inzwischen zurückgebaut. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Eine seltsame Stahlkonstruktion im Hinterhof der Martin-Luther-Straße 15 beschäftigt seit Monaten die Stadtverwaltung, die Anwohner und nun auch die Justiz. Eigentümer Dieter P., der noch weitere Immobilien in der Neustadt hat, ließ dort 2019 ein Stahlgerüst errichten, das als Balkon oder Terrasse genutzt werden sollte – allerdings ohne Genehmigung des Bauamtes. Das mahnte einen Rückbau an und forderte ein Statikgutachten. Die Feuerwehr monierte einen fehlenden Rettungsweg, da sie im Brandfall keine Leiter anstellen kann.

Dieter P. reagierte nicht und bekam ein Ordnungsgeld von 8000 Euro aufgebrummt. Der 79-Jährige ging in Widerspruch. Bei der Verhandlung am Amtsgericht fehlte er krankheitsbedingt.

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Eine Rankhilfe für mehr als 10.000 Euro?

Die Stahlkonstruktion sei jetzt doch zurückgebaut worden, nur ein Teil stehe noch, erklärte sein Verteidiger und bestritt im Namen seines Mandanten, dass das Konstrukt als Balkon oder Terrasse gedacht gewesen sei. „Es sollte verschiedene Zwecke erfüllen, etwa als Rankhilfe für die Begrünung, zudem sollte eine Photovoltaikanlage darauf entstehen.“

Klingt gut, nur fragt man sich, was so eine Anlage in einem dunklen Hinterhof soll, warum daran Geländer angebracht wurden und wie an einer Rankhilfe, die nur zwei Stützen hat – aber weit über 10.000 Euro kostet – etwas hochranken soll? „Von einem Rankgerüst hat jeder andere Vorstellungen, Herr P. hat einen eigenen Geschmack. Balkons waren nicht geplant“, konterte der Anwalt. Das sei aber den Anwohnern so erklärt worden, sagte ein Mieter.

Herr P. habe aus den Wohnungen heraus den Hof vermessen und erklärt, dass Balkons angebaut werden. „Ich fragte noch, warum? Eine konkrete Antwort habe ich nicht bekommen.“ Dann wurde gebaut – es wurde eng und dunkel, eine Mieterin zog aus. Es gibt noch viele offenen Fragen. Zum Beispiel, warum an eine Wohnung, die einen hellen Balkon hat, partout ein zweiter angebaut werden soll, wo die Sonne nie hinkommt? Der Richter will weitere Zeugen hören und setzte das Verfahren zunächst aus.

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