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Lokales Dresdner Forscher spannen 5G-Netze gegen überdüngte Äcker
Dresden Lokales Dresdner Forscher spannen 5G-Netze gegen überdüngte Äcker
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16:59 18.10.2019
Das Projekt „Landnetz“ soll Hochtechnologie, Ökologie und Landwirtschaft verheiraten. Quelle: Projekt „Landnetz“
Dresden/Nossen

Überdüngt ein Bauer seinen Boden, verplempert er nicht nur Geld, sondern mindert meist auch seine Ernte und schädigt das ökologische Gleichgewicht. Forscher der TU Dresden wollen nun gemeinsam mit sächsischen Landwirten durch den neuen 5G-Mobilfunk eine ökologischere Landwirtschaft fördern – und doch die Acker-Erträge verbessern. Dies ist ein Ziel im nun gestarteten Projekt „Landnetz“, das Hochtechnologie, Ökologie und Landwirtschaft verheiraten soll. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) hat dafür jetzt 7,6 Millionen Euro zugesagt.

Damit wollen die Wissenschaftler und Praktiker ein etwa 2000 Quadratkilometer großes 5G-Experimentierfeld zwischen Nossen und Torgau aufspannen. Zugleich spicken sie die Äcker mit Sensoren für Bodendichte, Feuchtigkeit und Nährstoffgehalt. Die melden die gesammelten Daten automatisch per 5G-Mobilfunk an den Bauernhof-Zentralrechner. Dort analysiert ein „Farm Management Informationssystem“, wo der Bauer nachdüngen, mehr Wasser zugeben oder den Boden in Ruhe lassen sollte.

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Datenhoheit soll wieder beim Landwirt liegen

„Die Digitalisierung der Landwirtschaft erlaubt uns zukünftig völlig neue Perspektiven, um für den scheinbar unvermeidlichen Widerspruch zwischen Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit akzeptable Lösungen zu finden“, hofft Prof. Thomas Herlitzius vom Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik an der TU Dresden. „Dadurch leisten wir einen signifikanten Beitrag zum Umweltschutz, Tierwohl und ermöglichen auch eine Ertragsoptimierung.“

Auch die Hoheit über Bodendaten ist ein Schwerpunkt des Projekts. Denn derzeit horten vor allem die großen Agrarmaschinen-Hersteller wie John Deer, Fendt und New Holland solche Informationen – über ihre Traktoren, Mähdrescher und anderen sensorgespickten Landmobile. Zudem werden diese Daten meist in Rechenzentren in Übersee abgelegt.

All das schürt die Sorge deutscher Landwirte, dass einige wenige Konzerne bald monopolartiges Wissen über die fruchtbaren Böden der Welt haben könnten. Daher wollen die „Landnetz“-Partner ihre Datennetze anders organisieren als die Amerikaner, deutsche Rechnerwolken (Clouds) aufbauen, die lokal gesammelte Informationen verarbeiten und speichern – und dafür sorgen, dass die „Daten in der Hoheit des Landwirts bleiben“.

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Von Heiko Weckbrodt

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