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Lokales Prof. Fettweis zu politischen Förderkriterien: „Ruf der DFG hat gelitten“
Dresden Lokales Prof. Fettweis zu politischen Förderkriterien: „Ruf der DFG hat gelitten“
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07:41 08.07.2019
Prof. Gerhard Fettweis
Prof. Gerhard Fettweis Quelle: Heiko Weckbrodt
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Dresden

„Wissenschaftliche statt politische Kriterien sollen in Zukunft wieder stärker die Arbeit und Förderstrategie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) leiten. Dafür hat der Dresdner Mobilfunk-Experte Prof. Gerhard Fettweis von der TU Dresden plädiert, der vor wenigen Tagen in den DFG-Senat gewählt worden war.

Offenes Geheimnis

„Die DFG hat in der Exzellenzinitiative große Verdienste in der Begutachtung der Anträge im Auftrag des Wissenschaftsrats geleistet“, betonte Prof. Fettweis auf DNN-Anfrage. „Der Wissenschaftsrat hat jedoch durch die politisierte Entscheidungsfindung seines Expertengremiums die Idee des ,wissenschaftlich geleiteten Verfahrens’ in Frage gestellt. Leider hat hierdurch auch der Ruf der DFG bei ihren eingebundenen internationalen Gutachtern stark gelitten. Auch ist der entstandene Fächerkampf sowie die überproportionale Förderung von Modethemen nicht hilfreich, unbenommen dessen, dass aktuelle Themen aufgegriffen und gefördert werden müssen.“

Die Kritik von Fettweis hat mehrere Hintergründe: Einerseits war es ein offenes Geheimnis, dass in die Vergabe der Bundes-Exzellenzmillionen politische Erwägungen eingeflossen sind. Die DFG hatte eine Balance zu finden zwischen der fokussierten Förderung von ausgewählter Spitzenforschung und dem Drängen der Politiker, dass jedes Bundesland etwas von dem Exzellenzgeld abbekommen müsse.

KI statt 5G

Andererseits hatte die TU Dresden in der jüngsten Exzellenz-Fördergeldrunde zwar im ostdeutschen Vergleich besonders gut abgeschnitten. Aber die DFG als Gutachter-Gremium hatten den Antrag auf eine zweite Stufe für das TU-Zentrum für fortgeschrittene Elektronik (cfaed) abgelehnt. Dies hatte große Enttäuschung bei Fettweis und seinem Team ausgelöst.

Der Professor hatte kurz darauf auch kritisiert, dass sich die wissenschaftspolitische Förderpraxis in Deutschland neuerdings sehr auf „Künstliche Intelligenz“ fokussiere. Dagegen werde zum Beispiel die Mobilfunk-Förderung zusammengestrichen – obwohl gerade nach der 5G-Frequenzvergabe nun besonders viel Entwicklungsbedarf in diesem Sektor bestehe, um den 5G-Funk auch kommerziell für Deutschland nutzbar zu machen. Gerhard Fettweis hatte unter anderem das 5G Lab Germany in Dresden gegründet.

Von Heiko Weckbrodt