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Lokales Problemviertel Dresden–Gorbitz: So will der Ordnungsbürgermeister für Sicherheit sorgen
Dresden Lokales Problemviertel Dresden–Gorbitz: So will der Ordnungsbürgermeister für Sicherheit sorgen
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07:22 16.10.2019
Der Amalie-Dietrich-Platz in Gorbitz ist von der Polizei als Gefährlicher eingestuft, seit dem Sommer gilt dort ein Alkoholverbot. Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel will die Probleme mit besserer Prävention in den Griff kriegen. Quelle: Tino Plunert/Archiv
Dresden

Straßenkriminalität, Alkoholmissbrauch, Drogender Stadtteil Gorbitz hat ein Kriminalitätsproblem. Das will Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) nun an der Wurzel packen. Er schlägt vor, das Neubauviertel zu einem Pilotprojekt für lokale Kriminalprävention zu machen.

Sittel fordert dabei zum einen, den Maßnahmeplan für Suchtprävention am Wiener Platz und weiteren Brennpunkten bis 2020“ auf Gorbitz auszuweiten. Den Plan hatte der Stadtrat 2018 beschlossen, um den inzwischen größtenteils eingeschlafenen Drogenhandel auf dem Wiener Platz einzudämmen. Das Konzept, das verstärkt Augenmerk auf Erwachsenenprävention legt, soll auch den Rahmen für das im Sommer beschlossene und zunächst für ein Jahr geltende Alkoholverbot auf dem Amalie-Dietrich-Platzeinem nach Polizeieinschätzung „Gefährlichen Ort“– liefern. Denn das reine Verbot von Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit müsse mit vorbeugenden Maßnahmen – etwa durch die aufsuchende Straßenarbeit von Sozialarbeitern – begleitetet werden, damit es tragen könne, wie Sittel in einer Beschlussvorlage für den Stadtrat argumentiert.

Forscher nehmen Gorbitz drei Jahre lang genau unter die Lupe

In der Hauptsache knüpft Ordnungsbürgermeister Sittel jedoch an ein vom Bundesforschungsministerium in Auftrag gegebenes Forschungsprojekt an, das die Sicherheit und deren Entwicklung in Problemvierteln in drei deutschen Großstädten untersucht. Neben Essen und Berlin ist Dresden mit den Stadtteilen Gorbitz und Neustadt dabei. Die Forscher nehmen in dem auf drei Jahre ausgelegten Projekt die Diskussionen über angeblich steigende Kriminalität infolge von Zuwanderung zum Anlass, in Gegenden mit starker Zuwanderung genauer hinzusehen. Bisher hat sich die These übrigens nicht bestätigt, im Gegenteil: Die Kriminalitätsstatistik weist starke Rückgänge auf, wenngleich Delikte wie Körperverletzung und Drogenkonsum zahlenmäßig ansteigen.

Neben einer Analyse von subjektiv empfundener und tatsächlicher Kriminalität wollen die Forscher in dem Siqua genannten Projekt („Sicherheitsanalysen und -vernetzung für Stadtquartiere im Wandel“) „Konzepte und Verfahren zur Optimierung von Sicherheit und Lebensqualität in Stadtquartieren, die sich durch Zuwanderung verändern“, entwickeln, wie es in einer Projektbeschreibung heißt.

Handlungsempfehlungen sollen in Gorbitz ausprobiert werden

Und genau da setzt Sittel an. Was die Forscher, zu denen unter der Federführung der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster auch Politikwissenschaftler der Technischen Universität Dresden gehören, auch immer als Handlungsempfehlung formulieren: Der Ordnungsbürgermeister möchte mit seinem Vorstoß dafür sorgen, dass es geprüft und bei Eignung in Gorbitz umgesetzt wird. Dazu soll Oberbürgermeister Dirk Hilbert dem Stadtrat berichten und entsprechende Vorschläge unterbreiten.

Das bedeutet aber auch, dass es im Plattenbauviertel nicht so schnell besser wird, wie sich das mancher erhofft. Die Siqua-Forscher arbeiten zwar schon seit Juni 2018, im Dezember findet aber erst die erste Werkstatt statt, bei der lokale Akteure auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse erste Lösungen entwickeln wollen. Bis zum Projektende im Jahr 2021 könne es deshalb immer wieder zu „Ungleichzeitigkeiten unterschiedlicher Maßnahmen und Projekte kommen, bevor sich die Wirkungen einer strategisch ausgerichteten Prävention zeigen können“, wie es in Sittels Beschlussvorschlag heißt.

Am Ende soll es nicht nur ein Präventionskonzept aus einem Guss für Gorbitz geben, sondern auch eine Arbeitspalette mit Maßnahmen, die sich auf andere Stadtteile mit ähnlichen Problemen übertragen lassen. Der Stadtrat soll Mitte Dezember über den Vorschlag entscheiden.

Von Uwe Hofmann

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