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Lokales Probleme bei Besetzung von Lehrerstellen im Raum Dresden
Dresden Lokales Probleme bei Besetzung von Lehrerstellen im Raum Dresden
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23:04 12.06.2019
Quelle: dpa
Dresden

Die Besetzung von Lehrerstellen in und um Dresden sorgt für Probleme. Bei Referendaren löst das Vorgehen des Freistaats Verärgerung aus. „Wir sind schon sehr verwundert, wie hier mit uns umgegangen wird“, heißt es aus dem Kreis der Referendare im Raum Dresden. Namen von Schulen oder Absolventen sollen hier keine Rolle spielen, weil die Einstellungsverfahren noch laufen und sich niemand unbeliebt machen will.

Derzeit absolvieren die Lehramtsstudenten, die vor dem Abschluss ihrer Ausbildung stehen, ihr Referendariat an einer Schule. Viele würden gern an der jetzigen Einrichtung oder zumindest in der Region ihre Arbeit fortsetzen und ab dem neuen Schuljahr eine Anstellung annehmen. Dazu führen die Regionalstellen des Landesamtes für Schule und Bildung (Lasub) derzeit Gespräche.

Dabei mussten die Referendare im Raum Dresden offenbar eine unangenehme Erkenntnis machen. „30 Stellen werden vom Lasub im Raum Dresden besetzt, bei meinem Gespräch waren die schon alle vergeben“, sagt eine betroffene Nachwuchs-Kraft. Ihr wurde eine Stelle in Ostsachsen angeboten. Auch soziale Punkte hätten keine Rolle gespielt, egal ob es um behinderte Kinder gehe oder eine Partnerin oder einen Partner, der auf dem Land keine Stelle findet und dann ohne Arbeit dastünde. Nahegelegt worden sei eine Verbeamtung. Es sei ja nicht unüblich, dass nur einer in der Familie arbeite, habe es dazu geheißen.

Ärger über Vorzug für Gymnasiallehrer

Die Stellen seien vor allem mit Grundschullehrern besetzt worden, die neben den obligatorischen Fächern Mathe, Deutsch und Sachkunde noch Werken oder Musik vorweisen könnten. Mit Kunst, Englisch, Religionsunterricht oder Sport fielen Absolventen im Raum Dresden eher durch. Das sorge auch bei den Direktoren der Schulen für Verstimmung, wo die angehenden Lehrer derzeit ihr Referendariat absolvieren.

Besonderen Ärger löst im Kreis der Referendare offenbar aus, dass teilweise auch Absolventen des Lehramtsstudiums fürs Gymnasium bevorzugt in den Großstädten oder im großstadtnahen Umfeld eingestellt werden. In Leipzig spiele sich ein ähnliches Prozedere ab, dort würde die Grundschul-Referendare in den Raum Chemnitz-Zwickau geschickt.

In Sachsen wollen wie in früheren Jahren zu viele junge Menschen am Gymnasium unterrichten. „Uns wurde gesagt, diese Absolventen bekommen die Grundschullehrerstellen bevorzugt, weil sie ja schon den Wechsel der Schulart auf sich nehmen.“ Das sorgt im Kreis der Referendare für Empörung, werden die Gymnasialabsolventen doch damit für ihre im Prinzip falsche Berufswahl belohnt. Zudem gibt es auch aus fachlicher Sicht Bedenken. Ein Gymnasial-Lehrer absolviere in Mathe praktisch ein Studium auf fachwissenschaftlichem Niveau, an der Grundschule gehe es jedoch um die Grundlagen des Lernens. Für die Vermittlung dieser didaktischen Basis seien die Gymnasial-Lehrer gar nicht ausgebildet. Und noch etwas komme dazu. Parallel zu ihrem Einstellungsprozess konnten die Grundschul-Referendare beobachten, wie in Anzeigen der Arbeitsagentur um Quereinsteiger für den Lehramtsbereich etwa im Raum Meißen geworben werde. Das wird als „Hohn“ empfunden.

Landesamt spricht von solidarischer Lösung

Das Landesamt für Schule und Bildung in Dresden (Lasub) wollte sich angesichts der laufenden Gespräche nicht detailliert zu den Vorgängen äußern. Die Situation mit verschiedenen Misslichkeiten „in einem hochkomplexen Prozess“ wurde jedoch nicht in Abrede gestellt. „Wir haben uns aber für ein solidarisches Einstellungsverfahren entschieden“, berichtet Petra Nikolov von der Dresdner Regionalstelle des Lasub. Es sei schlicht unmöglich, allen Wünschen zu entsprechen. Überall im Land müssten Lehrerstellen besetzt werden. Bei den Gesprächen über die Stellenangebote etwa in Ostsachsen sei bei den Referendaren das ganze Spektrum der Reaktionen dabei gewesen. „Enttäuschung, Offenheit, Schwanken.“

Häufig könnten die jungen Lehrer in ihrem künftigen Umfeld auf dem Land mit dem besonderen Entgegenkommen der Kommunen bei der Suche nach Bauland oder einem Kita-Platz rechnen. Solche Möglichkeiten gebe es in der Großstadt gar nicht. Zum 1. August würden keine Quereinsteiger eingestellt, sollten jedoch Stellen unbesetzt bleiben, wäre das später denkbar.

Dabei darf dem Freistaat getrost unterstellt werden, dass er die Abwanderung ausgebildeter Lehrer vermeiden will. Dafür hat er schließlich unter anderem auch das teure Verbeamtungsprogramm aufgelegt. Doch das Besetzungsprozedere löst bei den Betroffenen auch solche Gedanken aus: „Dann müssen wir uns notfalls in Hamburg oder München umsehen“, damit Mann und Frau Aussicht auf eine Job haben.

Von Ingolf Pleil

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