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Dresden Lokales So teuer sollen Fahrkarten für Bus und Bahn in Dresden werden
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06:45 04.12.2019
Die Dresdner sollen für Straßenbahntickets tiefer in die Tasche greifen, wenn es nach den Verkehrsbetrieben geht. Quelle: Arno Burgi/dpa
Dresden

„Beschluss zur Tarifmaßnahme 2020“ heißt Tagesordnungspunkt 10. Hinter dem unscheinbaren Titel verbirgt sich politischer Sprengstoff: Am Freitag tritt die Verbandsversammlung des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) im Zentralgasthof Weinböhla zusammen. Die Verbandsvertreter werden über eine Preiserhöhung sprechen. Die Fahrkarten für Busse, Straßenbahnen und S-Bahnen sollen teurer werden. Die Pläne sind in Dresden höchst umstritten.

Der Einzelfahrschein soll ab Sommer 2020 nicht mehr 2,40 Euro, sondern 2,50 Euro kosten. Die Monatskarten verteuern sich den Plänen zufolge um drei bis vier Prozent. „Bei den Zeitfahrausweisen gibt es eine gewisse Konfliktlinie“, weiß Andreas Hemmersbach, Finanzvorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB).

„Eine gute Leistung kostet auch gutes Geld“

Hemmersbach verweist darauf, dass der Zweckverband im vergangenen Jahr die geplante Tariferhöhung ausgesetzt hat. 2019 blieben die Preise deshalb stabil. „Das ist jetzt eine Art Doppelschlag und eine recht stolze Erhöhung. Aber wir reden über einen größeren Zeitraum, in dem wir keine Steigerung vorgenommen haben.“

Die Verkehrsbetriebe würden der Landeshauptstadt zu einer Preiserhöhung raten, so der Finanzexperte. „Das fällt uns nicht leicht. Aber wir müssen Investitionen finanzieren und brauchen die Mittel, um einen Nahverkehr in dieser Güte bieten zu können.“

Die DVB würden ein exzellentes Angebot vorhalten. „Die Produktionskosten dafür müssen wir erwirtschaften. Eine gute Leistung kostet auch gutes Geld.“

Lesen Sie auch: Fahrkarten-Fälschungen im Umlauf

Sondersitzung im Stadtrat

Eine Sichtweise, die Grün-Rot-Rot im Stadtrat nicht teilt. Die Sondersitzung des Stadtrats am Donnerstag war von langer Hand geplant und sollte nur einen Punkt umfassen: Das Votum der Verbandsvertreter aus Dresden zur geplanten Preiserhöhung. Den Antrag hatten Stadträte schon eingereicht, bevor Grün-Rot-Rot am 21. November aus Verdruss über Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) die komplette Sitzung platzen ließ. Nun wurde die Tagesordnung noch um die Punkte erweitert, die im November ausgefallen sind.

Dresden verfügt über elf Stimmen in der 29 Vertreter zählenden Verbandsversammlung. Das sind neben dem Oberbürgermeister die Stadträte Ulrike Caspary und Johannes Lichdi (Grüne), Stefan Engel (SPD), Jens Matthis und Caroline Lentz (Linke), Martin Schulte-Wissermann (Piraten), Veit Böhm und Ingo Flemming (CDU) sowie Hagen Braun und Alexander Wiedemann (AfD).

Weniger Vorbehalte im Landkreis gegen Erhöhung

Die Position der rot-grün-roten Fraktionen ist eindeutig: Sie lehnen die Tariferhöhung ab. Sie wollen die Dresdner Verbandsvertreter per Stadtratsbeschluss zu einem negativen Votum am Freitag verpflichten.

Aber auch in der CDU wird eine Tariferhöhung durchaus skeptisch gesehen: Die Christdemokraten schrieben sich im Kommunalwahlkampf das 365-Euro-Ticket auf die Fahnen. Das lässt sich nur schwer mit einer Zustimmung zu einer „stolzen“ Preiserhöhung in Einklang bringen.

Allerdings: Selbst wenn die Dresdner gegen die Erhöhung votieren sollten – die Landkreise Bautzen, Meißen und Sächsische Schweiz/Osterzgebirge sind mit 18 Verbandsvertretern in der Mehrheit. In den Landkreisen gibt es dem Vernehmen nach weniger Vorbehalte gegenüber einer Anhebung der ÖPNV-Tarife.

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Von Thomas Baumann-Hartwig

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