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Lokales Missbrauchsverdacht an Dresdner Kita – Polizei ermittelt
Dresden Lokales Missbrauchsverdacht an Dresdner Kita – Polizei ermittelt
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18:43 01.06.2018
In der städtischen Kita „Kinderwelten“ in Striesen werden Missbrauchsvorwürfe gegen einen 23-jährigen Praktikanten erhoben.
In der städtischen Kita „Kinderwelten“ in Striesen werden Missbrauchsvorwürfe gegen einen 23-jährigen Praktikanten erhoben. Quelle: Tino Plunert
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Dresden

In der städtischen Kita „Kinderwelten“ in Striesen soll ein Praktikant mehrere Kinder sexuell missbraucht haben. Nach Angaben der Stadt Dresden seien vier Kinder von dem Missbrauch betroffen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich laut Polizeiangaben um einen 23-jährigen Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit. Er hatte Mitte März begonnen, zeitweise in der Kindertagesstätte an der Spenerstraße zu arbeiten. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde der Praktikant mit sofortiger Wirkung der Kindertagesstätte verwiesen. Das Beschäftigungsverhältnis beendete die Kita-Leitung umgehend. „Wir gehen mit dieser unverzüglichen Maßnahme davon aus, dass damit der Schutz der Kinder wieder vollumfänglich gewährleistet ist“, teilt die Stadt in einem Schreiben an die betroffenen Eltern mit.

Ein Kind hatte sich am 15. Mai seinen Eltern anvertraut und ihnen von einem Missbrauchsvorfall erzählt. Der für städtische Kitas verantwortliche Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen erstattete auf Hinweis der Eltern am 17. Mai Strafanzeige gegen den Praktikanten. Der ersten Anzeige, die bei der Dresdner Polizei einging, hatten sich laut Angaben der Stadt vier Eltern angeschlossen. Eine weitere Mutter habe sich selbstständig an die Polizei gewandt und den Kita-Mitarbeiter angezeigt.

Am 17. Mai setzte der Eigenbetrieb Kindertageseinrichtungen alle Eltern der Kita schriftlich über die mutmaßlichen Übergriffe in Kenntnis. Die betroffenen Eltern zeigten sich gegenüber DNN zutiefst erschüttert. Mit der Betreuung in der Kita seien sie bislang sehr zufrieden gewesen. Ihnen sei jedoch bewusst, „dass wir nicht im Märchenwald wohnen“ und man „in einen Praktikanten nicht reinschauen kann.“

Wie die Dresdner Polizei auf DNN-Anfrage mitteilt, befindet sich der Tatverdächtige weiterhin auf freiem Fuß. Derzeit liege kein konkreter Grund für eine Untersuchungshaft vor. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Um die Ermittler bei ihrer Arbeit nicht zu behindern, war der Fall bisher nicht an die Öffentlichkeit gelangt. „Die Landeshauptstadt Dresden hat den Schutz der Kinder deutlich höher bewertet, als den Informationsbedarf einer breiten Öffentlichkeit über einen noch nicht abschließend aufgeklärten Sachverhalt“, teilte Stadtsprecherin Diana Petters mit. Der Elternrat der Kita „Kinderwelten“ lobte die Diskretion der Behörden: „Mehr Infos zum Fall wären für uns nicht gleichbedeutend mit mehr Kinderschutz. Man muss das Vorgehen respektieren. Wir bringen unsere Kinder weiterhin mit einem guten Gefühl in diese Kita und haben vollstes Vertrauen in das Team und die Leitung.“

Von Mareike Mirau und Junes Semmoudi