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Lokales Populismus: Sonderforschungsbereich an der TU Dresden nimmt Arbeit auf
Dresden Lokales Populismus: Sonderforschungsbereich an der TU Dresden nimmt Arbeit auf
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12:00 19.10.2017
Nicht ausschließlich, aber vor allem in sozialen Netzwerken sind Hasskommentare ein großes Problem. Quelle: dpa
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Dresden

Woher kommen populistische Strömungen, welche Ziele verfolgen ihre Protagonisten damit und wie verändert sich die Gesellschaft dadurch? Diese und andere Fragen stehen im Zentrum des neuen Sonderforschungsbereichs (SFB) 1285 an der TU Dresden, der am Dienstag im Deutschen Hygienemuseum mit der Veranstaltung „Das Gespenst des Populismus“ feierlich eröffnet worden ist.

Zur Auftaktveranstaltung des SFB mit dem Titel „Invektivität. Konstellationen und Dynamiken der Herabsetzung“ begrüßte Geschichtsprofessorin Dagmar Ellerbrock den Literaturwissenschaftler Albrecht Koschorke, Professor an der Universität Konstanz. Gemeinsam mit dem Publikum ging der Wissenschaftler der Frage auf den Grund, warum sich Menschen des öffentlichen Lebens regelmäßig mit Hassnachrichten konfrontiert sehen müssen. Was treibt die Hasskommentatoren in den sozialen Netzwerken zu derartigen Tabubrüchen? Koschorke beleuchtete in seinem Vortrag die „Schmähung von Eliten“ und stellte die Grundsatzfrage, wie es aus dem historischen Verständnis der witzvollen Schmähung zu jener modernen, digitalen Form von Häme, Härte und Hass gegenüber den sogenannten „Eliten“ kommen konnte. Schmähung und Herabsetzung, als eine Macht der Ohnmächtigen, beginne dort, wo der Witz nicht angenommen werde, das gemeinsame Lachen ausbleibe und aus Witz Hass würde. Koschorke wagte auch den Blick auf die globale Bühne. Im Populismus erkennt er einen weltweiten Trend. Überall auf der Erde ließen sich heute solche Tendenzen erkennen.

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Den heiteren Abschluss des Abends bildete der Komödiant und Cartoonist Muhsin Omurca. Der Journalist und Filmkritiker Georg Seeßlen musste seine Teilnahme kurzfristig absagen.

Der SFB 1285 wird seit Mai dieses Jahres von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und über einen Zeitraum von vier Jahren gefördert. Der an der TU Dresden angesiedelte interdisziplinäre Sonderforschungsbereich untersucht die vielfältigen Phänomene der Herabsetzung sowohl historisch als auch kulturell vergleichend.

Von Carolin Seyffert

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