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Lokales Polizei: Mehr Tote und mehr verletzte Radfahrer in Dresden
Dresden Lokales Polizei: Mehr Tote und mehr verletzte Radfahrer in Dresden
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15:21 09.05.2019
Auf der Reisewitzer hatte nach einem Zusammenstoß mit einem BMW ein Radfahrer schwere Verletzungen erlitten. Quelle: Archiv/Roland Halkasch
Dresden

Bei Verkehrsunfällen in Dresden wurden im vergangenen Jahr mehr Menschen getötet als noch 2017. Das geht aus der polizeilichen Verkehrsunfallstatistik hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Außerdem wurden in der Landeshauptstadt deutlich mehr Radfahrer bei Unfällen verletzt. Ein Überblick.

Mehr Verkehrstote

Acht und damit doppelt so viele Menschen wie noch 2017 kamen im vergangenen Jahr auf Dresdens Straßen um. Dabei ging die absolute Zahl der Verkehrsunfälle um ein Prozent auf 14 244 zurück. Unfälle kommen also seltener vor, haben aber gravierendere Auswirkungen, was auch die Zahl der Verletzten anzeigt. Sie stieg merklich von 2505 auf 2671 an, wobei dieser Anstieg auf Unfälle mit leichten Verletzungen zurückzuführen ist (von 2097 auf 2266). Gerald Baier, Leiter der Dresdner Verkehrspolizei zieht daraus vor allem einen Schluss: „Trotz neuer Sicherheitstechnologien in Kraftfahrzeugen zeigt die Entwicklung der Verkehrsunfälle, dass der Fehlerfaktor Mensch nur schwer zu kompensieren ist“, sagt der 41-Jährige. Er appelliert an gegenseitige Rücksichtnahme und vorausschauende Verkehrsteilnahme. „Wir werden auch in Zukunft auf eine Kombination von Überwachungsmaßnahmen und präventiven Aufklärungsgesprächen bei Verkehrskontrollen setzten.“ Erste Kontrollen dieser Art hat es im Stadtgebiet schon gegeben.

Mehr Kinder verletzt

Bedenklich ist, dass auch die Zahl im Verkehr verletzter Kinder steigt. So wurden 182 Minderjährige leicht (2017: 134) und 30 schwer verletzt (2018: 38). Die meisten verunglückten Kinder waren mit dem Rad unterwegs (90), aber auch als Fußgänger (56) und Mitfahrer (66). 2018 starb kein Kind im Straßenverkehr.

Mehr verunglückte Radler

Obwohl es in Dresden weniger krachte, stieg die Zahl der Unfälle mit Radfahrerbeteiligung um zehn Prozent – ein seit Längerem anhaltender Trend. Bei Unfällen mit verletzten Radfahrern beträgt der Anstieg sogar 14 Prozent. In absoluten Zahlen wird das Problem besonders deutlich: Bei den nun 1563 Radlerunfällen gab es 1276 Verletzte, wovon 1186 Radfahrer waren. Das bedeutet: Bei Unfällen mit Radfahrern gibt es meist auch Verletzte, wobei es sich fast immer um die Radfahrer handelt.

Radler haben selten Schuld

Dabei sind Radler nur für rund ein Drittel dieser Unfälle selbst verantwortlich. Dennoch fordert Baier Radfahrer auf, mehr für ihren Eigenschutz zu tun. „Auch wenn rund 65 Prozent der Unfälle nicht durch den Radfahrer verursacht werden, steht immer die Frage der Vermeidbarkeit im Raum. Gesunder Menschenverstand und ein Mindestmaß an Selbstschutzgedanken gehört zur Unfallprävention ebenso dazu, wie die Einhaltung von Verkehrsregeln auf beiden Seiten“, sagt Baier. Angesichts der rücksichtslosen Fahrweise eines Teils der Dresdner Verkehrsteilnehmer gibt er jedoch eine düstere Prognose: „Solange sich im Verkehrsraum unabhängig der Verkehrsart jeder selbst der Nächste ist, werden Unfälle weiter steigen. Rücksichtnahme, Erkennbarkeit sind wichtige Schlagwörter in diesem Zusammenhang. Natürlich richtet sich unserer Kontrolltätigkeit neben dem Radfahrverkehr auch explizit auf den Kraftfahrzeugverkehr, um Fehlverhalten zu verfolgen und vor Gefahren dauerhaft zu sensibilisieren“, kündigt er an.

Vorfahrtsfehler am häufigsten

Mit 21,7 Prozent bleiben Vorfahrts- und Vorrangfehler die häufigste Unfallursache bei Kollisionen mit Verletzten. Weiter gehören „Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren (21,3 Prozent) sowie nicht angepasste oder zu hohe Geschwindigkeit (7,7 Prozent) zu den Hauptunfallursachen.

Auf Autobahn mehr Tote

Auch auf den Autobahnen 4, 13 und 17, für die die Polizeidirektion Dresden ganz oder teilweise zuständig ist, starben mit sieben Personen sechs mehr als im Jahr davor. Die Zahl der Unfälle stieg anders als im Stadtverkehr um 1,9 Prozent auf 1874 an. Es gab 323 Verletzte, die Anzahl Schwerverletzter darunter ist mit 98 sehr hoch. Hauptunfallursachen bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden waren zu geringer Sicherheitsabstand (29,7 Prozent) sowie zu hohe oder nicht angepasste Geschwindigkeit (23,4 Prozent). Bei den gestiegenen Unfallzahlen dürften auch die teils langen Staus aufgrund der Bauarbeiten auf A4 und A13 ihre Rolle gespielt haben. „Die Verkehrsdichte sowie Stauerscheinungen erhöhen das Grundrisiko von Verkehrsunfällen“, sagt deshalb Polizeirat Baier. „In Verbindung mit nicht angepasster Geschwindigkeit, zu geringem Sicherheitsabstand und Ablenkung liegt eine tödliche Kombination vor, die im Jahr 2018 mehrere Menschenleben gefordert hat. Im Ergebnis werden wir zusätzliche Geschwindigkeitskontrollen und Abstandsmessungen durchführen. Gleichzeitig werden wir sehr genau auf Verstöße gegen das Handyverbot am Steuer achten“, kündigt er an.

Mehr Raser erwischt

124 527 Verkehrskontrollen und damit mehr als noch 2017 (116 280) haben die Verkehrspolizei beschäftigt. Davon waren 2014 Geschwindigkeitskontrollen (2017: 2186), bei denen 49 190 Raser (2017: 43 178) erwischt wurden. 5932 von ihnen waren so schnell, dass sie ein Bußgeld bekamen. Außerdem wurden mehr Verkehrsordnungswidrigkeiten (113 001; 2017: 108 087) geahndet. 6885 Autofahrer hatten den Gurt nicht angelegt, 2522 telefonierten mit dem Handy am Steuer – beide Vergehen haben eine stark ansteigende Tendenz. „Die Anzahl tödlicher Verkehrsunfälle zeigt den ungebrochenen Bedarf für eine Ausweitung der Kontrollen“, meint Polizeirat Baier. „Insbesondere der Anstieg von Verstößen gegen die zulässige Höchstgeschwindigkeit sowie die Smartphone-Nutzung ist bedenklich. Gleichzeitig stehen die Überwachung der Gurtpflicht sowie Alkohol- und Drogenkontrollen im Fokus der Polizei.“ Auch wenn die Zahl der Unfälle, bei denen Alkohol oder Drogen im Spiel waren, von 248 auf 215 zurückging. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben.

Radfahrer wurden bei 6463 Verstößen erwischt, auch das ein Anstieg. Radfahrer tendierten gerade im städtischen Bereich zum Fahren entgegen der Fahrtrichtung, sagt Polizeirat Baier. „Auch das Fahren bei Rotlicht oder auf Fußwegen stellt einen Schwerpunkt dar, den wir regelmäßig ahnden.“

Von Uwe Hofmann

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