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Lokales Petition gegen Vonovia-Pläne gescheitert
Dresden Lokales Petition gegen Vonovia-Pläne gescheitert
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08:27 27.04.2018
Nachverdichtung in einem grünen Wohnviertel: Vonovia will Freiflächen in der Pirnaischen Vorstadt bebauen. Quelle: Jürgen-M. Schulter
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Dresden

 Lautstarker Protest im Petitionsausschuss des Stadtrats: Anwohner aus der Pirnaischen Vorstadt verließen am Mittwochabend erzürnt das Rathaus. Der Ausschuss hatte mit einem klaren Votum von elf gegen vier Stimmen eine Petition der Anwohner zurückgewiesen.

Die Petition richtet sich gegen die Pläne des börsennotierten Immobilienunternehmens Vonovia, auf Freiflächen an der Seidnitzer Straße Neubauten zu errichten. Die im vergangenen Jahr vorgestellten Pläne haben für Aufruhr bei einigen Mietern gesorgt, die einen Verlust von Wohn- und Lebensqualität befürchten.

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Nur die Linken stimmen für die Petition

Die Fraktion Die Linke hatte die Proteste der Anwohner aufgegriffen und einen Bebauungsplan für das Gebiet im Stadtrat gefordert. Das hätte die Neubaupläne um viele Jahre verhindert. Die Stadtratsmehrheit stimmte im April 2017 dagegen, löste aber mehrere Aufträge für Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) aus. So sollen die Neubauten nicht höher werden als die Altbauten aus den 1950er Jahren. Der Charakter der großen Höfe soll weitgehend erhalten bleiben, Vonovia sollte in einen moderierten Dialog mit den Bewohnern treten.

Die Moderation war im Februar gescheitert, über die Ursachen gibt es verschiedene Versionen. „Die Petition hat sich gegen einen Stadtratsbeschluss gerichtet“, erklärte Stadtrat Peter Bartels (SPD) zuständiger Bearbeiter der Thematik für den Ausschuss. Die Petenten würden sich außerdem mit Fragestellungen wie der Einrichtung von Parkplätzen befassen, die im gegenwärtigen Verfahrensstadium noch gar nicht diskutiert würden.

Dem Vorschlag, die Petition abschlägig zu bescheiden, folgte die übergroße Mehrheit im Ausschuss. Nur die Mitglieder der Fraktion Die Linke stimmten dagegen. Vonovia-Sprecherin Bettina Benner erklärte gegenüber DNN: „Wir haben beim Bauvorhaben Seidnitzer Straße von Beginn an eine offene Kommunikation gepflegt. Es war uns wichtig, unsere Kunden von Anfang an mitzunehmen.“ Auch im Mediationsverfahren sei der Austausch offen und konstruktiv gewesen.

Dresden braucht Wohnungsbau

Vonovia sei froh, nun den Bauantrag vorbereiten und einreichen zu können, so Benner. „Damit können wir den für Dresden wichtigen Neubau von Wohnungen einleiten.“ Selbstverständlich werde Vonovia den Dialog mit den Mietern fortführen, kündigte die Sprecherin an.

Bartels mahnte eine Debatte im Stadtrat über die Frage an, wie sich die Stadt künftig entwickeln soll. „Soll es eine Stadterweiterung nach außen geben oder nutzen wir geeignete Flächen in der Innenstadt?“ Dresden brauche Wohnungsbau und es gebe durchaus innerstädtische Potenzialflächen, die für eine Nachverdichtung geeignet seien.

Von Thomas Baumann-Hartwig