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Lokales Pegida-Gegner machen gegen Höcke mobil
Dresden Lokales Pegida-Gegner machen gegen Höcke mobil
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12:36 14.05.2018
Björn Höcke während eines Auftritts am diesjährigen Aschermittwoch in Pirna.
Björn Höcke während eines Auftritts am diesjährigen Aschermittwoch in Pirna. Quelle: Daniel Förster
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Dresden

 Mit Transparenten, Plakaten und Musik wollen Gegner des AfD-Hardliners Björn Höcke an diesem Montagabend gegen dessen Auftritt auf dem Dresdner Postplatz demonstrieren. Die Gruppe Nationalismus raus aus den Köpfen ruft ab 18 Uhr direkt vor dem Bereich des Schauspielhauses zu Protesten gegen den Thüringer AfD-Politiker auf. Der 46-Jährige will an diesem Montag bei Pediga sprechen.

Die Gegenveranstaltung wird erstmals in direkter Nachbarschaft zu Pegida – hinter der Bühne des asyl- und islamfeindlichen Bündnisses – stattfinden. Die Initiatoren des Gegenprotests haben bereits angekündigt, die Veranstaltung „unübersehbar mit unseren Transparenten“ umrahmen zu wollen und den Akteuren von Pegida „beinahe persönlich die Meinung sagen“ zu wollen.

Unterstützt wird der Gegenprotest den Angaben zufolge von Künstlern des Staatsschauspiels, den Musikern von Banda Comunale und dem Chor des Dresdner Montagscafés. Das Bündnis Hope plant zudem wieder einen weiteren Gegenprotest auf dem Dresdner Neumarkt.

Höckes "Dresdner Rede" sorgte schon einmal für Debatten

Der Thüringer AfD-Mann Björn Höcke hatte schon einmal mit einer Rede in Dresden für bundesweite Schlagzeilen und breite Empörung gesorgt. Im Januar 2017 forderte der Chef Thüringer AfD-Landtagsfraktion bei einem Auftritt im Ballhaus Watzke auf einer Veranstaltung der Jungen Alternative „eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ und hatte mit Bezug auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin von einem „Denkmal der Schande“ gesprochen. Damals hatte es ebenfalls massive Proteste gegen den Auftritt von Björn Höcke gegeben. Auch innerhalb der AfD sorgte die Rede für heftige Debatten. Ein angestrebtes Parteiausschlussverfahren hatte allerdings keinen Erfolg.

Zugleich hatte Björn Höcke bei dieser Gelegenheit offen seine Sympathien für Pegida bekundet. Damals hatte es die AfD noch abgelehnt, offiziell mit dem Bündnis gemeinsame Sache zu machen. Im März dieses Jahr hatte die Partei dieses Verbot allerdings gekippt. Seitdem dürfen AfD-Mitglieder bei Pegida auftreten. Vor einem Monat war unter anderem der Hoyerswerdaer AfD-Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse bei dem fremdenfeindlichen Bündnis auf der Bühne zu Gast.

Von Sebastian Kositz