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Lokales Parkeisenbahn hat nach Missbrauchsvorfällen ein Kinderschutzkonzept
Dresden Lokales Parkeisenbahn hat nach Missbrauchsvorfällen ein Kinderschutzkonzept
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18:17 04.04.2019
Das Maskottchen Parkolino wirbt seit Jahren für die Parkeisenbahn. Bevor er sich nach Bekanntwerden der schweren Missbrauchsvorwürfe gegen ihn im Mai 2016 das Leben nahm, steckte oft Tilo H. in dem Kostüm. Quelle: Oliver Killig/Archiv
Dresden

Die Dresdner Parkeisenbahn hat endlich ein Schutzkonzept für Kinder und Jugendliche. Daran haben die Fachstelle zur Prävention sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen „Shukura“ und der Staatsbetrieb Schlösser, Burgen und Gärten (SBG) seit 2016 gearbeitet. Damals beging Tilo H. Selbstmord, nachdem ihn ein jugendlicher Parkeisenbahner des Missbrauchs angezeigt hatte und der bei der Parkeisenbahn sehr involvierte Tilo H. daraufhin suspendiert wurde.

Die erst spät von der SBG öffentlich angesprochenen Vorgänge brachten nach Recherchen von Medien und einer Ermittlungsgruppe weitere Missbrauchsfälle, Fehlverhalten von Vorgesetzten und auch Hinweise auf weitere Täter zutage. Das Jugendamt Dresden prüfte daraufhin, ob der Parkeisenbahn-Förderverein noch als Träger der Freien Jugendhilfe tragbar ist. Auch und vor allem, weil die Strukturen und Abläufe bei der Parkeisenbahn Missbrauch begünstigten, wie der Vater des betroffenen Jungen kritisierte.

Finanzstreit bremste Umbauarbeiten aus

Seither hat sich einiges getan. Die SBG haben zunächst die Abläufe zwischen sich und dem Parkeisenbahn-Verein klarer geregelt. Auch wurde im April 2017 ein Beschwerdemanagement eingeführt, dass das Melden sexueller Übergriffe und eines ruppigen Umgangs transparent macht und erleichtert. Danach wurde es allerdings still um die Umbauarbeiten, die von einer 16-köpfigen Steuergruppe aus Mitarbeitern, Elternvertretern, Shukura und Leitungspersonal angeleitet wurden. Der Grund: Zwei unabhängig von SBG und Parkeisenbahn beschäftigte Sozialpädagogen sollten den erwachsenen Parkeisenbahnern künftig auf die Finger schauen und als Ansprechpartner für Kinder dienen. Um die Finanzierung der Stellen stritten Stadt und Schlösserbetrieb seit 2017 – so lange wurden die Anstellung auf Eis gelegt.

Kinderrat und Elternrat geschaffen

Nun hat der Staatsbetrieb es offenbar aufgegeben, die Landeshauptstadt zu einer Kostenteilung zu bewegen. Die Sozialpädagogen sollen künftig mit je einer halben Stelle „in die Abläufe der Parkeisenbahn integriert“ sein, teilen die SBG mit. Aus zwei vollen wurden also zwei halbe Stellen. Die Trägerschaft soll die Arbeiterwohlfahrt (AWO) übernehmen, die auch die Präventionsstelle „Shukura“ betreibt. Wann die beiden Mitarbeiter angestellt werden, ist offen. Der Staatsbetrieb SBG war am Donnerstagnachmittag für Fragen nicht erreichbar.

Weitere Bestandteile des Kinderschutzkonzepts ist ein Partizipationskonzept, das insbesondere einen Kinder- und Jugendrat und einen Elternrat ins Leben ruft. Bereits absolvierte Präventionsschulungen sollen feste Einrichtung werden, ebenso werden nicht näher konkretisierte Präventionsmaßnahmen festgeschrieben.

Transparenz als Grundsatz des Konzepts

Zudem gibt es im Konzept diverse Regeln und Vorschriften zur Überprüfung und Selbstverpflichtung der Mitarbeiter sowie verschiedene Handlungsleitfäden, die zum Beispiel bei Verdachtsfällen oder der Offenlegung sexualisierter Gewalt, Kindeswohlgefährdung, aber auch bei Gewalt durch Kinder greifen. Dazu gehören auch Handreichungen für Personalauswahlverfahren und den Umgang mit unentschuldigten Fehlzeiten von Kindern und Jugendlichen.

Transparenz sei im Kinderschutzkonzept „zentraler Grundsatz“, teilen die SBG mit. „Darüber hinaus wird das Schutzkonzept nun in alle Bereiche der Parkeisenbahn durch Schulungen und Informationsveranstaltungen implementiert und soll mindestens aller drei Jahre auf Aktualität und Vollständigkeit überprüft werden.“

Am 14. April feiert das Schlösserland Saisoneröffnung; zwei Tage später beginnt der reguläre Fahrbetrieb der Parkeisenbahn im Großen Garten.

Von Uwe Hofmann

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