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Lokales Osterausstellung im Jägerhof ist in diesem Jahr erzgebirgisch
Dresden Lokales Osterausstellung im Jägerhof ist in diesem Jahr erzgebirgisch
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09:08 07.04.2019
Erzgebirgische Miniaturen wie diese stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Schau. Quelle: Anja Schneider
Dresden

„Sie suchen gewiß schon lange nach einem Spielzeug, das Ihre Kinder, ohne zu ermüden, dauernd beschäftigen soll.“ Dieser Wunsch kommt einem doch sehr aktuell vor.

Ein Spielzeug, das die Phantasie anregt, Liebe zu Natur und Umwelt befördert und auch noch bildet. Genau das offerierte der Spielzeugladen Richard Zeumer, der von 1882 bis zur Zerstörung 1945 auf der Dresdner Schloßstraße bestand. „Die wenige Zeit, die Schulkindern noch zum Spielen bleibt, wird voll ausgenutzt“, heißt es in der Geschäftswerbung weiter. Und was verspricht nun solcherart gebändigte Kinder? Erzgebirgische Miniaturen. Heimat-Spielzeug. Das „Erzgebirgische Dörfchen“, das sich schnell zur Stadt- oder Flusslandschaft auswuchs und auch berühmte Gebäude parat hielt.

Kunstvoll perforiertes Ei. Quelle: Anja Schneider

Es war die Zeit um die vorige Jahrhundertwende und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die diese Miniaturen zum Blühen brachte. Objekte und Figuren bildeten das ganze Leben ab – von der Schuleinführung bis zum Friedhof, wie das Museum für Sächsische Volkskunst in seinem Obergeschoss darstellt.

Lieferten sie einst Erkenntnisse, sind es heute Wiedererkennungseffekte. So wird in einem Arrangement Dresdens Altstadt mit Hof- und Kreuzkirche, alter Semperoper und Frauenkirche präsentiert, aber auch Nachbildungen von Zoo oder Putjatinhaus. Die Gebäude des alten Dresden sind eine Leihgabe aus Privatbesitz. Alles weitere Interieur dieses Schaubildes war ein Geschenk zweier Damen aus den USA, die Dresden als Kind verlassen haben.

Man sollte sich Zeit lassen vor diesen Bildern, denn in ihnen sind Geschichten versteckt. Meist wird das „Erzgebirgische“ zur Weihnachtszeit hervorgeholt. Diesmal ist es die österliche Begleitausstellung. Gespielt wurde mit den Miniaturen schließlich das ganze Jahr und die Szenerien sind meist gar nicht winterlich.

Mit Singvögeln bemaltes Ei. Quelle: Anja Schneider

„Das schönste Spielzeug der Welt“, wie Zeumer Dresden-typisch vollmundig verkündet, ist auf Oskar Seyffert zurückzuführen. Auch das enthält die Werbung des Spielzeughändlers. Bingo! War Seyffert, Professor an der Königlichen Kunstgewerbeschule, bekanntlich der Gründer des Museums für Sächsische Volkskunst. Ihn als Spielzeugdesigner vorzustellen ist nur folgerichtig. Ab 1903 entwickelte er gemeinsam mit Oberbaurat Karl Schmidt nach ästhetischen und bildungskonzeptionellen Grundsätzen die Urform des heimatlichen Dorfes.

Eier und geschmückte Ostersträuße gibt es natürlich auch. Frisch Gebasteltes und Objekte aus dem Fundus verstecken sich überall im Haus. Ob sorbische Traditionstechniken oder russische Ikonen, nagellackverziert oder mit Hut dekoriert – jeder kann wohl sein Lieblingsei finden. Zu den langjährig beteiligten Volkskünstlern gehört Familie Arndt aus Dresden. Sie ist mit plastischen Märchenszenen und dem Griff in die Knopfkiste dabei. Der 78-jährigen Ursula Illig aus Neustadt/Sa., fast seit 30 Jahren präsent, ist eine Sonderausstellung gewidmet. Bewundernswert malt sie Blumenbuketts, Hasen, Vögel und Katzen oder perforiert und zersägt Eier aller denkbaren Größen.

Besucher erwartet ein Ostermarkt mit 25 Ständen pro Tag. Bis zu 100 Bastler laden dort zum Mitmachen, Schauen und Kaufen ein, erstmals dabei auch die Flechtkünstlerin Elisabeth Kaaf. Traditionell gibt es auch wieder ein begleitendes Veranstaltungsprogramm.

Ostern im Jägerhof: 6.–28. April, täglich 10–18 Uhr, montags geschlossen; Karfreitag und Ostermontag 10–18 Uhr; Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren frei

Von Genia Bleier

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