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Lokales Oscar-Preisträger: Wie ein Uhrmacher von Dresden aus die Welt eroberte
Dresden Lokales Oscar-Preisträger: Wie ein Uhrmacher von Dresden aus die Welt eroberte
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20:23 16.11.2019
Original aus Sachsen: Ev und Stefan Kudoke bei der Preisverleihung in Genf. Ihre "Kudoke 2" mit 24-Stunden-Anzeige und Glasboden überzeugte die Jury. Quelle: DNN
Dresden

Was für eine Geschichte! Ein kleiner unabhängiger Uhrmacher aus Sachsen gewinnt den „Grand Prix d’Hologerie de Genève“. Der Preis mit dem wohlklingenden Namen ist nichts anderes als der Oscar der Uhrenbranche. Schweizer Manufakturen mit nicht minder wohlklingenden Namen können sich regelmäßig mit dem „Grand Prix“ schmücken. Aber ein kleiner unabhängiger Uhrmacher aus Sachsen? Der noch nicht mal in Glashütte geboren ist, sondern in Frankfurt/Oder?

Der Oscar der Uhrenbranche

Stefan Kudoke heißt der Oscar-Preisträger der Uhrenbranche, und er stellte einige Jahre lang seine Uhren in einem kleinen Atelier in der Inneren Neustadt in Dresden her. Erst vor kurzem verlegte er den Sitz seiner Firma nach Weifa in Ostsachsen. Von dort stammt seine Frau Ev, mit der er den Familienbetrieb führt. Den Oscar erhielt Familie Kudoke für das neue Modell „Kudoke 2“. Eine mechanische Armbanduhr, die dem Träger nicht nur die Uhrzeit, sondern auch eine 24-Stunden-Anzeige bietet.

Die sich drehende Himmelsscheibe mit Sonne auf der einen und Mond und Sternen auf der anderen Seite überzeugte die 30-köpfige Jury aus internationalen Uhrenkennern, -sammlern und -publizisten. In der Kategorie von 4000 bis 10 000 Schweizer Franken landete das Unternehmen aus Ostsachsen auf dem obersten Treppchen. „Sich als kleiner Familienbetrieb in der Endauswahl gegen große Marken wie IWC, Zenith oder Maurice Lacroix durchsetzen zu können, macht es für uns zu einer ganz besonderen Ehre und Würdigung unserer Arbeit“, erklärten Ev und Stefan Kudoke.

Meisterbrief mit 22 Jahren

Eigentlich war nichts anderes von Stefan Kudoke zu erwarten als ein Oscar. Wer neben dem Studium der Betriebswirtschaftslehre ein eigenes Unternehmen aufbaut und die Betriebsmittel mit seinem schmalen Bafög finanziert, wer mit 22 Jahren einen Meisterbrief in der Hand hält, wer als gestandener Unternehmer erneut die Schulbank drückt und Politikwissenschaft studiert – rein aus Interesse – der kann nur ganz weit vorne landen.

Kudoke hat sich in der Branche zunächst mit handwerklich skelettierten und gravierten Uhrwerken einen Namen gemacht. Für die neue Kollektion „HANDwerk“ ist er unter die Konstrukteure gegangen. „Mit meinem ersten eigenen Uhrwerk habe ich mir einen Traum erfüllt“, gesteht er. Er habe sich von den alten Meistern inspirieren lassen, insbesondere von der deutsch-englischen Handwerkstradition. Vor längerer Zeit habe er ein altes englisches Taschenuhrwerk gekauft, das lange in einer Schublade gelegen habe. „Irgendwann fiel es mir wieder in die Hände – gerade, als sich die Idee eines eigenen Uhrwerkes konkretisierte“, erklärt Kudoke die ersten Schritte auf dem Weg zum großen Wurf.

Handwerkskunst in Kleinstserie – das ist das Credo der Uhrmacherfamilie, die von Dresden in die Lausitz umgezogen ist. Und richtig, eine Glashütter Vergangenheit hat Kudoke auch: In der Manufaktur „Glashütte Original“ erwarb er seinen Meisterbrief, danach ging er für die Swatch Group nach New York in den Kundendienst für namhafte Hersteller, die schon mehr als einmal den Oscar der Uhrenbranche gewonnen haben. Nun ist Kudoke selbst Oscar-Preisträger. Was für eine Geschichte!

Von Thomas Baumann-Hartwig

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