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Lokales Offene Rechnungen: Dresdner schulden der Drewag 2,9 Millionen Euro
Dresden Lokales Offene Rechnungen: Dresdner schulden der Drewag 2,9 Millionen Euro
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15:22 06.02.2019
Wer ohne Strom ist, sitzt im Dunkeln. 2018 traf das in Dresden 2325 Haushalte, die ihre Rechnung nicht gezahlt hatten. Quelle: Jonas Güttler/dpa
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Dresden

Die DrewagStadtwerke Dresden GmbH hatten im vergangenen Jahr 2,9 Millionen Euro Außenstände über alle Medien. Das teilte Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann auf Anfrage der DNN mit. Im Jahr 2017 waren es noch 3,1 Millionen Euro offene Forderungen und im Jahr 2016 3,6 Millionen Euro.

„Die beste Lösung ist es immer noch, wenn sich die Menschen bei uns melden“

Im vergangenen Jahr haben die Stadtwerke laut Ostmann in 15.000 Fällen wegen unbeglichener Rechnungen eine Stromsperre angedroht und in 8029 Fällen eine Sperre angekündigt. Tatsächlich sperrte der Energieversorger in 2325 Fällen bei Haushalts- und Gewerbekunden den Strom. Im gleichen Zeitraum registrierten die Drewag 2424 Entsperrungen, was damit zusammenhängt, dass auch im Vorjahr gesperrte Anschlüsse wieder entsperrt wurden.

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2017 gab es den Angaben zufolge 2027 Sperrungen und 2196 Entsperrungen. 2011 waren es dagegen noch 3148 Sperrungen. „Grundsätzlich ist die Tendenz in Dresden seit Jahren rückläufig“, erklärte die Sprecherin. Gründe dafür seien die gute Konjunktur, ein ausgereiftes Forderungsmanagement bei den Drewag und die Tatsache, dass viele Schuldner wissen würden, was sie zu tun haben. So bestehe die Möglichkeit, dass das Sozialamt die Überweisungen tätigt und die Betroffenen das Geld nicht anderweitig ausgeben können.

Schuldnern werde die Möglichkeit einer Ratenzahlung angeboten. „Die beste Lösung ist es immer noch, wenn sich die Menschen bei uns melden und im Vorfeld der Sperrung eine Lösung des Problems suchen.“ im Drewag-Treff im World Trade Center stünden die entsprechenden Ansprechpartner zur Verfügung.

Grüne fordern Verzicht auf Stromsperren

Eine Sperre kommt nicht wie ein Naturereignis über die Betroffenen. Bei jeder Rechnung gilt eine Fälligkeit von 14 Tagen. Danach wird der Mahnprozess in Gang gesetzt. Die Unterbrechung der Versorgung darf erst vier Wochen nach der Androhung erfolgen und muss drei Tage vor Vollzug noch einmal angekündigt werden.

Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen fordert in seinem Kommunalwahlprogramm von der Drewag einen Verzicht auf die Stromsperren. Ostmann verweist auf die Stromgrundversorgungsverordnung, in deren Paragraf 19 die Unterbrechung der Versorgung geregelt ist. „Wir halten uns an Recht und Gesetz“, bekräftigt die Sprecherin.

Viele der Kunden würden noch am Tag der Sperrung in den Drewag-Treff kommen. Etwa die Hälfte zahle innerhalb einer Woche. Einen Durchschnittswert für die Dauer von Sperrungen könnten die Drewag aber nicht benennen, so Ostmann.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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