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Lokales Missbrauchsprozess – Geständnis unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Dresden Lokales Missbrauchsprozess – Geständnis unter Ausschluss der Öffentlichkeit
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15:04 30.04.2019
Der Angeklagte beim Prozessauftakt. Quelle: Monika Löffler
Dresden

Der wegen Kindesmissbrauchs am Dresdner Landgericht angeklagte Mann aus Malchow (Mecklenburg-Vorpommern) hat die Taten gestanden. Sein Mandant räume alle Vorwürfe wie angeklagt ein, sagte sein Verteidiger nach dieser kurzen Einlassung hinter verschlossenen Türen am Dienstag. Zuvor machte die wegen Beihilfe beschuldigte Ex-Lebensgefährtin, auf deren Aussagen die Anklage beruht, Angaben zur Sache.

Sicherungsverwahrung beantragt

Die Jugendschutzkammer hatte zum Auftakt einem Antrag ihrer Verteidigung stattgegeben und die Öffentlichkeit aus dem Saal geschickt. Der Schutz der persönlichen Sphäre der zweifachen Mutter überwiege das öffentliche Interesse, sagte der Vorsitzende Richter. Nach Angaben ihrer Anwältin steht die 31-Jährige seit Jahren unter psychiatrischer Betreuung und war schon in stationärer Behandlung.

Die Mutter befindet sich seit Jahren in psychiatrischer Behandlung. Quelle: Monika Löffler

Der einschlägig vorbestrafte 34-Jährige ist wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern angeklagt. Die Staatsanwaltschaft sieht bei ihm einen Hang zu derartigen Taten und hat Sicherungsverwahrung beantragt. Er soll über eine Dating-Plattform gezielt Kontakt zu alleinerziehenden Müttern in Sachsen aufgenommen haben, um sich an deren Töchtern zu vergehen. Insgesamt geht es in dem Verfahren um zehn Taten, drei Fälle davon betreffen eine Siebenjährige aus Chemnitz.

Täter war bereits verurteilt

Die mitangeklagte Dresdnerin hat ihren damaligen Freund laut Anklage unterstützt, der Heirat und ein neues Leben in Dubai versprach. Sie habe ihm wunschgemäß kinderpornografische Fotos und Videos ihrer beiden Töchter geschickt. Das ein Jahr alte Mädchen soll er schon beim ersten Besuch missbraucht und sich bei der Reise gen Süden dann mehrfach an der vierjährigen Schwester vergangen haben. Die Mutter habe die Kinder „vorbereitet“ und nicht eingegriffen.

Der Mann war Ende Oktober 2018 in Malchow gefasst worden. Der Fall hatte für Aufregung gesorgt, weil ihn ein Amtsgericht dort erst im September wegen Kindesmissbrauchs zu einer Haftstrafe verurteilt hatte. Er blieb auf freiem Fuß, weil der Richterspruch noch nicht rechtskräftig ist. Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt noch in weiteren Fällen gegen ihn.

Der Prozess wird am 17. Mai fortgesetzt. Die Kammer beraumte zudem zwei weitere Termine bis Mitte Juni an. Zusätzlich sollen zwei frühere Lebensgefährtinnen des Angeklagten geladen werden.

Von dpa

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