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Lokales Noch mehr bunte Wiesen statt Rasen
Dresden Lokales Noch mehr bunte Wiesen statt Rasen
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13:08 09.04.2019
Marcel Maroldt (28), Meister Garten und Landschaftsbau, säht auf dem Mittelstreifen der St. Petersburger Straße Wildblumen aus. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Rundblättrige Glockenblume, Moschus-Malve, Margerite, Klatschmohn und viele andere mehr – der bislang kurz gehaltene grüne Rasen zu Füßen der Bäume auf der St. Petersburger Straße zwischen Rathenauplatz und Georgplatz soll peu á peu aufblühen. Denn die Stadtverwaltung will die große Fläche zwischen Georgplatz und Rathenauplatz, wo jetzt maximal gelbe Löwenzahnblüten für Farbtupfer sorgen, zu einer bunten Blumenwiese entwickeln.

Zwei unterschiedliche Samenmischungen

Dazu lockern die Landschaftsgärtner des Regiebetriebes Zentrale Technische Dienste auf einem etwa zwei Meter breiten Streifen in der Mitte der Fläche die Grasnarbe auf bzw. entfernen sie in der sonnigen Ecke zwischen Rathaus und Skateranlage ganz. Dann werden Samen ausgesät.

Es handelt sich um zwei unterschiedliche Samenmischungen – eine für eher sonnige und eine für eher schattige Standorte. Das Saatgut stamme zum Teil aus dem Projekt „Urbanität und Vielfalt“ des Umweltzentrums. „Es wurde im vergangenen Jahr von Dresdnerinnen und Dresdnern gewonnen, die sich an dem von der Stadt Dresden begleiteten Projekt beteiligt haben“, so Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen.

Wiesenblumensamen für die St. Petersburger Straße. Ausgesät werden die „Reb- und Obstzeilenmischung“ – das ist ein Sortiment schattenliebender Pflanzenarten – und die Mischung „Wärmeliebender Saum“ für sonnige Standorte. Quelle: Anja Schneider

Zwei Meter breiter Streifen in der Flächenmitte als „Keimzelle“

Der Saatstreifen in der Mitte der Fläche soll „Keimzelle“ sein, erklärt Jörg Lange aus dem Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Von dort aus könnten sich die Wildpflanzen, die Insekten Lebensraum und Nahrung bieten sollen, in der Umgebung ausbreiten. Aus diesem Grund werde die umgebende Rasenfläche ab sofort nur noch extensiv gepflegt, also ein- bis zweimal pro Jahr gemäht. Ausnahme ist ein Streifen entlang der Fahrbahnen. Der werde aus Gründen der Verkehrssicherheit weiterhin kurz gehalten, so Jörg Lange. Über das Projekt sollen spätestens ab Anfang Mai vor Ort auch Hinweistafeln informieren.

Bis sich eine Blumenwiese etabliert braucht es Geduld

Eines muss man jedoch bei der Entwicklung von Blumenwiesen haben: Geduld. Die Initiatoren des Projektes rechnen damit, dass es wenigstens fünf Jahre dauert, bis sich die Mittelinsel zur Wildblumenwiese entwickelt hat. Das Umweltzentrum begleite das Projekt, um Handhabung und Auswirkungen zu beobachten, hieß es.

Blumenwiesen sind kein Geldspar-Projekt, sagt die Stadt

„Ein weit verbreiteter Irrtum“ sei, dass die Stadt mit der extensiven Bewirtschaftung von Grünflächen Geld sparen wolle. „Wir mähen dann zwar nicht mehr bis zu zwölf Mal Rasen im Jahr“, so Lange. Aber die Mahd der dauere länger, es sei eine spezielle Mähtechnik erforderlich, das Mähgut müsse beräumt werden und nicht zuletzt würden Kosten für die Kompostierung anfallen, so die Argumentation.

Bislang gibt es 375 Hektar „Langschnittwiesen“

Das Amt für Stadtgrün möchte dort, wo es möglich ist, noch mehr Langschnittwiesen etablieren. So sollen in diesem Jahr zu den 375 Hektar Fläche, auf denen das bereits praktiziert wird, weitere zehn Hektar hinzukommen. 4,2 Hektar davon entfallen auf die St. Petersburger Straße.

FDP hält Eva Jähnigens Wiesenprojekt für „kümmerliches Pflänzchen

Die FDP hat das Blumenwiesenprojekt auf der St. Petersburger Straße als „nette Idee“, bezeichnet, die aber nur „ein kleines kümmerliches Pflänzchen im Garten der Möglichkeiten“ bleibe. Das sagte Robert Malorny, Stadtratskandidat im Wahlkreis Altstadt und Ortsvorsitzender der FDP Altstadt. Denn aus seiner Sicht könne der Mittelstreifen mehr sein als nur Blumenwiese.

Fläche der Allee sollte vielfältiger genutzt werden

„Wir schlagen vor, die Flächen noch weiter zu strukturieren und zum Beispiel Sträucher als Abgrenzung zur Fahrbahn zu pflanzen, um abgeschlossene Flächen zu schaffen und den Verkehr sicht- und hörbar abzugrenzen. Es könnten Bänke aufgestellt, Freiflächen für Kunst genutzt und sogar Wege angelegt werden, die Fahrradfahrer und Fußgänger nutzen.“

Malorny findet es wichtiger, im Bereich zwischen Georgplatz und Wiener Platz Möglichkeiten zu finden, dass das Radfahren sicherer wird, dass Anwohnerparken möglich ist und dass „die St. Petersburger Straße beidseitig zweispurig als wichtige Verkehrsader funktioniert“.

Von Catrin Steinbach

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