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Lokales Neustart für Schloss Übigau
Dresden Lokales Neustart für Schloss Übigau
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07:34 23.06.2019
Das Schloss wird zum Wirtshaus im Spessart, gammligen Charme hat das Gebäude (noch) reichlich zu bieten. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Die Zukunft von Schloss Übigau sieht düster aus, schrieben die DNN 2016. Damals gingen die Lichter in Schloss und Garten für immer aus. Die Sommerwirtschaft packte nach acht Jahren endgültig ein. Kleinere Events und Open-Air-Veranstaltungen gehörten der Vergangenheit an, und die Angst ging um, das barocke Kleinod könnte nun ganz verfallen.

Jetzt sieht die Zukunft für Schloss Übigau einigermaßen rosig aus. Es gibt nicht nur einen neuen, bodenständigen Eigentümer (DNN berichteten), sondern vor allem auch ein Nutzungskonzept und Betreiber für selbiges. Den Startschuss lieferte am Freitag die Eröffnung des Sommergartens, musikalisch mit Rock’n Roll der Firebirds untermalt, die in Kürze weiter von sich reden machen werden. Die Betreibergesellschaft „Elbschloss Übigau GmbH“ hat eine neue Bar aufgebaut, für Bestuhlung und Technik gesorgt und empfängt nun jeden Donnerstag und Freitag ab 16 Uhr sowie Sonnabend und Sonntag ab 11 Uhr Gäste.

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Aber was wären Essen und Trinken ohne kulturelle Sommerschmeckerchen auf den Stufen des Schlosses. Für die theatralen Leckerbissen ist die „Comödie im Schloss“ zuständig, wobei Olaf Maatz, Geschäftsführer der Comödie Dresden, in beiden Schloss-Unternehmen aktiv ist. Mit zwei Open-Air-Highlights geht es in diesem Sommer los: Vom 5. Juli bis zum 25. August läuft die Abenteuerkomödie „Das Wirtshaus im Spessart“ – vom 28. August bis zum 7. September bieten die Firebirds ihre Burlesque-Show als Extra Special. Und das ist erst der Anfang (für möglichst schöne Abende, denn die Schlechtwetter-Variante heißt einfach nur Regencapes). „Nächstes Jahr entwickeln wir Übigau weiter zum Kunst- und Kulturschloss“, verspricht Maatz. Dann soll Theater auch im Gebäude möglich werden.

Düster bleibt es 2019 aber doch noch ganz ordentlich – zumindest was die Räuberbande und ihre Spelunke betrifft, die vom Spessart kurzerhand nach Übigau an die Elbe verlegt worden ist. Die Schlossfassade als Bühnenbild sieht mit Bretterverschlag und Einschusslöchern nun noch ein bisschen gammliger aus. Regisseur Christian Kühn hat die Novelle von Wilhelm Hauff leicht modernisiert und zwischen Western und Märchen angesiedelt. Dafür legte Rainer König sein Hexenkostüm bereitwillig in die Ecke und ist jetzt sowohl fragwürdiger Wirt als auch Graf. Den Räuberhauptmann spielt Philipp Richter, der beim Comödien-Publikum bestens bekannt ist. Auch Dresdens prominente Youtuberin Aline Bachmann steht mit auf der Bühne. Man darf gespannt sein. Seit vier Wochen probt das Team vor Ort. „Langfristig“, sagt Kühn, „wollen wir hier auch Geschichten des Schlosses erzählen.“

Tickets: www.comoedie-dresden.de; Hotline: 0351/ 86 64 10; Parkplätze: auf dem Edeka-Gelände, rund 500 Meter entfernt

Von Genia Bleier