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Lokales Neues Travestietheater mit prunkvoller Show eröffnet
Dresden Lokales Neues Travestietheater mit prunkvoller Show eröffnet
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09:55 05.10.2015
"Stars & Diamonds" heißt die neue Show, mit der Zora Schwarz ihr neues Travestietheater eröffnet hat. Quelle: Anja Schneider
Zora schwebt

Nicht ganz auf Wolke 7, dafür sind die unwägbaren Probleme noch zu groß. Aber sie schwebte strahlend auf rotem Sofa vom Bühnenhimmel auf die Travestiebretter, die ihr Leben sind und eröffnete damit das aktuelle Programm. Die doppelte Premiere ist geschafft: Das neue Theater im ehemaligen Festspielhaus von Pfunds Molkerei wurde mit Glanz und Gloria und (zu) voller Lautstärke eingeweiht; die neue Show "Stars & Diamonds" erhielt vom Premierenpublikum (darunter auch Ex-OB Helma Orosz) viel Applaus.

Bis zum Zutritt ins Theater mussten die Besucher allerdings Geduld aufbringen, bis zum Showbeginn noch einmal. Der Zeitdruck für das Projekt "Kleine Semperoper", wie Zora ihr jüngstes Baby im Unternehmen "Carte Blanche" nennt, war zu spüren. Baumaterial vor der Tür, kurze Probenzeit infolge der späten TÜV-Abnahme der Hebebühne. So fehlte noch das richtige Feeling für Licht- und Tontechnik während der Show. Am Ende gab es auch noch eine Wasserhavarie im Sanitärbereich. Das dürfte Zora gerade gefehlt haben, die ihr großes Projekt "Europas schönstes Travestietheater" mit allen Kräften stemmt und dabei selbst der Star auf der Bühne ist. Das muss man erst einmal nachmachen.

Küche und Kellner taten ihr Bestes, um alle zufriedenzustellen. Das Haus selbst strahlt glamourösen Charme aus mit goldenen Rahmen auf Elfenbein, vielen roten Akzenten und Kristalllüstern. In den schwarzen Tischen - an manchen Plätzen ist das Einschachteln allerdings ein Balanceakt - spiegeln sich die Tischlampen. Der Sanitärbereich wird gar zum Spiegelkabinett.

Prunkvoll funkelnd und leuchtend, gewürzt mit musikalischen Ohrwürmern und mehreren Prisen Erotik vollzieht sich auch das tänzerische Showprogramm, in deren Mittelpunkt meist Zora die Blicke auf sich zieht. Die Phantasie für die Kostüme ist beeindruckend und manchmal auch überraschend, wenn sich zum Beispiel der Tänzer umdreht. Das Spiel der Verwandlung, die Illusion, das Rätsel um die Geschlechter, sie gehören zur Travestie. Auch der mitunter unverblümt derbe Humor und die direkte Ansprache des Publikums. Ja, es geht auch unter die Gürtellinie, doch gelacht wurde immer.

Travestiekünstler Leslie Anderson, Plaudertasche und Sängerin des Abends, stellte sich als "Frau ohne Menstruationshintergrund" vor. Sie konnte witzig und aktuell sein, brachte aber auch Abgestandenes, vielleicht, weil sie zu viel Zeit überbrücken musste. Sängerin Wanda Kay zeigte sich als pfundige "Diva". Comedy, darunter ein Striptease zum Abgewöhnen, Magie und Rollentausch (u.a. Tina Turner) bis zum finalen Abschminken der Herren Damen vollenden die Show. Sie führte nach Ägypten, Spanien oder Indien, nutzte die neuen Bühnenmöglichkeiten und tolle Requisiten wie einen lebensgroßen Elefanten, wäre aber mit einem wirklichen roten Faden noch besser geworden. Die Künstler kamen aus ganz Deutschland, Holland, Südfrankreich und von den Philippinen.

Den rund drei Stunden dauernden Premierenabend beschloss Architekt Jens Zander, der das Theater geplant hat, mit einem persönlichen öffentlichen Auftritt: Er machte seinem neuen Lebenspartner einen musikalisch umrahmten Heiratsantrag.

Eintritt plus Begrüßungsgetränk 42 Euro; Eintritt plus Begrüßungsgetränk und Drei-Gang-Menü 65,90 Euro; Silvester-Spezial mit Eintritt, Begrüßungsgetränk, Vier-Gang-Menü, Mitternachtssnack u.a. 129 Euro (nur noch Restkarten erhältlich); www.carte-blanche-dresden.de

Genia Bleier

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